Investmentidee: Vontobel-Optionsscheine auf Hennes & Mauritz - Modebranche im Wandel - Optionsscheineanalyse


25.06.19 10:00
Meldung
 
München (www.optionsscheinecheck.de) - Für Vontobel ist die Aktie von Hennes & Mauritz (H&M) (ISIN SE0000106270 / WKN 872318 ) eine Investmentidee und die Bank Vontobel Europe AG liefert Vorschläge, wie Anleger mit Optionsscheinen von dieser Einschätzung profitieren können.


Die europäische Modebranche habe zuletzt mit einigen Herausforderungen fertig werden müssen. Neben der Internetkonkurrenz hätten den Unternehmen aus der Modeindustrie Textil-Discounter verstärkt zu schaffen gemacht. Hinzugekommen seien einige ungünstige Wetterentwicklungen, die die Kunden aus den Innenstädten ferngehalten hätten. Doch nun schlage die Modebranche zurück und stelle sich auf die neuen Marktbedingungen ein, was auch für Anleger interessant sein könnte.

Überall auf der Welt stehe der Einzelhandel unter Druck. E-Commerce sei immer mehr auf dem Vormarsch. Doch dies sei längst nicht das einzige Problem, mit dem die europäische Modebranche zu kämpfen habe. Der internationale Modekalender habe viele Jahre nach einem einfachen Muster funktioniert. Im Rahmen der wichtigsten Fashion Weeks in New York, London, Paris oder Mailand seien traditionell im September und Oktober die Frühlings- und Sommerkollektionen präsentiert worden, während im Februar und März die Herbst- und Winterkollektionen hätten bewundert werden können.

Das Problem dabei: Die langen Vorlaufzeiten für die jeweiligen Kollektionen habe nicht nur die Modebranche genutzt, um die Kollektionen rechtzeitig in den Handel zu bringen. Sie hätten Produktpiraten viel Zeit und eine Gelegenheit beschert. Aufgrund der langen Vorlaufzeit hätten Billigkopien sogar noch vor dem offiziellen Erscheinungstermin auf den Markt gebracht werden können. Ein großes Problem für eine Industrie, die von einzigartigen Produkten lebe. Aus diesem Grund würden die Vorlaufzeiten immer häufiger verkürzt. Kleider, die Mode-Fans auf den Laufstegen dieser Welt hätten bewundern können, gebe es in einigen Fällen bereits nur wenige Wochen später erstmals in den Schaufenstern zu sehen und zu kaufen. Allerdings seien Vorlaufzeiten und Billigkopien nicht die einzigen Herausforderungen, die die Modebranche bewältigen müsse.

Den Unternehmen mache auch die Konkurrenz aus dem Internet zu schaffen. Kleidung, Schuhe und Accessoires würden immer häufiger im Internet gekauft. Dies werde immer mehr auch für die Innenstädte zum Problem, wenn sich Konsumenten sämtliche Waren einfach und bequem nach Hause liefern lassen könnten. Neben Amazon, Zalando, eBay & Co hätten sich viele verschiedene spezielle Anbieter im Internet etabliert. Kunden könnten sich selbst im Netz individuell, zum Beispiel durch Austausch von Körpermassen oder Fotos, beraten lassen. Früher unvorstellbar. Ein Vorteil, den in der Vergangenheit nur der stationäre Handel gehabt habe.

Es sei jedoch nicht so, dass die traditionellen Modekonzerne diesen Trend nicht mitgehen würden. HUGO BOSS, der französische Luxusgüterkonzern LVMH, H&M und andere würden ihr eigenes E-Commerce-Geschäft aufziehen und bereits von den starken Wachstumsraten profitieren, die sich beim Warenverkauf über das Internet erzielen lassen würden. Die möglichen Nachholeffekte würden für weiteres Wachstumspotenzial sorgen. Einige Branchenvertreter hätten es jedoch bereits jetzt sehr weit gebracht. Laut Berechnungen von ecommerceDB.com sei beispielsweise H&M mit der Seite hm.com im Jahr 2018 auf Platz vier der Top-Online-Shops für Mode nach Umsatz in Deutschland gelandet.

Die europäischen Modehändler hätten sich in den vergangenen Jahren auf einen neuen Player einstellen müssen. Inzwischen mache Primark die Innenstädte unsicher. Der Textil-Discounter habe seinen Sitz in der irischen Hauptstadt Dublin, gehöre jedoch zum britischen Lebensmittelkonzern Associated British Foods (ABF). Das Unternehmen biete in seinen Filialen Kleidung, Schuhe und Accessoires an. Auch Wohnbedarf und Kosmetik sei mit von der Partie. Besonders wichtig dabei: Der Preis. Primark wolle als Discounter seine Waren besonders günstig anbieten. Allerdings sei man dabei längst nicht allein. Andere Textil-Discounter wie Kik, Takko oder Zeeman hätten ebenfalls ein Wörtchen mitzureden. Vor allem in Deutschland würden auch Lebensmittelriesen wie Aldi oder Lidl im niedrigen Preissegment im Textilbereich mitmischen und somit den Druck auf die traditionellen Mode-Marken zusätzlich erhöhen.

Allerdings sei es nicht so, dass die Textil-Discounter ihrerseits nicht mit Problemen fertig werden müssten. Um ihre Waren besonders günstig anbieten zu können, würden diese in manchen Fällen unter umstrittenen Bedingungen in einigen ärmeren Schwellenländern hergestellt. Die weltweite Textilindustrie stehe unter Druck, in den Herstellungsländern für bessere Arbeitsbedingungen zu sorgen und zum Beispiel die Kinderarbeit zu bekämpfen. In diesem Punkt könnten sich Premiumanbieter auszeichnen und darauf verweisen, dass der höhere Preis häufig auch besseren Arbeitsbedingungen oder der Einhaltung höherer Umweltstandards geschuldet sei.

In der europäischen Modeindustrie seien zwei echte Riesen zu finden, die auch weltweit in der Branche das Sagen hätten. Inditex aus Spanien und der schwedische Modekonzern H&M. Mit seinen fast 7.500 Geschäften habe sich Inditex bei der Zahl der Filialen gegenüber H&M weltweit einen deutlichen Vorsprung herausgearbeitet. H&M sei zuletzt auf knapp 5.000 Filialen gekommen. Auch beim Jahresumsatz hätten die Schweden zuletzt das Nachsehen gehabt. Im abgelaufenen Geschäftsjahr habe Inditex mit seinen Marken Zara, Zara Home, Bershka, Massimo Dutti, Pull&Bear, Stradivarius, Oysho und Uterqüe 26,1 Mrd. Euro erlöst. H&M habe es mit seinen Marken H&M, COS, Monki, & Other Stories, Weekday oder ARKET auf 210,4 Mrd. Schwedische Kronen (umgerechnet 19,5 Mrd. Euro) gebracht.

Beachtlich sei dabei der Umstand, dass beide Konzerne im Jahr 2007 ungefähr auf dem gleichen Umsatzniveau gestartet seien, Inditex jedoch ein stärkeres Umsatzwachstum an den Tag habe legen können. In den vergangenen Jahren sei Inditex mit einer wachsenden Zahl von Filialen aufgefallen. Auf diese Weise sei das Wachstum vorangetrieben worden. Jetzt wolle das Management den Konzern immer mehr fit für das digitale Zeitalter machen.

Dieses Vorhaben komme bereits sehr gut voran. Im abgelaufenen Geschäftsjahr habe Inditex 3,2 Mrd. Euro im Internet erlöst. Damit sei das Online-Geschäft für etwas mehr als 12 Prozent der konzernweiten Umsatzerlöse verantwortlich gewesen. Gleichzeitig werde aber auch in die bestehenden Läden investiert. Neben Neueröffnungen würden diese auf Vordermann gebracht, um das Einkaufserlebnis für Kunden zu steigern.

Auch H&M baue sein Internetgeschäft aus. Zuletzt habe H&M in Indien Verträge abschließen können, die H&M-Mode auf die E-Commerce-Plattformen Myntra und Jabong zu bringen. Der H&M-Store und die entsprechende App seien indischen Kunden bereits 2018 zugänglich gemacht worden. Ende April 2019 sei das Unternehmen in 48 Märkten mit einem Online-Store vertreten gewesen. Am 25. April sei der mexikanische Markt hinzugekommen. Er dürfte nicht der letzte gewesen sein. In dieses Bild passe auch die Aufgabe des Kataloggeschäfts. Seit 1980 habe es einen H&M-Katalog gegeben. Zuletzt sei er in sechs der 72 H&M-Märkte gedruckt worden. Am 29. April 2019 erschien die letzte Ausgabe, so die Bank Vontobel Europe AG. Damit reagiere der Konzern nicht nur auf ein verändertes Kundenverhalten und das wachsende E-Commerce- Geschäft, sondern tue auch etwas für die Umwelt.

Inditex und H&M bewegen sich eher im mittleren bis niedrigen Preissegment, im höherpreisigen Segment schien es zuletzt etwas einfacher, die schwierige Marktsituation in der europäischen Modebranche durchzustehen, so die Bank Vontobel Europe AG. Allerdings setze man auch bei Luxus- und Premiummarken immer mehr auf den Internetverkauf. Allen voran der weltweite Marktführer im Bereich Luxusgüterartikel LVMH Moët Hennessy Louis Vuitton. Der französische Konzern habe vor einigen Jahren sogar den Manager Ian Rogers von Apple geholt und ihn zum ersten Chief Digital Officer des Unternehmens gemacht. LVMH profitiere derzeit jedoch nicht nur davon, dass die digitale Strategie vorangetrieben werde. Die Geschäfte würden vor allem von der Kauflust der Chinesen beflügelt.

In den kommenden Jahren solle der Anteil des Asien-Geschäfts an den gesamten Erlösen zulegen. Besonders stark wachsen können habe LVMH zu Beginn dieses Jahres in dem nach Umsätzen wichtigsten Bereich, Mode und Lederwaren. Dort seien Marken wie Louis Vuitton, Christian Dior, Fendi, Céline, Givenchy, Loewe, Kenzo, Berluti oder Rimowa zu finden. Im ersten Quartal 2019 sei in dieser Sparte ein Umsatzplus gegenüber dem Vorjahr um 20 Prozent auf 5.1 Mrd. Euro erzielt worden. Konzernweit seien die Erlöse im Auftaktquartal um 16 Prozent auf 12,5 Mrd. Euro geklettert.

Auch der deutsche Modekonzern HUGO BOSS treibe seine E-Commerce-Strategie unbeirrt voran. Sie sei Teil eines Restrukturierungsprogramms, das notwendig geworden sei, nachdem das Unternehmen im Zuge einer zu schnellen Expansion in einigen Märkten sowie eines schwierigen Branchenumfeldes in Deutschland mit Problemen zu kämpfen gehabt habe. Im Rahmen der Berichterstattung zum ersten Quartal 2019 habe Vorstandschef Mark Langer verkünden können: "Die anhaltende Dynamik in unserem strategischen Wachstumsmarkt China sowie im wichtigen Online-Geschäft zeigt, dass unsere Strategie greift."

Die europäische Modebranche habe eine schwierige Zeit durchgemacht. Die Branchenvertreter seien zudem noch längst nicht aus dem Gröbsten raus. Das bedeute aber auch, dass ihre Aktien aufgrund einer schwächeren Kursperformance relativ günstig zu haben seien. Außerdem hätten die Modeunternehmen viele der Probleme rechtzeitig erkannt und würden nun dagegen steuern. Zum Beispiel mit eigenen wachstumsstärkenden E-Commerce-Sparten. Anleger könnten von den Entwicklungen in der Branche potenziell profitieren.

Eine Investmentidee sei zum Beispiel der Turbo Call-Optionsschein (ISIN DE000VF35B97 / WKN VF35B9 ) auf Hennes & Mauritz. Der Basispreis befinde sich bei SEK (Schwedische Krone) 134,28. Das Bezugsverhältnis liege bei 0,1. Der Hebel belaufe sich auf 9,87. Der Knock-Out betrage SEK 134,28 und der Abstand zu Knock-out 8,10%. Der Geldkurs liege bei EUR 0,135. Der Briefkurs werde bei EUR 0,145 gesehen. (Stand: 25.06.2019, 10:49)

Interessant sei auch der Turbo Put-Optionsschein (ISIN DE000VF5MRZ2 / WKN VF5MRZ ) auf die Aktie von Hennes & Mauritz. Der Basispreis und der Knock-Out würden SEK 160,84 betragen. Das Bezugsverhältnis liege bei 0,1, der Hebel bei 8,12. Der Abstand zu Knock-out belaufe sich auf 10,11%. Der Geldkurs belaufe sich auf EUR 0,155 und der Briefkurs betrage EUR 0,165. (Stand: 25.06.2019, 10:49) (Ausgabe vom 24.06.2019) (25.06.2019/oc/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten: Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyseeinsehen.


 

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