Paris (aktiencheck.de AG) - Am kommenden Sonntag jährt sich die Einführung des Euro als Bargeld zum zehnten Mal, so die Analysten der Société Générale.
Kurz vor seinem zehnten Geburtstag gerate der Euro stark unter Druck.
Am vergangenen Mittwoch und Donnerstag habe der Euro deutlich nachgegeben und sei unter die Marke von 1,30 USD und damit auf den tiefsten Stand seit mehr als einem Jahr gefallen. Marktbeobachter würden dies unter anderem damit begründen, dass der Internationale Währungsfonds (IWF) bekannt gegeben habe, dass es noch keine Entscheidung über formale Verhandlungen mit Ungarn über Finanzhilfen für das Land gebe. Euro-Verkäufe von Exporteuren und Privatanlegern in Japan hätten den Euro am gestrigen Donnerstag gegenüber dem Japanischen Yen sogar auf den niedrigsten Stand seit zehn Jahren gedrückt. Angesichts der immer noch ungelösten Schuldenkrise in Europa würden Marktbeobachter davon ausgehen, dass der Euro weiter unter Druck bleiben werde.
Investoren könnten von den starken Schwankungen an den Devisenmärkten profitieren - zum Beispiel mit Hebelprodukten wie Optionsscheinen und Open End Turbos. Risikobereiten Investoren böten diese Hebelprodukte die Möglichkeit, überproportional von Schwankungen eines Währungspaares zu profitieren. Die Société Générale biete insgesamt rund 380 Optionsscheine und Open End Turbos auf verschiedene Währungspaare an.
"Zu den großen Schwankungen an den Devisenmärkten kommt es insbesondere deshalb, weil sich verunsicherte Investoren angesichts der europäischen Schuldenkrisen in andere Währungen flüchten", erkläre Peter Bösenberg, Derivate-Experte bei Société Générale. Zu den beliebtesten Fluchtwährungen hätten in den vergangenen Monaten neben dem Schweizer Franken (CHF) auch die Norwegische Krone (NOK) und der Japanische Yen (JPY) gezählt. Weil allerdings die Schweizerische Nationalbank SNB seit September dieses Jahres einen Mindestkurs des CHF zum Euro mit allen Mitteln verteidige, würden Währungspaare wie EUR/NOK und EUR/JPY derzeit interessanter erscheinen.
Anleger, die beispielsweise davon ausgehen würden, dass der JPY gegenüber dem Euro weiter zulege, könnten sich für einen Put-Optionsschein auf EUR/JPY entscheiden. Infrage käme in diesem Fall etwa der Put-Optionsschein (
ISIN DE000SG1ZJJ8 /
WKN SG1ZJJ ) auf EUR/JPY. Ein Optionsschein verbriefe das Recht, am Laufzeitende im Dezember 2013 zehn Euro zu einem Wechselkurs von 100,00 JPY (Basispreis) zu verkaufen. Gebe also der Euro im Vergleich zum JPY weiter nach, würden bei diesem Optionsschein die Gewinnchancen steigen. Zum Hintergrund: Aktuell koste ein Euro 100,338 JPY (Stand: 30. Dezember 2012).
Investoren, die hingegen davon ausgehen würden, dass sich der Euro gegenüber dem JPY wieder erhole, könnten diese Marktmeinung mit Call-Optionsscheinen auf das Währungspaar EUR/JPY umsetzen. So verbriefe ein Call-Optionsschein (
ISIN DE000SG2Q8C2 /
WKN SG2Q8C ) das Recht, am Ende der Laufzeit im Dezember 2013 zehn Euro zu einem Wechselkurs von 105,00 JPY zu kaufen. Lege der Euro zu, würden sich somit bei diesem Produkt die Renditechancen erhöhen.
"Optionsscheine bieten Anlegern die Möglichkeit, überproportional von Schwankungen an den Devisenmärkten zu profitieren. Dabei ist der Kapitaleinsatz beim Kauf eines Optionsscheins deutlich geringer als bei einem Direktinvestment - zum Beispiel beim direkten Kauf von JPY", habe Bösenberg gesagt. "Anleger sollten allerdings beachten, dass die Hebelwirkung bei diesen Produkten in beide Richtungen wirkt. Bewegt sich der Basiswert nicht in die gewünschte Richtung, drohen Verluste bis hin zum Totalverlust. Wer sich dessen und des Emittentenrisikos bewusst ist, dem bieten diese Produkte jedoch interessante Investmentchancen, insbesondere auch zur Absicherung eines bestehenden Depots - in den genannten Beispielen etwa für Anleger, die in Japan investiert sind", so Bösenberg. (30.12.2011/oc/a/w)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyseeinsehen.