Wave XXL-Optionsscheine auf Merck: Ein glücklicher Bieter? Optionsscheineanalyse


18.04.19 10:30
Meldung
 
Frankfurt (www.optionsscheinecheck.de) - Der Produktexperte von X-markets by Deutsche Bank, Christian-Hendrik Knappe, stellt einen Wave XXL-Call-Optionsschein (ISIN DE000DS47RB4 / WKN DS47RB ) sowie einen Wave XXL-Put-Optionsschein (ISIN DE000DS8SA19 / WKN DS8SA1 ) der Deutschen Bank auf die Aktie von Merck (ISIN DE0006599905 / WKN 659990 ) vor.


Für den Darmstädter Pharma- und Spezialchemiekonzern Merck sei 2018 alles andere als einfach gewesen. Der DAX-Konzern habe mit negativen Wechselkurseffekten zu kämpfen gehabt. Darüber hinaus habe das Management das abgelaufene Geschäftsjahr im Zuge der Vorlage der 2018er Geschäftsergebnisse am 7. März als "ein Jahr des Übergangs und der Investitionen" bezeichnet. Angesichts solcher Herausforderungen sei es noch als Erfolg zu werten, dass das Management auf eine stabile Dividende und sinkende Nettofinanzverbindlichkeiten habe verwiesen können. Doch jetzt werde es erst so richtig interessant.

Der Schuldenabbau sei vor allem mithilfe des Verkaufs der Sparte für rezeptfreie Arzneien für 3,4 Mrd. Euro an den US-Konsumgüterkonzern Procter & Gamble vorangetrieben worden. Allerdings habe sich das Unternehmen nicht besonders lange an dieser Schuldenreduzierung erfreuen können. Am 12. April 2019 habe Merck vermeldet, dass eine Vereinbarung zur Übernahme des US-Halbleiterzulieferers Versum Materials unterzeichnet worden sei. Für den Hersteller von Spezialgasen und -chemikalien müsse Merck inklusive Schulden auch mithilfe von Fremdkapital rund 6,5 Mrd. US-Dollar oder umgerechnet 5,8 Mrd. Euro auf den Tisch legen. Sein ursprüngliches Gebot von knapp 6,0 Mrd. US-Dollar habe Merck erhöhen müssen, um sich im Bieterrennen mit dem US-Spezialchemiekonzern Entegris durchzusetzen.

Versum solle dem Gesamtkonzern gleich in mehrfacher Hinsicht helfen. Das Unternehmen sei wachstumsstark und sehr profitabel. Der Spezialist für Prozesschemikalien, Gase und Ausrüstungen für die Halbleiterfertigung habe über die letzten drei Geschäftsjahre seinen Umsatz und sein bereinigtes EBITDA jährlich um mehr als 10 Prozent gesteigert, mit branchenführenden bereinigten EBITDA-Margen von 33 Prozent. Innerhalb der kommenden drei Jahre werde dank des Deals mit jährlichen Synergieeffekten von rund 75 Mio. Euro im Jahr gerechnet. Die Versum-Übernahme solle zudem den Merck-Unternehmensbereich Performance Materials stärken und eine bessere Balance zwischen den drei Segmenten Healthcare, Life Science und Performance Materials herstellen.

Die Versum-Übernahme bedeute jedoch nicht, dass Merck die anderen Bereiche außer Acht lasse. Beispielsweise investiere das Unternehmen 150 Mio. Euro in den Ausbau der Produktionskapazitäten für biotechnologisch hergestellte Arzneimittel am Schweizer Produktionsstandort Aubonne. In den Standort Darmstadt wolle Merck bis 2025 sogar insgesamt 1 Mrd. Euro stecken. Auch neue Kooperationen, unter anderem mit den chinesischen Technologiekonzernen Alibaba und Tencent sowie dem Software-Unternehmen Palantir Technologies, sollten Merck mehr Wachstum verschaffen.

Merck habe zuletzt einige Hebel in Bewegung gesetzt, um das Wachstum anzukurbeln und die Profitabilität zu erhöhen. Allerdings sei es alles andere als sicher, dass sich die verschiedenen Investitionen auszahlen würden. Vor allem im Fall der Versum-Übernahme müsse zunächst eine teure Integration gestemmt werden. Gleichzeitig seien Erfolge in der ebenso teuren Pharmaforschung alles andere als garantiert.

Spekulative Anleger, die steigende Kurse der Merck-Aktie erwarten würden, könnten mit einem WAVE XXL-Call der Deutschen Bank auf ein solches Szenario setzen. Der Hebel dieses Open-End-Papiers liege derzeit bei 3,96, die Barriere bei 75,00 Euro. Wer aber als spekulativer Anleger eher short-orientiert sei, könnte mit einem WAVE XXL-Put der Deutschen Bank (aktueller Hebel 3,55, Barriere bei 116,15 Euro) auf fallende Kurse der Merck-Aktie setzen. (Stand vom 15.04.2019) (18.04.2019/oc/a/d)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten: Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyseeinsehen.


 

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