Meta stellt sein Zukunftsversprechen leise, aber deutlich neu ein. Statt Milliarden in ein kaum profitables Metaverse zu schieben, rücken künstliche Intelligenz, Infrastruktur und alltagstaugliche Hardware in den Vordergrund. Für Anleger geht es nun darum, ob dieser harte Schnitt die lange kritisierte Geldverbrennung in einen tragfähigen Wachstumspfad überführt.
Harte Einschnitte bei Reality Labs
Der sichtbarste Schritt: ein massiver Umbau bei Reality Labs, der Metaverse-Sparte. Rund 10 % der Belegschaft dort – etwa 1.000 bis 1.500 Stellen – werden gestrichen. Gleichzeitig schließt Meta mehrere VR-Gamestudios, darunter Armature und Twisted Pixel.
Hintergrund ist eine jahrelange Verlustserie. Seit 2021 hat Reality Labs über 70 Milliarden US‑Dollar angehäuft, allein im dritten Quartal 2025 lag der operative Verlust bei 4,4 Milliarden US‑Dollar. Das Management kappt nun Projekte im Bereich Virtual Reality und schichtet Mittel konsequent in KI-Wearables und Smartphone-Funktionen um.
Damit greift Meta eine Kernkritik vieler Investoren auf: Die hohen Metaverse-Ausgaben galten lange als kaum kontrolliert. Die neuen Maßnahmen signalisieren deutlich mehr Kostenfokus und Kapitaldisziplin in diesem Bereich.
Politische Absicherung und KI-Infrastruktur
Parallel dazu baut Meta die Führungsebene um – mit klarer Botschaft nach außen. Dina Powell McCormick wird Präsidentin und Vize-Vorsitzende. Sie bringt Erfahrung als stellvertretende Nationale Sicherheitsberaterin unter Donald Trump und als Top-Managerin bei Goldman Sachs mit.
An den Märkten wird der Schritt als Versuch gewertet, die politischen und regulatorischen Risiken der nächsten Ausbaustufe im KI-Bereich besser zu steuern. McCormick soll explizit die milliardenschweren Investitionen in KI-Infrastruktur und Rechenzentren begleiten. Dazu gehört vor allem die Sicherung großer Energiemengen für Rechenleistung im Gigawatt-Bereich – inklusive Grundlast- und Nuklearstrom.
Damit macht Meta deutlich: Der KI-Ausbau ist nicht nur ein Software-Thema, sondern eine Infrastrukturfrage mit engem Kontakt zu Regierungen und Aufsichtsbehörden.
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Ray-Ban-Brille als KI-Hardware-Testfall
Während das klassische Metaverse-Engagement schrumpft, baut Meta dort aus, wo Hardware tatsächlich beim Kunden ankommt. Berichte zufolge prüft der Konzern, die Produktion der KI-fähigen Ray-Ban-Smartglasses von 10 auf 20 Millionen Einheiten zu verdoppeln.
Die Nachfrage gilt als deutlich besser als bei den schweren VR-Headsets, die nie wirklich den Massenmarkt erreicht haben. Die Brillen-Kooperation mit Ray-Ban entwickelt sich damit zum handfesten Umsatztreiber und stützt den Strategiewechsel hin zu leichter, alltagstauglicher KI-Hardware.
Zugleich zeigt der Schritt, dass der „Pivot zu KI“ nicht nur aus Cloud-Diensten und Software besteht, sondern auch aus Produkten, die direkt am Verbraucher ansetzen.
Marktreaktion und Analystenkommentare
An der Börse stößt die Neuausrichtung zunächst auf Zurückhaltung. Die Aktie schloss gestern bei 631,09 US‑Dollar und liegt damit rund 11 % unter dem 52‑Wochen-Hoch, notiert aber deutlich über dem 52‑Wochen-Tief. Kurzfristig spiegelt das den Spagat zwischen Umbaukosten und erhoffter Effizienz wider.
Analysten reagieren differenziert:
- Wells Fargo bleibt bei „Overweight“, senkt das Kursziel jedoch leicht von 802 auf 795 US‑Dollar und verweist auf erhöhte kurzfristige Schwankungen durch den Umbau.
- Wedbush spricht von einem „disziplinierten“ Investitionsansatz und sieht den Rückzug aus der teuren Metaverse-Offensive langfristig positiv.
Charttechnisch hat die Aktie die 20- und 50-Tage-Durchschnitte nach unten durchbrochen, was auf kurzfristigen Verkaufsdruck hindeutet. Der übergeordnete Bewertungskonsens bleibt allerdings im Bereich „Moderates Kaufen“, auch wenn der Markt die Umsetzung der Maßnahmen noch genau prüft.
Die Kerndaten im Überblick
- Personalabbau: Rund 10 % der Reality-Labs-Belegschaft, etwa 1.000–1.500 Stellen
- Metaverse-Verluste: Über 70 Mrd. US‑Dollar seit 2021; 4,4 Mrd. US‑Dollar operativer Verlust in Q3 2025
- Hardware-Fokus: Geplante Verdopplung der Ray-Ban-Smartglasses-Produktion auf 20 Mio. Einheiten
- Strategische Personalie: Dina Powell McCormick als Präsidentin und Vize-Vorsitzende mit Fokus auf KI-Infrastruktur und Regierungsbeziehungen
- Ausrichtung: Klare Verschiebung von Metaverse-Experimenten hin zu KI-Plattform, Rechenzentren und alltagstauglicher KI-Hardware
Fazit: Vom Metaverse zur KI-Plattform
Unter dem Strich verabschiedet sich Meta Schritt für Schritt vom Bild eines reinen Metaverse-Pioniers und positioniert sich als KI-orientierter Infrastruktur- und Hardwarekonzern. Die drastischen Einschnitte bei Reality Labs, die prominente Besetzung für das KI-Geschäft und der Ausbau der Ray-Ban-Brillen zahlen alle auf dieses Ziel ein. Kurzfristig dominieren Umstrukturierungsrisiken und Kursvolatilität, mittel- bis langfristig hängt der Erfolg der neuen Strategie daran, ob Meta KI-Infrastruktur und verbrauchernahe KI-Produkte nachhaltig skalieren kann.
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