Endlos-Turbos auf Wirecard: Viel Bewegung im Fintech-Sektor - Optionsscheineanalyse


04.02.19 10:30
Meldung
 
Frankfurt (www.optionsscheinecheck.de) - Das DZ BANK-Derivate-Team stellt als Alternative zum Direktinvestment in die Wirecard-Aktie (ISIN DE0007472060 / WKN 747206 ) einen Turbo Call-Optionsschein (Open End) (ISIN DE000DDP2HV0 / WKN DDP2HV) sowie einen Turbo Put-Optionsschein (Open End) (ISIN DE000DDJ3F96 / WKN DDJ3F9) mit dem Basiswert Wirecard vor.


Nachdem im vergangenen Sommer bereits Google Pay an den Start gegangen sei, sei hierzulande das Bezahlen über Handy seit Mitte Dezember auch für iPhone-Besitzer möglich. Dabei sei Apple Pay in Deutschland überraschend erfolgreich gestartet. Davon profitiere auch Wirecard, der deutsche Software- und IT-Spezialist für Outsourcing- und White-Label-Lösungen im elektronischen Zahlungsverkehr basierend auf Internettechnologien. Zum einen verdiene der DAX-Aufsteiger aus dem vergangenen Herbst als Kooperationspartner der beiden Rivalen an jeder Zahlung mit, zum anderen profitiere das Unternehmen aber auch ganz generell von der zunehmenden Begeisterung für das Mobile Payment. So würden Analysten die Kooperation mit Apple Pay dann auch als wichtigen Schritt für Wirecard bezeichnen, der einen starken Start in 2019 ermöglichen sollte. Erst vor wenigen Tagen sei zudem die Kooperation mit dem Uhrenhersteller Swatch bekannt gegeben worden, wodurch das kontaktlose Bezahlen per Armbanduhr angeboten werde.

Laut Konsensschätzungen würden die Aktien von Wirecard auf Basis der für 2019 erwarteten Gewinne derzeit mit einem KGV von 36 bewertet. Das sei deutlich weniger als beim engsten Wettbewerber, der niederländischen Adyen (KGV 2019e: 117), die erst im vergangenen Juni an die Börse gegangen sei und deren Aktienkurs seither um über 170% habe zulegen können. Im Falle einer sich fortsetzenden Marktkonsolidierung könnte Wirecard zudem als potenzielles Übernahmeziel interessant werden. Dabei dürfte die Marktkapitalisierung von 19,4 Mrd. Euro für die Großen der Branche kein unüberwindbares Hindernis darstellen. So sei der US-Zahlungsdienstleister Fiserv INC gerade dabei, seinen großen Rivalen First Data zu schlucken, wie die beiden Firmen Mitte Januar mitgeteilt hätten (Volumen 22 Mrd. US-Dollar).

Bereits im vergangenen Sommer habe die französische Worldline das Kartenzahlgeschäft des Schweizer Börsenkonzerns SIX übernommen und die skandinavische Nets sei mit der deutschen Concardis Payment Group zusammengegangen, wobei sich die beiden letztgenannten Transaktionen allerdings in einer deutlich niedrigeren Größenordnung bewegen würden. Unstrittig sei in jedem Fall, dass eine Übernahme Wirecards mit hohen Kursaufschlägen verbunden wäre.

Für Trading-affine Anleger, die auf dieses Übernahmeszenario setzen möchten oder einfach nur starkes Vertrauen in die anhaltende Wachstumsdynamik Wirecards hätten, könnten in diesen Zusammenhang Endlos-Turbos Long interessant sein. Mit diesen Hebelprodukten könnten Anleger überproportional an der Kursentwicklung des jeweiligen Basiswertes partizipieren. So vollziehe ein Endlos-Turbo Long auf die Wirecard AG die positive, aber auch die negative Kursentwicklung der Aktie gehebelt nach. Auf den Basiswert Wirecard AG stünden verschiedene Endlos-Turbos Long zur Verfügung. Ein Beispiel sei der Endlos-Turbo Long (ISIN DE000DDP2HV0 / WKN DDP2HV ) mit Basispreis und Knock-Out-Barriere bei 71,3296 Euro. Werde die Knock-Out-Barriere berührt, verfalle das Hebelprodukt wertlos.

Andererseits bringe die Ausbreitung der ganz großen Player für Wirecard nicht nur Vorteile mit sich. Statt das eigene Mobile-Payment weiter zu forcieren, setze der DAX-Aufsteiger immer stärker auf Kooperationen mit Apple, Google und Co. "Man wolle keine Energie in einen Payment-Konkurrenzkampf gegen Tech-Riesen stecken", wie es aus der Firmenzentrale heiße. Diese Vorgehensweise scheine einerseits zwar durchaus sinnvoll, schaffe gleichzeitig aber gewisse Abhängigkeiten und könne in einem hart umkämpften Markt zu rückläufigen Margen führen.

Hinzu komme die hohe Bewertung des Zahlungsabwicklers, dessen Aktienkurs sich in den zurückliegenden zwei Jahren annähernd vervierfacht habe. So weise der Online-Payment-Spezialist selbst unter Einbeziehung Adyens eine höhere Bewertung als die Peergroup insgesamt auf. Begründet werde dies mit attraktiveren Wachstumsraten.

Diese könnten gerade bei einem Abflauen des weltweiten Wirtschaftswachstums, wie es erst jüngst vom IWF in Verbindung mit besonders deutlichen Eintrübungsbefürchtungen für Deutschland prognostiziert worden sei, allerdings auch schnell wieder in sich zusammenschmelzen. Dabei würden gerade Hochtechnologieaktien, zu denen natürlich auch die Titel des Fintech-Sektors zählen würden, eine ausgeprägte Preissensibilität hinsichtlich negativer oder zum Teil sogar neutraler Nachrichten zeigen. Nicht selten komme es schon dann zu deutlichen Kursrückgängen, wenn die Analystenschätzungen lediglich erreicht oder "nur" leicht übertroffen würden.

Hinzu komme der kürzlich erhobene Vorwurf, dass Wirecard-Manager verdächtigt würden im letzten Jahr mittels gefälschter und zurückdatierter Verträge mehrere bedenkliche Transaktionen verschleiert zu haben. Dies sei in einer internen Präsentation erläutert worden. Die beschriebenen Gelder sollten nach Singapur geflossen sein, was gegen diverse Gesetze verstoße. Die Sprecher von Wirecard würden diesen Vorwurf dementieren und erklären, dass nichts der Wahrheit entspreche. Nichtdestotrotz sei die Wirecard-Aktie zeitweise um fast 25% eingebrochen.

Auf derartige Reaktionen lasse sich z.B. mit Endlos-Turbos Short setzen. Mit diesen Hebelprodukten könnten Anleger überproportional an der Kursentwicklung des jeweiligen Basiswertes partizipieren. So vollziehe ein Endlos-Turbo Long auf die Wirecard AG die negative, aber auch die positive Kursentwicklung der Aktie gehebelt nach. Auf den Basiswert Wirecard AG stünden verschiedene Endlos-Turbos Short zur Verfügung. Ein Beispiel sei der Endlos-Turbo Short mit Basispreis und Knock-Out-Barriere bei 189,8504 Euro (ISIN DE000DDJ3F96 / WKN DDJ3F9 ). Werde die Knock-Out-Barriere berührt, verfalle das Hebelprodukt wertlos.

Insgesamt sei also in beide Richtungen einiges möglich. (Ausgabe vom 01.02.2019) (04.02.2019/oc/a/d)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten: Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyseeinsehen.


 

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