Der Leverkusener Pharmakonzern hat einen strategischen Schritt gewagt: Die Übernahme zweier experimenteller Bildgebungsmarker von Attralus soll die Diagnostik der kardialen Amyloidose revolutionieren. Doch kann dieser Deal tatsächlich die lang ersehnte Trendwende bringen?
Einstieg in ein Milliardengeschäft
Mit dem Erwerb der Kandidaten AT-01 und AT-05 stößt Bayer erstmals in den Markt für diagnostische Tracer vor. AT-01 befindet sich bereits in der zulassungsrelevanten Phase III und genießt in den USA den Status einer Breakthrough Therapy – eine Auszeichnung, die nur wenigen Wirkstoffen zuteilwird. Der zweite Kandidat AT-05 durchläuft noch die frühe klinische Phase I.
Der globale Markt für radiodiagnostische Tracer hatte 2024 ein Volumen von rund drei Milliarden US-Dollar. Branchenexperten erwarten in den kommenden Jahren ein deutliches Wachstum. Bayer positioniert sich mit seiner umfassenden Radiologie-Expertise gezielt in diesem expandierenden Segment.
Warum gerade diese Technologie?
Kardiale Amyloidose bleibt eine der am häufigsten übersehenen Herzerkrankungen. Weltweit sind schätzungsweise 400.000 Menschen betroffen, doch die Dunkelziffer dürfte erheblich höher liegen. Bei dieser Erkrankung lagern sich fehlgefaltete Proteine im Herzmuskel ab, was zu Herzinsuffizienz und Rhythmusstörungen führt.
Die erworbenen Bildgebungsmarker versprechen eine präzisere Früherkennung. AT-01 nutzt ein proprietäres Pan-Amyloid-Peptid, das mit Jod-124 markiert ist und verschiedene Amyloid-Typen – darunter ATTR und AL – in wichtigen Organen wie Herz, Niere und Leber aufspüren kann. Klinische Studien zeigten eine hohe Sensitivität und Spezifität bei der Detektion.
Strategische Offensive statt Schadensbegrenzung
„Mit dieser Akquisition treiben wir die Innovationsstrategie voran“, erklärte Pharma-Vorstand Stefan Oelrich. Die Übernahme fügt sich in Bayers erweiterte Präzisionskardiologie-Strategie ein. Der Konzern verfügt bereits über Beyonttra zur Behandlung von ATTR-Kardiomyopathie – die neuen Diagnostika könnten dieses Portfolio ideal ergänzen.
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Nelson Ambrogio, Präsident der Radiologie-Sparte, betonte die wachsende Bedeutung molekularer Diagnostik: „Mit neuen Therapien für bisher unzureichend behandelte Erkrankungen wird es zunehmend relevant, Krankheiten auf molekularer Ebene präzise zu erkennen und zu überwachen.“
Finanzieller Kraftakt oder kalkuliertes Risiko?
Die finanziellen Details der Transaktion wurden nicht offengelegt. Angesichts des fortgeschrittenen Entwicklungsstadiums von AT-01 und der strategischen Bedeutung dürfte der Kaufpreis jedoch substanziell ausgefallen sein. Attralus konzentriert sich nun auf seine therapeutischen Kandidaten, wobei AT-02 bereits Phase II erreicht hat.
Für Bayer könnte sich die Investition mehrfach auszahlen: Die Radiologie-Sparte generierte 2024 einen Umsatz von 2,1 Milliarden Euro. Der Einstieg in diagnostische Tracer öffnet ein zusätzliches Wachstumsfeld, das mit der bestehenden Infrastruktur – von Kontrastmitteln bis zu Flüssigkeitsabgabesystemen – synergistisch genutzt werden kann.
Renaissance nach Jahren des Niedergangs?
Die Bayer-Aktie durchlitt eine jahrelange Talfahrt, geprägt von Glyphosat-Rechtsstreitigkeiten und enttäuschenden Geschäftszahlen. Mit dem Jahreswechsel 2026 setzt der Konzern verstärkt auf strategische Zukäufe und Innovationen statt Schadensbegrenzung.
Ob dieser Deal die erhoffte Wende einleitet, hängt von der erfolgreichen Zulassung und Markteinführung ab. Die laufende Phase-III-Studie REVEAL mit AT-01 hat die Dosierung bereits abgeschlossen – die Ergebnisse könnten einen ersten Hinweis auf das kommerzielle Potenzial liefern. Die Bären müssen sich womöglich warm anziehen.
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