Für den Leverkusener Konzern steht eine entscheidende Woche bevor. Während die Pharmasparte mit starken klinischen Daten punktet, formiert sich massiver Widerstand gegen den geplanten Vergleich im Glyphosat-Streit. Am kommenden Mittwoch droht eine brisante Mischung aus Jahreszahlen und juristischen Hürden, die die jüngste Erholung der Aktie auf die Probe stellen könnte.
Widerstand gegen Einigung
Im Zentrum der aktuellen Unsicherheit steht das wichtigste juristische Vorhaben des Konzerns: Ein nationaler Sammelvergleich über 7,25 Milliarden Dollar, der aktuelle und künftige Klagen wegen Non-Hodgkin-Lymphom-Verletzungen durch Roundup beilegen soll. Doch der Zeitplan wankt.
Insgesamt 14 Anwaltskanzleien, die rund 20.000 Kläger vertreten, wollen die für den 4. März angesetzte Anhörung verhindern. Ihr Vorwurf: Das über 600 Seiten starke Vertragswerk sei ihnen erst am 17. Februar zugestellt worden – zu kurz für eine seriöse Prüfung. Sie fordern eine Verschiebung um mindestens 60 Tage. Sollte das Gericht diesem Antrag stattgeben, würde sich die Hängepartie für Bayer bis in den späten Frühling verlängern. Dies betrifft einen Großteil der noch rund 65.000 offenen Fälle in den USA.
Die finanziellen Folgen
Die wirtschaftlichen Auswirkungen dieser Rechtsstreitigkeiten sind bereits in der Bilanz sichtbar. Die Rückstellungen und Verbindlichkeiten für Rechtsstreitigkeiten stiegen per 30. September 2025 von 7,8 auf 11,8 Milliarden Euro an – allein 9,6 Milliarden Euro entfallen dabei auf den Glyphosat-Komplex.
Für das laufende Jahr 2026 rechnet Bayer aufgrund erwarteter Auszahlungen von rund 5 Milliarden Euro mit einem negativen Free Cashflow. Die Finanzierung ist zwar durch eine Kreditlinie von 8 Milliarden US-Dollar sowie geplante Anleiheemissionen gesichert, doch die Belastung drückt auf die Stimmung. Eine Kapitalerhöhung schließt das Management derzeit aus. An der Börse spiegelt sich diese Skepsis wider: Mit einem Schlusskurs von 41,75 Euro am Freitag notiert das Papier gut 15 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch.
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Hoffnungsträger in der Pipeline
Fast unbemerkt vom juristischen Lärm liefert die Pharmasparte positive Nachrichten. Neue Phase-III-Daten der Studie PEACE-3 belegen, dass das Krebsmedikament Xofigo in Kombination mit Enzalutamid das Sterberisiko bei fortgeschrittenem Prostatakarzinom signifikant senkt.
Die Kombinationstherapie verlängerte das mediane Gesamtüberleben auf 38,2 Monate, verglichen mit 32,6 Monaten bei der Standardtherapie. Das entspricht einer Reduktion des Sterberisikos um 24 Prozent. Allerdings erkaufen sich Patienten diesen Zeitgewinn mit höheren Nebenwirkungen: Schwere behandlungsbedingte Ereignisse traten bei knapp 70 Prozent der Patienten in der Kombinationsgruppe auf.
Der kommende Mittwoch, der 4. März 2026, markiert nun den entscheidenden Termin für Anleger. Um 7:30 Uhr MEZ veröffentlicht Bayer den Geschäftsbericht für 2025 samt Ausblick, bevor sich der Blick auf die Anhörung in Missouri richtet. Langfristig hängt vieles vom US Supreme Court ab, der bis Juni im Fall Durnell entscheiden soll – ein Urteil, das die Klagewelle final eindämmen könnte.
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