Am 27. März trifft sich BYDs Vorstand, um die Jahreszahlen 2025 zu verabschieden und über eine Abschlussdividende zu entscheiden. Der Termin kommt zu einem Zeitpunkt, an dem der chinesische Elektroautobauer im Heimatmarkt unter Druck gerät – während das Exportgeschäft erstmals die Inlandsverkäufe übertrifft.
Umsatzwachstum, aber sinkende Gewinne
In den ersten neun Monaten 2025 erzielte BYD einen Umsatz von rund 566 Milliarden Yuan – ein Plus von 12,75 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Doch das Wachstum schwächte sich auf das niedrigste Tempo seit fünf Jahren ab. Im zweiten und dritten Quartal 2025 gingen die Gewinne zurück.
Insgesamt verkaufte BYD 2025 rund 4,6 Millionen Elektro- und Hybridfahrzeuge und war damit weltweit der größte Hersteller von Elektrofahrzeugen. Hinter dieser Zahl verbirgt sich jedoch eine zunehmend schwierige Lage im Heimatmarkt.
Heimatmarkt unter Druck
Im Februar brachen BYDs globale Verkäufe um 41 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat ein – der stärkste Rückgang seit Februar 2020 und bereits der sechste Rückgangsmonat in Folge. Plug-in-Hybride verzeichneten sogar ein Minus von 44 Prozent.
Strukturelle Faktoren verschärfen die Lage: Seit Anfang 2026 gilt in China eine neue Kaufsteuer von fünf Prozent auf Elektrofahrzeuge, gleichzeitig liefen frühere Subventionsprogramme aus. BYDs Marktanteil in China fiel laut der China Passenger Car Association von 35 Prozent im Jahr 2023 auf 29 Prozent in den ersten elf Monaten 2025 – ein Zeichen dafür, dass der Wettbewerb im chinesischen EV-Markt spürbar zunimmt.
Technologieoffensive und globale Expansion
Anfang März präsentierte BYD auf einem Technologieevent in Shenzhen die „Blade Battery 2.0″ mit fünf Prozent höherer Energiedichte als das Vorgängermodell sowie verbesserter Langlebigkeit und Sicherheit. Ein Fahrzeug mit kompatibler Batterie soll sich in fünf Minuten von zehn auf 70 Prozent laden lassen, in neun Minuten auf 97 Prozent.
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Ergänzend stellte BYD das „Megawatt Flash Charging 2.0″ vor – ein System mit einer Spitzenleistung von bis zu 1.500 kW pro Ladepunkt, das in etwa fünf Minuten rund 400 bis 500 Kilometer Reichweite nachladen soll. Die Installationskosten sollen dabei rund 60 Prozent unter denen herkömmlicher Systeme liegen. Bis Ende 2026 plant BYD den Aufbau von 20.000 Schnellladestationen in China; über 4.200 sind bereits in Betrieb.
International läuft das Geschäft deutlich besser. Im Februar überstiegen die Exporte erstmals die Inlandsverkäufe: Mehr als 100.600 Fahrzeuge wurden ins Ausland geliefert, ein Zuwachs von rund 50 Prozent. In Europa überholte BYD im Januar sogar Tesla bei den Neuzulassungen. Für 2026 strebt das Unternehmen Exporte von 1,3 Millionen Einheiten an. In Deutschland soll das Händlernetz bis Ende 2026 auf über 350 Standorte ausgebaut werden, mit einem Verkaufsziel von mehr als 50.000 Fahrzeugen jährlich.
Nicht überall verläuft die Expansion reibungslos: Mexiko hat seit Januar 2026 die Einfuhrzölle auf Pkw von 20 auf 50 Prozent angehoben – für Länder ohne Freihandelsabkommen. BYD gehört zu den Interessenten für ein ehemaliges Nissan-Mercedes-Werk in Mexiko, um dort eine lokale Produktionsbasis aufzubauen.
Bewertung und Dividende
BYD wird derzeit mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 20,98 und einem Kurs-Umsatz-Verhältnis von 0,98 bewertet. Auf Basis des Aktienkurses von 96,95 Hongkong-Dollar vom 10. März ergibt sich aus der zuletzt gezahlten Dividende von 4,34 HKD je Aktie eine Dividendenrendite von 4,47 Prozent. Die Dividende wurde zuletzt dreimal in Folge erhöht.
Die Deutsche Bank erwartet, dass BYD 2026 rund 4,9 Millionen Fahrzeuge absetzen könnte. Die Jahreszahlen, die am 27. März veröffentlicht werden, werden zeigen, ob das Exportwachstum die Schwäche im Heimatmarkt tatsächlich kompensieren kann.
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