Der Leverkusener Polymerkonzern Covestro hat gestern die Geschäftszahlen für 2025 vorgelegt – und die fallen alles andere als erfreulich aus. Der Nettoverlust stieg auf 644 Millionen Euro, während der Umsatz um fast neun Prozent einbrach. Gleichzeitig treibt Mehrheitseigner XRG den Squeeze-out der Minderheitsaktionäre voran und das Management steht vor einem personellen Umbruch.
Die Zahlen zeigen deutlich: Covestro steckt in einer schweren operativen Krise. Das vierte Quartal fiel dabei besonders schwach aus und belastete die Jahresbilanz erheblich.
Viertes Quartal bricht dramatisch ein
Im Schlussquartal 2025 verdoppelte sich der Nettoverlust nahezu auf 378 Millionen Euro – nach 192 Millionen im Vorjahresquartal. Der Quartalsumsatz sackte um 13,7 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro ab. Das EBITDA halbierte sich regelrecht auf nur noch 91 Millionen Euro.
Verantwortlich für den Absturz waren vor allem massive Preisrückgänge. Im Segment Performance Materials fielen die Verkaufspreise um knapp elf Prozent, bei Solutions & Specialties um fünf Prozent. Hinzu kamen ungünstige Wechselkurseffekte.
Gesamtjahr: EBITDA bricht um ein Drittel ein
Auf Jahressicht erreichte das EBITDA 740 Millionen Euro – ein Minus von 31 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Immerhin lag das Ergebnis innerhalb der im Oktober auf 700 bis 800 Millionen Euro eingegrenzten Prognose. Der Free Operating Cash Flow rutschte ins Minus und betrug –283 Millionen Euro.
Beide Segmente litten unter dem schwierigen Marktumfeld. Performance Materials verbuchte einen Umsatzrückgang von zwölf Prozent auf 6,1 Milliarden Euro. Das EBITDA schrumpfte um 34 Prozent auf 375 Millionen Euro. Belastend wirkten neben den niedrigeren Margen auch die Kosten des Transformationsprogramms STRONG – darunter die Schließung der gemeinsam mit LyondellBasell betriebenen Anlage in Maasvlakte.
Solutions & Specialties verzeichnete einen Umsatzrückgang von 5,5 Prozent auf 6,6 Milliarden Euro. Das EBITDA sank um acht Prozent auf 681 Millionen Euro, wobei höhere Absatzmengen den Rückgang teilweise abfederten.
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Zusätzlich belastete der Brand im Chempark Dormagen, der seit Juli 2025 mehrere Anlagen lahmlegte. Der negative Effekt lag laut Covestro im niedrigen dreistelligen Millionen-Euro-Bereich.
XRG übernimmt Kontrolle vollständig
Die strategische Partnerschaft mit XRG wurde im Dezember 2025 abgeschlossen. Der Investor aus den Vereinigten Arabischen Emiraten hält mittlerweile 95,1 Prozent der Anteile. Eine Kapitalerhöhung über 1,17 Milliarden Euro stärkte zwar die Eigenkapitalbasis, doch im Januar leitete XRG bereits den Squeeze-out der verbliebenen Minderheitsaktionäre ein. Vorstand und Aufsichtsrat unterstützen diesen Schritt.
Parallel dazu beantragte Covestro den Wechsel vom Prime Standard in den General Standard der Frankfurter Börse – ein weiterer Schritt weg von der breiten Öffentlichkeit.
Hinzu kommt der personelle Umbruch an der Spitze: CEO Markus Steilemann wird seinen Vertrag über Mai 2028 hinaus nicht verlängern. CFO Christian Baier verlässt das Unternehmen bereits im September 2026.
Verhaltener Ausblick ohne konkrete Zahlen
Für 2026 verzichtet Covestro erstmals auf quantitative Prognosen. Das EBITDA soll in etwa auf Vorjahresniveau verharren – mit einer möglichen Abweichung im einstelligen Prozentbereich. Beim Free Operating Cash Flow und der Kapitalrendite erwartet der Konzern eine deutliche Verbesserung.
Die Begründung für die Zurückhaltung klingt wenig optimistisch: Eine nachhaltige Erholung der globalen Nachfrage sei nicht absehbar. Überkapazitäten, Preisdruck und protektionistische Handelspolitik prägten das Umfeld weiterhin. Eine Dividende gibt es für 2025 nicht.
Das Transformationsprogramm STRONG hat bis Ende 2025 zwar Einsparungen von 275 Millionen Euro erzielt. Bis Ende 2028 sollen jährlich 400 Millionen Euro eingespart werden. Ob das ausreicht, um Covestro nachhaltig auf Kurs zu bringen, bleibt angesichts des schwierigen Marktumfelds offen.
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