Zwei Kreuzfahrtschiffe festgesetzt, tausende Urlauber in der Golfregion gestrandet, ein Umsatzausfall von rund 50 Millionen Euro allein im März: Die Eskalation im Nahen Osten trifft TUI zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Der Konzern hatte operativ gerade an Fahrt gewonnen – nun steht das Jahresziel unter Vorbehalt.
Schiffe blockiert, Rückholaktionen laufen
TUI Cruises hat die Abfahrten der „Mein Schiff 4″ und „Mein Schiff 5″ wegen anhaltender Luftraumsperrungen und Sicherheitsbedenken in der Region gestoppt. Die „Mein Schiff 4″ liegt in Abu Dhabi, die „Mein Schiff 5″ in Doha. Insgesamt wurden sechs Kreuzfahrten abgesagt – Ausfälle der „Mein Schiff 4″ reichen bis zum 23. März, jene der „Mein Schiff 5″ bis zum 12. März.
Rund 2.140 Gäste der „Mein Schiff 4″ wurden bereits über Dubai und Muscat zurückgeflogen, zwei Chartermaschinen landeten in der Nacht in Hannover. Die Passagiere der „Mein Schiff 5″ befinden sich noch an Bord in Doha; Rückflüge werden über Charterflüge und Kontingente bei Qatar Airways organisiert. TUI war dabei nicht allein: Insgesamt saßen laut der UN-Seeschifffahrtsorganisation IMO rund 15.000 Kreuzfahrtpassagiere verschiedener Reedereien in der Region fest.
Neben den direkten Logistikkosten verteuert ein konfliktbedingter Rohölpreisanstieg das Kerosin spürbar. Zudem müssen die „Mein Schiff 4″, „Mein Schiff 5″ und „Mein Schiff 6″ den Suezkanal meiden und stattdessen den Weg um das Kap der Guten Hoffnung nehmen – Mehrkosten von rund 22 Millionen Euro laut Expertenschätzungen. Eine geplante touristische Partnerschaft mit dem Oman wurde vorerst auf Eis gelegt.
Jahresziele noch im Blick – aber mit Bedingungen
Analysten von mwb research beziffern den Umsatzausfall für März auf etwa 50 Millionen Euro, der EBIT dürfte sich dadurch um rund 25 Millionen Euro verringern. Die Wachstumsziele für 2026 – ein Umsatzplus von 2 bis 4 Prozent sowie ein EBIT-Anstieg um 7 bis 10 Prozent – hat TUI bislang bestätigt. mwb research sieht diese Prognose derzeit nicht gefährdet, knüpft das jedoch an eine klare Bedingung: Die Lage im Nahen Osten muss sich bis April spürbar beruhigen.
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TUI-Chef Sebastian Ebel räumt ein, dass die Buchungszurückhaltung selbst bei einer schnellen Deeskalation noch Monate anhalten dürfte. Reisende weichen bereits auf die Karibik aus. Vor der Krise lief das Kreuzfahrtgeschäft auf Hochtouren: 99 Prozent Auslastung, 18 Prozent mehr verfügbare Passagiertage auf 11,4 Millionen und eine um 2 Prozent gestiegene Tagesrate von 235 Euro – diese Ausgangslage macht den Einbruch umso schmerzhafter.
Ebel und Finanzvorstand Mathias Kiep kauften zuletzt eigene Aktien und signalisierten damit Vertrauen in die operative Substanz des Konzerns. Parallel dazu treibt TUI seine Hotelpipeline weiter voran: Am 1. Juni 2026 eröffnet das „TUI Blue Yangtze Shanghai“, über 70 weitere Projekte weltweit befinden sich in der Entwicklung.
Die Aktie hat seit Jahresbeginn rund 21 Prozent verloren und notiert mit 7,09 Euro deutlich unterhalb ihrer gleitenden Durchschnitte. Am 13. Mai legt TUI den Halbjahresbericht vor – dann werden die Buchungsdaten für den Sommer 2026 zeigen, ob sich die Nachfrage stabilisiert hat und die Jahresziele noch erreichbar sind.
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