Turbo Long-Optionsschein 7,9795 auf E.ON: Globale Energietrends im Blick - Optionsscheineanalyse


19.10.17 10:00
Meldung
 
Frankfurt (www.optionsscheinecheck.de) - Das DZ BANK-Derivate-Team stellt als Alternative zum Direktinvestment in die Aktie von E.ON (ISIN DE000ENAG999 / WKN ENAG99 ) einen Endlos Turbo Long 7,9795 open end (ISIN DE000DD0V2D7 / WKN DD0V2D ) mit dem Basiswert E.ON vor.


Die Aktie von E.ON gehöre beim Performancevergleich der Werte aus dem EURO STOXX 50 zu den besten im bisherigen Jahresverlauf 2017. Außerdem weise das Papier in sämtlichen Zeitebenen eine Relative Stärke im Vergleich zum Index auf. Das DZ BANK-Derivate-Team sieht den Wert daher als potenziellen Long-Kandidaten.

"Der Markt hat immer recht", sei eine gern zitierte Börsenweisheit. Darauf beruhe der Ansatz, bei der Auswahl von potenziellen Kandidaten für mögliche Long-Investments jene zu wählen, die bereits in der Vergangenheit stark gelaufen seien. Umgekehrt seien Werte, die sich rückblickend betrachtet schlecht entwickelt hätten, eventuell für Short-Strategien geeignet. Ein objektiver Filter zur Bewertung der Performance sei das Konzept der Relativen Stärke. Es untersuche zwei oder mehrere Basiswerte in einer bestimmten Betrachtungsperiode hinsichtlich ihrer relativen Kursentwicklung zueinander. Das hier vorgestellte Konzept der Relativen Stärke sollte dabei nicht mit der Relativen Stärke nach Robert Levy bzw. dem Relative Strength Index (RSI) von Welles Wilder verwechselt werden.

Klassische und häufige Anwendung der Relativen Stärke sei der Vergleich eines Index wie dem DAX mit den darin enthaltenen Aktien. Die Berechnung erfolge, indem der Kurs einer Aktie durch den Kurs des Index dividiert werde. Das Ergebnis werde durch den Quotienten aus der Division des Aktienkurses vor X Tagen mit dem Indexstand vor X Tagen dividiert. Welchen Betrachtungszeitraum man wähle, hänge vom Einsatzzweck ab. Denkbar seien kurzfristige (z.B. 20 Handelstage), mittelfristige (z.B. 60 Handelstage) oder langfristige (z.B. 250 Handelstage) Perioden. Als Ergebnis erhalte man eine Verhältniszahl. Sei sie größer als 1,0, besitze die Aktie eine höhere Relative Stärke als der Index, habe sich im Betrachtungszeitraum somit relativ besser entwickelt. Ein Wert kleiner als 1,0 bringe eine niedrigere Relative Stärke und damit eine vergleichsweise schlechtere Performance zum Ausdruck. Die Werte seien jedoch nicht konstant, sondern würden sich ständig verändern.

Werde für alle Indexwerte die Relative Stärke berechnet, würden sich schnell und einfach die "starken" und "schwachen" Aktien herausfiltern lassen. Im EURO STOXX 50 derzeit zu den "stärksten" Werten gehöre E.ON, und das in sämtlichen Zeitebenen. So betrage die Relative Stärke gegenüber dem EURO STOXX 50 im Zeitraum 20 Handelstage aktuell 1,07. In den Zeiträumen 60 und 250 Handelstage lägen die Werte sogar bei 1,14 bzw. 1,26. Damit könnte die Aktie nach Ansicht des DZ BANK-Derivate-Teams einen potenziellen Kandidaten für eine Long-Position darstellen. Die Relative Stärke liefere jedoch keine konkreten Handelssignale.

Eine vergleichsweise hohe Relative Stärke allein spreche noch nicht zwangsläufig für eine Long-Position. Der potenzielle Kandidat müsse nun hinsichtlich seiner fundamentalen und/oder technischen Lage analysiert werden. Im Beispiel von E.ON gibt es diesbezüglich Ansatzpunkte, die nach Erachten des DZ BANK-Derivate-Teams für eine fortgesetzte Aufwärtsbewegung sprechen könnten.

Aus fundamentaler Sicht habe sich E.ON in den vergangenen Jahren strategisch neu positioniert. Dazu habe die Abspaltung der Tochter Uniper gehört, in der die Aktivitäten zur konventionellen Energieerzeugung sowie der Energiehandel gebündelt worden seien. Die neue E.ON fokussiere sich nun auf Energienetze, Kundenlösungen und Erneuerbare Energien. Damit setze der Konzern auf globale Energietrends. Dazu würden der wachsende Stellenwert der dezentralen Energieversorgung, eine steigende Nachfrage nach innovativen und maßgeschneiderten Kundenlösungen sowie der weltweite Vormarsch der erneuerbaren Energien gehören.

Das DZ BANK-Derivate-Team sieht das Unternehmen hinsichtlich seiner Ausrichtung bereits jetzt relativ gut aufgestellt. Zudem bestehe zunehmend der Spielraum, die Aktivitäten durch Investitionen zu stärken und auszubauen. So habe sich beispielsweise die Verschuldungssituation durch die Rückerstattung der Kernbrennstoffsteuer deutlich entspannt. Am 8. November wolle der Konzern die Zahlen für das dritte Quartal bzw. die ersten neun Monate des Geschäftsjahres 2017 vorlegen. Im ersten Halbjahr habe sich das operative Geschäft gut entwickelt. Im vergangenen Quartal dürfte sich der positive Trend fortgesetzt haben. Diese Zuversicht bzw. die erzielten Fortschritte beim Konzernumbau sowie der operativen Geschäftsentwicklung spiegeln sich nach Ansicht des DZ BANK-Derivate-Teams auch bereits in der Aktienkursentwicklung wider.

Die Aktie von E.ON hat aus Sicht des DZ BANK-Derivate-Teams ausgehend von dem im November 2016 bei 5,99 Euro markierten Rekordtief einen Aufwärtstrend ausgebildet, der nach wie vor intakt ist. Zuletzt sei dabei mit mehr als 10 Euro das höchste Niveau seit Oktober 2015 erreicht worden. Charttechnisch betrachtet notiere der Kurs seit einiger Zeit über seinem 200-Tage-EMA (exponenziell geglätteter gleitender Durchschnitt). In der vergangenen Woche seien zudem die Widerstände bei 9,72 und 9,87 Euro deutlicher überwunden worden, die aus den Zwischenhochs von Juli 2016 und Januar 2016 resultieren würden. Damit sei die vorangegangene kurzfristige Konsolidierung nach oben aufgelöst worden.

Das DZ BANK-Derivate-Team geht nun davon aus, dass auch die weitere Hürde bei 10,24 Euro nachhaltig gemeistert werden kann. Sollte dies gelingen, könnte damit eine größere Bodenbildung abgeschlossen werden, die sich seit etwa zwei Jahren hinzieht und die das DZ BANK-Derivate-Team dann als langfristige Trendumkehr bewerten würde. Ein erstes Kursziel sehe man dann im Bereich von 11,80 Euro. Für das skizzierte Bodenbildungsszenario bietet sich aus Sicht des DZ BANK-Derivate-Teams ein Stopp-Loss bei 9,50 Euro und damit knapp unter dem nun als Unterstützung fungierenden ehemaligen Widerstand bei 9,72 Euro an.

Mit einem Hebelzertifikat könnten Anleger überproportional an der Kursentwicklung des jeweiligen Basiswertes partizipieren. So vollziehe z.B. ein Endlos Turbo Long auf E.ON die positive, aber auch die negative Kursentwicklung der Aktie gehebelt nach. Werde die Knock-out-Schwelle (aktuell bei 7,979 Euro) berührt, verfalle das Zertifikat wertlos. (Stand vom 18.10.2017) (19.10.2017/oc/a/d)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten: Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyseeinsehen.


 

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