Wave XXL-Optionsscheine auf Bayer: Irgendwann könnte der Druck zu groß werden - Optionsscheineanalyse


24.05.19 13:00
Meldung
 
Frankfurt (www.optionsscheinecheck.de) - Der Produktexperte von X-markets by Deutsche Bank, Christian-Hendrik Knappe, stellt einen Wave XXL-Call-Optionsschein (ISIN DE000DC16QT7 / WKN DC16QT ) sowie einen Wave XXL-Put-Optionsschein (ISIN DE000DC21QG4 / WKN DC21QG ) der Deutschen Bank auf die Aktie von Bayer (ISIN DE000BAY0017 / WKN BAY001 ) vor.


Bayer und Monsanto hätten zuletzt vor den US-Gerichten keine gute Figur abgegeben. Trotz der ersten sehr teuren Glyphosat-Fälle zeige sich das Management weiterhin sehr kämpferisch. Allerdings könnte es langsam an der Zeit sein, die bisherige Abwehrstrategie zu überdenken. Zumal es auch für die Führungsmannschaft des DAX-Konzerns eng werde.

Bayer-Chef Werner Baumann habe auf der am 26. April 2019 abgehaltenen Hauptversammlung des Leverkusener Pharma- und Agrarchemiekonzerns für ein Novum am deutschen Aktienmarkt gesorgt. Erstmals sei ein amtierender Chef eines DAX-Konzerns von den Anteilseignern nicht entlastet worden. Lediglich 44,5 Prozent des anwesenden Grundkapitals hätten für die Entlastung gestimmt. Ein Jahr zuvor habe der Zustimmungswert noch bei 97 Prozent gelegen. Im Fall von großen DAX-Unternehmen seien Werte von über 90 Prozent üblich. Auslöser für die Sensation seien die negativen Folgen der Monsanto-Übernahme gewesen.

Knapp 66 Mrd. US-Dollar habe Bayer für den US-Saatguthersteller auf den Tisch gelegt. Inzwischen würden sich jedoch immer mehr Marktteilnehmer fragen, ob das Unternehmen damit nicht einen kolossalen Fehler begangen habe. Inzwischen liege der Börsenwert Bayers sogar unter der für Monsanto gezahlten Summe. Die Bewertung sei in den vergangenen Monaten gehörig unter Druck geraten. Derzeit scheine auch kein Boden in Sicht zu sein. Unter anderem, weil der Konzern zuletzt einige Niederlagen vor den US-Gerichten habe einstecken müssen.

Am 13. Mai habe Bayer mitgeteilt, dass in einem Prozess vor dem Superior Court des Bundesstaates Kalifornien für den Bezirk Alameda gegen Monsanto die Jury ein Urteil zugunsten der Kläger gefällt habe. In diesem konkreten Fall seien Bayer und Monsanto in erster Instanz zu einer Strafzahlung von mehr als 2 Mrd. US-Dollar an ein krebskrankes Ehepaar verurteilt worden. Darüber hinaus seien in den USA inzwischen mehr als 13.000 Klagen in Zusammenhang mit dem Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat anhängig.

Das Unternehmen verweise immer wieder darauf, in den anstehenden Berufungsverfahren bessere Aussichten zu haben. Außerdem seien glyphosatbasierte Produkte bei sachgerechter Anwendung sicher und Glyphosat laut Einschätzung der US-Umweltschutzbehörde EPA sowie weiterer führender Regulierungsbehörden nicht krebserregend. Diese Einschätzungen würden laut Bayer auf Erkenntnissen aus 40 Jahren umfangreicher wissenschaftlicher Forschung basieren. Im Zuge der jüngsten Gerichtsprozesse hätten sie Bayer allerdings nicht viel genutzt. Damit würden die verschiedenen Urteile den Druck auf das Unternehmen erhöhen, sich nun deutlich intensiver mit dem Thema Vergleichszahlungen auseinander zu setzen. Schließlich dürfte es vor allem die Ungewissheit über den Ausgang langjähriger Entwicklungen sein, die Anleger in Bezug auf die Aussichten für Bayer im Unklaren lassen und den Kurs der Bayer-Aktie belasten dürfte.

Noch gebe man sich auf Unternehmensseite kämpferisch. Während sich Bayer vor den US-Gerichten noch einige Chancen ausrechne, setze das Unternehmen außerdem darauf, die Vorteile der Monsanto-Übernahme herauszustellen. Die Rechnung sei ganz einfach: Die Weltbevölkerung wachse, das Nahrungsangebot müsse dementsprechend ebenfalls größer werden. Gut also für ein Unternehmen, das gerade zu einem noch größeren Player im Agrargeschäft geworden sei. Auch mittelfristig solle sich die Übernahme lohnen. Ab 2022 werde mit Synergien in Höhe von jährlich einer Milliarde Euro gerechnet. Angesichts der drohenden Strafzahlungen könnte dies jedoch nur ein Tropfen auf dem heißen Stein sein.

Spekulative Anleger, die steigende Kurse der Bayer-Aktie erwarten würden, könnten mit einem WAVE XXL-Call der Deutschen Bank auf ein solches Szenario setzen. Der Hebel dieses Open-End-Papiers liege derzeit bei 4,59, die Barriere bei 44,30 Euro. Wer aber als spekulativer Anleger eher short-orientiert sei, könnte mit einem WAVE XXL-Put der Deutschen Bank (aktueller Hebel 3,45, Barriere bei 66,40 Euro) auf fallende Kurse der Bayer-Aktie setzen. (Stand vom 23.05.2019) (24.05.2019/oc/a/d)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten: Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyseeinsehen.


 

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