Wave XXL-Optionsscheine auf Deutsche Telekom: Ist die Luft jetzt raus? Optionsscheineanalyse


16.11.17 09:30
Meldung
 
Frankfurt (www.optionsscheinecheck.de) - Der Produktexperte von X-markets by Deutsche Bank, Nicolai Tietze, stellt einen Wave XXL-Call-Optionsschein (ISIN DE000DM8A4Y7 / WKN DM8A4Y ) sowie einen Wave XXL-Put-Optionsschein (ISIN DE000DM6QCL6 / WKN DM6QCL ) der Deutschen Bank auf die Aktie der Deutschen Telekom (ISIN DE0005557508 / WKN 555750 ) vor.


Die Deutsche Telekom habe lange Zeit auf eine Fusion von T-Mobile US und Sprint gesetzt. Jetzt müsse die US-Mobilfunktochter der Bonner weiter auf eigene Faust gegen die Konkurrenz kämpfen. Zuletzt sei ihr dies sehr gut gelungen. Allerdings sei es alles andere als sicher, dass man die finanzkräftigere Konkurrenz auch auf Dauer mithilfe von Innovationen bei den Mobilfunkverträgen und einem charismatischen Chef, John Legere, ausstechen könne.

Es sei beinahe schon endlos verhandelt worden. Am Markt habe es regelmäßig neue Gerüchte gegeben, ob und wie T-Mobile US und der Konkurrent Sprint fusionieren könnten. Gemeinsam sollten sie auf dem US-Markt den Platzhirschen AT&T und Verizon Paroli bieten. Am Ende hätten die Beteiligten jedoch nicht zu einer Lösung finden können. Am 4. November habe die Deutsche Telekom mitgeteilt, dass bei den Gesprächen mit der japanischen Sprint-Muttergesellschaft SoftBank keine Einigung über die Rahmenbedingungen für einen Zusammenschluss von Sprint und T-Mobile US habe erzielt werden können und die Gespräche deshalb jetzt beendet worden seien.

Offenbar habe man sich bei SoftBank nicht mit einer Minderheitsbeteiligung am neuen Unternehmen zufrieden geben wollen. Als Sprint und T-Mobile US vor einigen Jahren fusionieren sollten, hätte den Japanern die Mehrheit zugestanden. Jetzt wären sie lediglich Juniorpartner gewesen. In der Zwischenzeit habe T-Mobile US nämlich einen beeindruckenden Aufstieg hingelegt und Sprint dank eines starken Kundenzustroms sowohl in Sachen Marktkapitalisierung als auch bei der Gesamtkundenzahl überflügelt. Jetzt müsse man sich in Bonn überlegen, wie die zukünftige Strategie in den USA aussehen solle. Nur gut, dass die Deutsche Telekom in den vergangenen Jahren viel Freude an ihrer Mehrheitsbeteiligung von 64 Prozent an T-Mobile US gehabt habe. Zunächst habe es lediglich geheißen, dass die über die vergangenen Jahre erfolgreich umgesetzte Wachstumsstrategie fortgesetzt werden solle. Das heiße aber auch, dass weiter kräftig investiert werden müsse.

Wie wichtig das US-Geschäft für die Deutsche Telekom sei, habe sich erneut im dritten Quartal 2017 gezeigt. Laut Unternehmensangaben vom 9. November habe der Bonner DAX-Konzern seine Umsätze um 0,8 Prozent auf 18,3 Mrd. Euro gesteigert. T-Mobile US habe seine Erlöse zwischen Juli und September um 7,7 Prozent auf 10,0 Mrd. US-Dollar gesteigert. Dabei würden sich die starken Kundenzahlen in immer besseren Finanzkennzahlen bemerkbar machen. Das bereinigte EBITDA sei um 11,4 Prozent auf 2,7 Mrd. US-Dollar gestiegen, sodass die Prognose für das Gesamtjahr abermals angehoben worden sei. T-Mobile US habe nun schon 18 Quartale in Folge mehr als eine Million neue Kunden netto hinzugewonnen. Im dritten Quartal seien es 1,3 Millionen Neukunden gewesen. Die Kundenbasis belaufe sich nun auf 70,7 Millionen Kunden.

Auch der Gesamtkonzern habe seine Prognose angehoben. Das Management erwarte nun für das Gesamtjahr ein bereinigtes EBITDA von rund 22,4 bis 22,5 Mrd. Euro. Zuletzt habe die Prognose bei 22,3 Mrd. Euro gelegen. Trotzdem dürfte sich weiterhin vieles um T-Mobile US drehen. Zwar habe die Telekom im jüngsten Quartalsbericht von einem Breitbandboom in Deutschland und Kundengewinnen auf breiter Front in Europa gesprochen. Sollte das Wachstum in den USA jedoch ins Stocken geraten, wäre dies kein gutes Zeichen. Schließlich habe sich die Aktie der Deutschen Telekom in den vergangenen Jahren sehr behäbig gezeigt. Lediglich T-Mobile US habe zwischenzeitlich für Ausbrüche nach oben sorgen können.

Spekulative Anleger, die steigende Kurse der Deutsche-Telekom-Aktie erwarten würden, könnten mit einem WAVE XXL-Call der Deutschen Bank auf ein solches Szenario setzen. Der Hebel dieses Open-End-Papiers liege derzeit bei 3,85, die Knock-Out-Schwelle bei 11,80 Euro. Wer aber als spekulativer Anleger eher short-orientiert sei, könnte mit einem WAVE XXL-Put der Deutschen Bank (aktueller Hebel 4,84; Knock-Out-Schwelle bei 17,15 Euro) auf fallende Kurse der Telekom-Aktie setzen. (Stand vom 14.11.2017) (16.11.2017/oc/a/d)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten: Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyseeinsehen.


 

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