Ein Anteilsverkauf durch den Großaktionär Amundi drückte den Essener Industriekonzern zu Wochenbeginn auf den tiefsten Stand seit einem Jahr. Inzwischen formiert sich eine deutliche Gegenbewegung. Während die kriselnde Stahlsparte weiterhin rote Zahlen schreibt, entwickelt sich die Rüstungstochter TKMS zunehmend zum entscheidenden Stabilitätsanker für das Gesamtunternehmen.
Schwächelnder Stahlverkauf belastet
Der Auslöser für den jüngsten Kursrutsch, der die Aktie auf Monatssicht um über 24 Prozent einbrechen ließ, war der Rückzug von Europas größtem Vermögensverwalter. Amundi hatte seinen Stimmrechtsanteil am 13. März unter die Marke von fünf Prozent gesenkt. Fundamental lastet vor allem die ungewisse Zukunft von Thyssenkrupp Steel Europe auf der Bilanz. Die Verhandlungen über einen Verkauf an die indische Jindal Steel stocken offenbar bei der Frage der Kapitalausstattung für den europäischen Marktabschwung. Die finanziellen Folgen dieser Hängepartie sind enorm: Allein im ersten Quartal 2025/26 verbuchte der Konzern einen Nettoverlust von 334 Millionen Euro, primär getrieben durch hohe Restrukturierungskosten im Stahlbereich. Ein kleiner operativer Lichtblick bleibt die Dekarbonisierungsstrategie, durch die ab 2026 recycelter grüner Stahl an die BMW Group geliefert wird.
TKMS als lukratives Gegengewicht
Ein völlig anderes Bild zeichnet die Marine-Sparte. Seit dem Teil-Börsengang im Oktober 2025 hat die Aktie von Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS) rund 50 Prozent an Wert gewonnen. Der Essener Mutterkonzern profitiert über seinen verbliebenen Anteil von 51 Prozent direkt von dieser Entwicklung. Mit einem Auftragsbestand von 18,7 Milliarden Euro und aussichtsreichen U-Boot-Projekten in Indien und Kanada stützt das Rüstungsgeschäft die ansonsten angespannte Konzernarchitektur.
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Wichtige Termine im Blick
Ob die aktuelle Erholung – die Aktie notiert heute bei 8,33 Euro – nachhaltig ist, entscheidet sich in den kommenden Monaten. Das Management steht vor einem straffen Zeitplan, der die strategische Neuausrichtung definieren wird:
- Ende März 2026: Entscheidung über die Zukunft der Handelstochter Materials Services (Börsengang, Abspaltung oder Verkauf).
- 12. Mai 2026: Halbjahresbericht mit Updates zu den Verhandlungen mit Jindal Steel.
- 1. Juni 2026: Geplante Übertragung der HKM-Anteile an die Salzgitter AG.
Gelingt bei diesen anstehenden Meilensteinen ein strategischer Durchbruch, bietet die stark korrigierte Bewertung Raum für eine fundamentale Neubewertung. Ein Scheitern der Stahl-Ausgliederung würde die Gewinne der florierenden Rüstungssparte hingegen weiterhin aufzehren und das Erreichen der bilanziellen Ziele für das laufende Jahr massiv gefährden.
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