Paris (aktiencheck.de AG) - Zehn Jahre nach der Einführung des Euro als Bargeld gerät die Gemeinschaftswährung stark unter Druck, so die Analysten der Société Générale.
Am vorletzten Mittwoch und Donnerstag habe der Euro deutlich nachgegeben und sei unter die Marke von 1,30 USD und damit auf den tiefsten Stand seit mehr als einem Jahr gefallen. Marktbeobachter würden dies unter anderem damit begründen, dass der Internationale Währungsfonds (IWF) bekannt gegeben habe, dass es noch keine Entscheidung über formale Verhandlungen mit Ungarn über Finanzhilfen für das Land gebe. Euro-Verkäufe von Exporteuren und Privatanlegern in Japan hätten den Euro kürzlich gegenüber dem Japanischen Yen sogar auf den niedrigsten Stand seit zehn Jahren gedrückt.
Angesichts der immer noch ungelösten Schuldenkrise in Europa würden Marktbeobachter weiter davon ausgehen, dass der Euro weiter unter Druck bleiben werde und deshalb von andauernden Schwankungen auszugehen sei. Investoren könnten von diesen starken Schwankungen an den Devisenmärkten profitieren - zum Beispiel mit Hebelprodukten wie Optionsscheinen und Open End Turbos. Risikobereiten Investoren eröffne sich mit diesen Hebelprodukten die Möglichkeit, überproportional von Schwankungen eines Währungspaares zu profitieren. Die Société Générale biete insgesamt rund 380 Optionsscheine und Open End Turbos auf verschiedene Währungspaare an.
Die Schwankungen an den Devisenmärkten seien vor allem auf die Schuldenkrise in Europa und der dadurch verursachten Flucht verunsicherter Investoren aus dem Euro in andere Währungen zurückzuführen. Zu den beliebtesten Fluchtwährungen hätten in den vergangenen Monaten neben dem Schweizer Franken (CHF) auch die Norwegische Krone (NOK) und der Japanische Yen (JPY) gezählt. Anleger, die beispielsweise davon ausgehen würden, dass der JPY gegenüber dem Euro weiter zulege, könnten sich für einen Put-Optionsschein auf EUR/JPY entscheiden. Infrage käme in diesem Fall etwa der Put-Optionsschein (
ISIN DE000SG1ZJJ8 /
WKN SG1ZJJ ) auf EUR/JPY.
Ein Optionsschein verbriefe das Recht, am Laufzeitende im Dezember 2013 zehn Euro zu einem Wechselkurs von 100,00 JPY (Basispreis) zu verkaufen. Gebe also der Euro im Vergleich zum JPY weiter nach, würden bei diesem Optionsschein die Gewinnchancen steigen. Zum Hintergrund: Aktuell koste ein Euro 99,60 JPY (Stand: 04. Januar 2012). Investoren, die hingegen davon ausgehen würden, dass sich der Euro gegenüber dem JPY wieder erhole, könnten diese Marktmeinung mit Call-Optionsscheinen auf das Währungspaar EUR/JPY umsetzen.
So verbriefe ein Call-Optionsschein (
ISIN DE000SG2Q8C2 /
WKN SG2Q8C ) das Recht, am Ende der Laufzeit im Dezember 2013 zehn Euro zu einem Wechselkurs von 105,00 JPY zu kaufen. Lege der Euro zu, würden sich somit bei diesem Produkt die Renditechancen erhöhen. Optionsscheine böten Anlegern die Möglichkeit, überproportional von Schwankungen an den Devisenmärkten zu profitieren.
Dabei sei der Kapitaleinsatz beim Kauf eines Optionsscheins deutlich geringer als bei einem Direktinvestment - zum Beispiel beim direkten Kauf von JPY. Zu beachten sei allerdings, dass die Hebelwirkung bei diesen Produkten in beide Richtungen wirke. Bewege sich der Basiswert nicht in die gewünschte Richtung, würden Verluste bis hin zum Totalverlust drohen. Sei der Investor sich jedoch dessen und des Emittentenrisikos bewusst, dann böten diese Produkte jedoch interessante Investmentchancen, insbesondere auch zur Absicherung eines bestehenden Depots. (06.01.2012/oc/a/w)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyseeinsehen.