IREN treibt den Schwenk von Bitcoin-Mining hin zu KI-Cloud-Diensten weiter voran. Nach den Zahlen für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2026 (veröffentlicht vor einer Woche) legte die Aktie zwar um gut 5% zu. Operativ zeigt der Bericht aber vor allem: Der Übergang ist teuer und drückt kurzfristig auf Umsatz und Ergebnis.
Wichtigste Punkte aus dem Quartal:
– Umsatz: 184,7 Mio. US-Dollar (unter Erwartungen)
– Nettoergebnis: Verlust von 155,4 Mio. US-Dollar (nach 384,6 Mio. US-Dollar Gewinn im Vorquartal)
– AI-Cloud-Umsatz: 17,3 Mio. US-Dollar (+137% zum Vorquartal)
– Bitcoin-Umsatz: 167,4 Mio. US-Dollar (-28,2% zum Vorquartal)
Zahlenbild: KI wächst, Mining fällt
Der Umsatzrückgang hing vor allem mit dem zurückgefahrenen Bitcoin-Mining zusammen. Hintergrund: IREN verlagert Kapazitäten und Investitionen in Richtung KI-Infrastruktur. Das sieht man deutlich an der Umsatzverteilung: Während die Bitcoin-Erlöse sequenziell sanken, wuchs der KI-Cloud-Bereich kräftig – allerdings von einer noch kleinen Basis.
Beim operativen Ergebnis fiel das Bild gemischt aus. Das bereinigte EBITDA lag bei 75,3 Mio. US-Dollar (nach 91,7 Mio. US-Dollar im Vorquartal). Positiv: Die bereinigte EBITDA-Marge stieg auf 41% (zuvor 38%). Heißt unterm Strich: Weniger Umsatz, aber effizientere Kostenstruktur.
Finanzierung: Milliarden für GPUs
Eine zentrale Nachricht aus dem Quartal war die Absicherung der KI-Expansion über große Finanzierungsbausteine. IREN meldete 3,6 Mrd. US-Dollar GPU-Finanzierung, verknüpft mit dem Microsoft-Vertrag, zu einem Zins von unter 6% p.a.. Dazu kommen 1,9 Mrd. US-Dollar an Kunden-Vorauszahlungen von Microsoft. Zusammen sollen diese Mittel laut Unternehmen rund 95% der GPU-bezogenen Investitionen abdecken.
Entsprechend sprang auch die Liquidität: Cash und Cash-Äquivalente lagen zum 31. Dezember 2025 bei 3,26 Mrd. US-Dollar, nach 1,03 Mrd. US-Dollar zum Ende des Vorquartals. Insgesamt bezifferte IREN die Finanzierung im laufenden Geschäftsjahr bisher auf 9,2 Mrd. US-Dollar (u.a. Vorauszahlungen, Wandelanleihen, GPU-Finanzierung).
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Kapazität und Konkurrenz: Der Wettlauf um Strom
Beim Ausbau der Energie- und Rechenzentrumsbasis setzt IREN auf Größe: Ein neuer 1,6-GW-Campus in Oklahoma hebt die gesicherte, netzgebundene Leistung auf mehr als 4,5 GW. Das Management betonte, das Ziel von 3,4 Mrd. US-Dollar annualisiertem Run-Rate-Umsatz (ARR) bis Ende 2026 würde nur etwa 10% dieser Leistung auslasten – also viel Spielraum lassen. Was heißt das konkret? Das ARR-Ziel ist nicht durch Stromknappheit limitiert, sondern hängt vor allem an Umsetzung und Nachfrage.
Unter Vertrag stehen laut Unternehmen derzeit rund 2,3 Mrd. US-Dollar ARR – inklusive des großen Microsoft-Deals sowie 0,4 bis 0,5 Mrd. US-Dollar aus dem Standort Prince George.
Gleichzeitig wird der Markt enger. TeraWulf will durch Zukäufe in Kentucky und Maryland rund 1,5 GW Leistung hinzufügen und käme damit auf etwa 2,8 GW über fünf Standorte. Applied Digital baut mit Delta Forge 1 an einem KI-Rechenzentrum, das in der ersten Phase bis zu 430 MW Utility Power unterstützen soll; der Start des Betriebs ist für Mitte 2027 avisiert.
Am Kursbild sieht man die Nervosität: In den vergangenen drei Monaten fiel die Aktie laut Zacks um 30,5% und damit stärker als die Branche (-17,3%).
Analysten: Uneinheitliche Signale
Nach dem Quartalsbericht gingen die Einschätzungen auseinander. B. Riley hob das Kursziel auf 83 US-Dollar (von 74) an und blieb bei Buy. Compass Point bestätigte Buy mit 105 US-Dollar Kursziel. JPMorgan blieb dagegen bei Underweight.
Zum operativen Plan sagte IREN, die Erweiterung auf 140.000 GPUs liege im Zeitplan, um bis Ende 2026 die anvisierten 3,4 Mrd. US-Dollar ARR zu erreichen. Genannt wurden Fortschritte bei Childress Horizon 1–4 für die Microsoft-Auslastung sowie der Ausbau in British Columbia, wo bereits 0,4 Mrd. US-Dollar ARR kontrahiert seien.
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