Eutelsat hat mit einer Anleiheemission über 1,5 Milliarden Euro seine Refinanzierung auf ein neues Fundament gestellt. Das Timing ist kein Zufall: Während das LEO-Geschäft rund um OneWeb kräftig wächst, bleibt das klassische GEO- und Broadcast-Segment ein Bremsklotz. Doch wie viel Luft verschafft sich der Konzern damit tatsächlich?
1,5 Milliarden Euro: Neue Anleihen, klarer Plan
Eutelsat hat zwei Tranchen Senior Notes zu pari platziert: 850 Millionen Euro mit Fälligkeit 2031 zu 5,75% Kupon sowie 650 Millionen Euro bis 2033 zu 6,25%. Beide Anleihen sind durch Eutelsat S.A. sowie OneWeb Holdings Limited garantiert.
Der Abschluss der Platzierung ist für den 5. März vorgesehen. Mit den Erlösen und einer neuen Kreditfazilität über 400 Millionen Euro will Eutelsat bestehende Anleihen vollständig zurückzahlen, Bankfazilitäten tilgen und die Liquidität stärken. Ziel der Maßnahme: teurere Altschulden ersetzen, Laufzeiten strecken und die Kapitalstruktur vereinfachen.
Konkret werden vollständig abgelöst:
– die 600-Millionen-Euro-Anleihe (2,25%, fällig 2027)
– die 600-Millionen-Euro-Anleihe (9,75%, fällig 2029)
– der Terminkredit sowie die revolvierende Kreditlinie aus 2021
Halbjahreszahlen: LEO legt zu, GEO verliert
Im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2026 kam Eutelsat auf 591,6 Millionen Euro Umsatz. Auf vergleichbarer Basis blieb der Umsatz stabil, auf berichteter Basis lag er 2,4% niedriger. Das bereinigte EBITDA sank um 8% auf 308 Millionen Euro.
Der Wachstumsanker bleibt das LEO-Segment: Die LEO-Erlöse stiegen im Halbjahr um knapp 60% und trieben das Konnektivitätsgeschäft. Gleichzeitig zeigte sich die Schwäche im klassischen GEO-Bereich: GEO-Konnektivität ging um 4,5% zurück, und die Broadcast-Erlöse fielen auf 266,5 Millionen Euro – rund 45 Millionen Euro weniger als im Vorjahreszeitraum.
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Ein auffälliger Lichtblick kommt aus der Luftfahrt: Zum 31. Dezember 2025 waren fast 600 Bordantennen installiert, der Auftragsbestand lag bei mehr als 1.500 Flugzeugen. Sechs Monate zuvor standen 100 Installationen und 1.000 Flugzeuge im Orderbuch.
Ratings, Staatseinfluss und ein Dämpfer beim Schuldenziel
Nach der Kapitalerhöhung erhielt Eutelsat Rating-Upgrades: Moody’s hob um zwei Stufen auf Ba3 (stabil), Fitch um drei Stufen auf BB (stabil). Ba3 bleibt zwar Non-Investment-Grade, signalisiert aber eine verbesserte, wenn auch weiterhin erhöhte Verschuldungslage.
Eine Rolle spielt dabei der Status als staatsbezogener Emittent: Der französische Staat hält 29,65% und ist größter Aktionär. Zusätzlich stehen fast 1 Milliarde Euro Exportkreditagentur-Finanzierung zur Verfügung. Außerdem beteiligt sich Eutelsat mit 2 Milliarden Euro am EU-Programm IRIS².
Belastend wirkte zuletzt ein geplatzter Verkauf der passiven Bodeninfrastruktur an EQT Infrastructure VI. Der erwartete Nettozufluss hätte rund 550 Millionen Euro betragen. Die Finanzziele für 2025/26 bleiben grundsätzlich unverändert, allerdings wird der Nettoverschuldungsgrad zum Jahresende nun bei etwa 2,7x erwartet – statt 2,5x.
Im Ausblick setzt Eutelsat weiter auf OneWeb: Für das laufende Geschäftsjahr werden OneWeb-Erlöse von bis zu 280 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Für 2029 bekräftigte das Unternehmen die Langfristprognose von 1,5 bis 1,7 Milliarden Euro Umsatz. Operativ untermauert Eutelsat den LEO-Fokus mit zusätzlichen Satellitenbestellungen: 340 weitere OneWeb-Satelliten kommen zu einer früheren Order über 100 hinzu, insgesamt also 440 neue Satelliten. Die Bruttoinvestitionen für 2026 erwartet Eutelsat nun bei rund 900 Millionen Euro (zuvor 1,0 bis 1,1 Milliarden Euro).
Die nächsten Quartalszahlen legt Eutelsat am 12. Mai vor – dann wird auch sichtbar, ob der LEO-Hochlauf die Schwäche im GEO- und Broadcast-Geschäft weiter auffangen kann und wie sich der angepasste Verschuldungsgrad von rund 2,7x in den Finanzkennzahlen widerspiegelt.
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