Wave XXL-Optionsscheine auf Tesla: Hat es Elon Musk dieses Mal zu weit getrieben? Optionsscheineanalyse


14.03.19 12:00
Meldung
 
Frankfurt (www.optionsscheinecheck.de) - Der Produktexperte von X-markets by Deutsche Bank, Christian-Hendrik Knappe, stellt einen Wave XXL-Call-Optionsschein (ISIN DE000DS8QD18 / WKN DS8QD1 ) sowie einen Wave XXL-Put-Optionsschein (ISIN DE000DS72457 / WKN DS7245 ) der Deutschen Bank auf die Aktie von Tesla (ISIN US88160R1014 / WKN A1CX3T ) vor.


Tesla habe zuletzt mit einigen Erfolgsmeldungen aufwarten können. Gleichzeitig könnte jedoch der charismatische Konzernchef Elon Musk zu einer Belastung für den kalifornischen Elektrowagenbauer werden.

Lange habe es gedauert. Seit vielen Jahren preise Tesla das "Model 3" als massenmarkttaugliches Elektroauto an. Jetzt endlich solle es das Fahrzeug für die seit der Vorstellung angekündigten 35.000 US-Dollar geben. Dieser Preis gelte für die Standardausführung mit einer Reichweite von 220 Meilen (umgerechnet 354,1 km) und einer Höchstgeschwindigkeit von 130 mph (ca. 209 km/h). Um den Preis erreichen zu können, habe Tesla unlängst ein Sparprogramm angekündigt, zu dem vor allem ein Stellenabbau gehöre. Darüber hinaus wolle Tesla seine Fahrzeuge in Zukunft nur noch online verkaufen. Da es dadurch Probefahrten nur noch sehr selten geben werde, solle es Kunden in Zukunft leichter gemacht werden die Autos zurückzugeben. Innerhalb von sieben Tagen und bei weniger als 1.000 Meilen (rund 1.600 km) solle der volle Kaufpreis zurückerstattet werden.

Für Teslas Erfolg in der Zukunft dürfte auch die China-Strategie des Unternehmens entscheidend sein. Schließlich sei dort der größte Automarkt der Welt zu finden. Bisher habe das Unternehmen unter Einfuhrzöllen gelitten. Mit einem eigenen Produktionswerk in Shanghai solle damit Schluss sein. Bereits im Januar sei der Grundstein für das erste Tesla-Werk außerhalb der USA gelegt worden. Jetzt habe man sich zudem die Finanzierung sichern können. Mehrere chinesische Banken hätten Kredite von bis zu 3,5 Mrd. Yuan (umgerechnet 465 Mio. Euro) zugesagt. Neben dem "Model 3" und Batterien solle in Zukunft auch das neue "Model Y" in China produziert werden.

Das "Model Y" sei jedoch nicht das einzige neue Modell aus dem Hause Tesla. Konzernchef Elon Musk habe auf dem Kurznachrichtendienst Twitter die Vorstellung eines Pickup-Trucks noch in diesem Jahr angekündigt. Dabei handle es sich sogar um eines seiner Lieblingsprojekte. Es bleibe jedoch fraglich, ob sich Elon Musk noch sehr lange mit solchen Projekten beschäftigen könne. Einmal mehr habe er den Unmut der US-Börsenaufsicht SEC auf sich gezogen. Musk habe am 19. Februar einen kontroversen Tweet zu Teslas möglicher Jahresproduktion 2019 abgesetzt.

Dabei sei es ihm nach einem letztjährigen Vergleich mit den US-Behörden im Zuge eines Streits in Zusammenhang mit irreführenden Twitter-Nachrichten verboten, marktbewegende Nachrichten über Social-Media-Kanäle zu verbreiten, ohne sich dabei mit dem restlichen Management abzusprechen. Nach Einschätzung der SEC hätte Musk die jüngste Nachricht nicht nur nicht verbreiten dürfen, sie sei auch inhaltlich falsch gewesen, da er von einer 2019er Jahresproduktion von 500.000 Autos gesprochen habe. Allerdings habe er später selbst zurückgerudert und von einer auf das Jahr hochgerechneten Produktionsrate gesprochen, die zum Jahresende erreicht werden könne.

Darüber hinaus müsse Musk laut eines Bloomberg-Berichts vom 8. März aufgrund eines Vorfalls, bei dem er im Vorjahr in einem Live-Video-Podcast an einem Marihuana-Joint gezogen habe, befürchten, in seiner Rolle als Chef der Raketenfirma SpaceX eine wichtige Sicherheitsfreigabe der US-Regierung zu verlieren. Damit stelle sich die Frage, ob Elon Musk langsam für Tesla mehr zu einer Belastung als zum Zugpferd, das er in den vergangenen Jahren gewesen sei, werde.

Spekulative Anleger, die steigende Kurse der Tesla-Aktie erwarten würden, könnten mit einem klassischen Optionsschein Call der Deutschen Bank (Laufzeit bis zum 18.12.2019) auf ein solches Szenario setzen. Der Hebel dieses Optionsscheins liege derzeit bei 10,96. Wer aber als spekulativer Anleger eher short-orientiert sei, könnte mit einem klassischen Optionsschein Put der Deutschen Bank (aktueller Hebel 10,69; Laufzeit bis zum 18.12.2019) auf fallende Kurse der Tesla-Aktie setzen. (Stand vom 11.03.2019) (14.03.2019/oc/a/a)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten: Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyseeinsehen.


 

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