Wave XXL-Optionsscheine auf Daimler: Alle schlechten Nachrichten auf dem Tisch? - Optionsscheineanalyse


19.07.19 11:00
Meldung
 
Frankfurt (www.optionsscheinecheck.de) - Der Produktexperte von X-markets by Deutsche Bank, Christian-Hendrik Knappe, stellt einen Wave XXL-Call-Optionsschein (ISIN DE000DX7AM08 / WKN DX7AM0 ) sowie einen Wave XXL-Put-Optionsschein (ISIN DE000DS47Q85 / WKN DS47Q8 ) der Deutschen Bank auf die Daimler-Aktie (ISIN DE0007100000 / WKN 710000 ) vor.


Mit vier Gewinnwarnungen innerhalb eines Jahres nehme der Stuttgarter Autobauer Daimler eine Sonderrolle unter den 30 DAX-Konzernen ein. Dennoch sollten inzwischen Klarheit über die Geschäftsentwicklung herrschen und Daimler unter der Führung des neuen Konzernchefs Ola Källenius in ruhigere Fahrwasser geraten. Zumindest würden die Absatzzahlen eine positive Sprache sprechen.

Am 22. Mai 2019 sei in Berlin eine Ära geendet. An diesem Tag habe die Hauptversammlung nicht nur eine Dividendenkürzung von 3,65 auf 3,25 Euro je Aktie beschlossen, sondern der Vertrag mit Dieter Zetsche, der 13 Jahre an der Spitze des Automobilkonzerns gestanden habe, geendet habe. Sein Nachfolger, Ola Källenius, sei ebenfalls ein langjähriger Mitarbeiter des Konzerns und gehöre seit 2015 dem Vorstand an, zuletzt im Bereich Forschung und Entwicklung.

Källenius dürfte sich vor allem über eine Meldung gefreut haben: Nach sechs Monaten stehe Daimler unverändert an der Spitze des automobilen Premiumsegments, habe der Konzern am 12. Juli 2019 mitgeteilt. Im ersten Halbjahr seien demnach 1.134.729 Pkw von Mercedes-Benz an Kunden übergeben worden. Das entspreche einem Rückgang um 4,6 Prozent und rühre vom laufenden Modellwechsel im volumenstärksten Segment der SUVs her.

Im zweiten Quartal habe Mercedes-Benz insgesamt 573.856 Pkw verkauft (-3,5 Prozent). Von April bis Juni hätten vor allem die neuen Kompaktwagenmodelle, darunter die neue A-Klasse Limousine weltweit sowie die neue B-Klasse und das neue CLA Coupé in Europa, Impulse beim Absatz setzen können. Als problematisch erweise sich weiterhin das US-Geschäft. Dort sei der Halbjahresabsatz um 7,2 Prozent auf 147.396 Fahrzeuge gesunken. Allerdings habe der Abwärtstrend im Juni gestoppt werden können, denn mit 26.196 verkauften Modellen habe sich der Absatz stabilisiert. In China wiederum habe sich das Wachstum zuletzt verlangsamt. Nachdem im Halbjahr noch mit 344.657 Einheiten 1,3 Prozent mehr abgesetzt worden seien, habe sich der Juni-Absatz nur noch um 0,1 Prozent auf 57.018 Einheiten verbessert.

Als größtes Problem des Daimler-Konzerns erweise sich derweil die Dieselabgas-Thematik. Aufgrund der Erhöhung der Rückstellungen für verschiedene laufende behördliche Verfahren und Maßnahmen bei Mercedes-Benz Diesel-Fahrzeugen um einen hohen dreistelligen Millionenbetrag habe Daimler bereits am 23. Juni 2019 eine Gewinnwarnung veröffentlichen und für das Gesamtjahr lediglich ein Konzern-EBIT auf Vorjahreshöhe in Aussicht stellen müssen. Am 12. Juli 2019 habe Daimler diese Prognose erneut gesenkt und für das zweite Quartal ein Konzern-EBIT von -1,6 Mrd. Euro gemeldet (Vorjahreszeitraum: 2,6 Mrd. Euro).

In Bezug auf die laufenden behördlichen und gerichtlichen Verfahren und Maßnahmen bei Mercedes-Benz Diesel-Fahrzeugen habe Daimler ferner mitgeteilt, dass die erwarteten Aufwendungen um rund 1,6 Mrd. Euro angestiegen seien. Zusätzlich hätten Rückstellungen für einen erweiterten Rückruf von Takata-Airbags in Europa und in anderen Teilen der Welt um 1,0 Mrd. Euro erhöht werden müssen. Als Folge dieser Entwicklung sowie verlangsamter Produktionshochläufe und geringer als erwartet wachsender Automobilmärkte habe Daimler angekündigt, dass das Konzern-EBIT im Gesamtjahr 2019 deutlich unter dem Vorjahreswert liegen werde.

Ungeachtet der aktuellen wirtschaftlichen Entwicklung stelle sich Daimler in den Bereichen Elektromobilität und automatisiertes Fahren engagiert auf. Am 4. Juli 2019 habe Daimler mit dem Münchener Wettbewerber BMW einen Vertrag über die Zusammenarbeit im Bereich automatisiertes Fahren geschlossen. Die beiden Konzerne würden gemeinsam die nächste Technologiegeneration für Fahrassistenzsysteme und automatisiertes Fahren auf Autobahnen sowie automatisierte Parkfunktionen entwickeln wollen. Darüber hinaus würden die Autobauer auch Gespräche über eine Ausdehnung der Kooperation in der Zukunft auf höhere Automatisierungsgrade für urbane Gegenden und Städte anstreben.

Spekulative Anleger, die steigende Kurse der Daimler-Aktie erwarten würden, könnten mit einem WAVE XXL-Call der Deutschen Bank auf ein solches Szenario setzen. Der Hebel dieses Open-End-Papiers liege derzeit bei 3,95, die Barriere bei 35,60 Euro. Wer aber als spekulativer Anleger eher short-orientiert sei, könnte mit einem WAVE XXL-Put der Deutschen Bank (aktueller Hebel 3,24, Barriere bei 56,60 Euro) auf fallende Kurse der Daimler-Aktie setzen. (Stand vom 18.07.2019)
(19.07.2019/oc/a/d)


 

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