Procter & Gamble will wieder mehr Tempo aufnehmen – und setzt dabei auf eine Mischung aus Produktinnovationen, Digitaloffensive und klaren Investitionssignalen. Auf der CAGNY-Konferenz heute stellte das Management konkrete Hebel vor, um mit Inflation, zersplitterten Medienkanälen und dem Wandel im Handel umzugehen. Im Mittelpunkt: die Frage, wie schnell sich die zuletzt spürbaren Gegenwinde im US-Geschäft ausgleichen lassen.
Neuer CEO erklärt die Agenda
Für CEO Shailesh Jejurikar war es der erste Auftritt bei dem jährlichen Investoren-Treffen. Gemeinsam mit CFO Andre Schulten und CIO Seth Cohen skizzierte er die „integrierte Wachstumsstrategie“ – ergänzt um kurzfristige Maßnahmen, die die Entwicklung beschleunigen sollen. P&G setzt dabei auf „konstruktive Disruption“ und Digitalprojekte, um die Führungspositionen in wichtigen Produktkategorien zu festigen.
Gleichzeitig räumte das Team ein, dass das erste Halbjahr des Geschäftsjahres 2026 belastet war. Der Grund lag laut CFO Schulten vor allem in Basiseffekten aus dem Vorjahr: Hamsterkäufe und Verschiebungen durch Hafenstreiks und Hurrikans hatten das Vergleichsniveau verzerrt. Diese Effekte trafen besonders den US-Markt – außerhalb der USA legten die organischen Umsätze im ersten Halbjahr dagegen um über 2% zu.
Tide Evo und ein Comeback der Kernmarke
Ein zentraler Baustein der Präsentation war Tide Evo, das P&G als größte Innovation im Waschmittelbereich bezeichnet. Das Produkt setzt auf hochkonzentrierte Tenside, die zu einzelnen Fasern „versponnen“ werden. Heraus kommt eine Art Einzeldosis-Format, das Plastikflaschen und überschüssiges Wasser überflüssig machen soll.
Der nationale Rollout ist bestätigt: Vorverkauf läuft bereits über ausgewählte Händler, in den kommenden Wochen sollen die Produkte regulär in die Läden kommen. P&G hatte Tide Evo erst am 17. Februar angekündigt und als „weltweite Premiere“ positioniert.
Zusätzlich verwies Jejurikar auf ein wichtiges Signal aus dem bestehenden Sortiment: Tide Original Liquid – rund ein Viertel der Tide-Nutzer entfällt auf dieses Produkt – wurde nach eigenen Angaben so stark überarbeitet wie seit mehr als zwei Jahrzehnten nicht mehr. Seit dem Start habe sich die Entwicklung von rückläufigen Zahlen zu zweistelligem Wachstum in den vergangenen drei Monaten gedreht.
Internationaler Rückenwind und AI als Beschleuniger
P&G stellte mehrere Beispiele vor, die zeigen sollen, wo Wachstum aktuell herkommt: In „Greater China“ legte das Baby-Care-Geschäft organisch zweistellig zu und gewann fast 3 Prozentpunkte Marktanteil. In Mexiko wuchs Downy (Weichspüler/Fabric Enhancers) organisch zweistellig, mit einem Wertanteilsplus von über 4 Punkten seit Einführung. In Brasilien meldete Pantene 30% Umsatzwachstum – nach einer Umstellung hin zu nutzergenerierten Inhalten und Influencer-Marketing. Insgesamt wachse Lateinamerika im hohen einstelligen Bereich, mit Marktanteilsgewinnen in nahezu jedem Markt.
Auf der Technologie-Seite betonte CIO Cohen den Einsatz von KI, etwa bei der molekularen Entdeckung zur schnelleren Produktentwicklung. Als Beispiel nannte P&G ein Pantene-Spray, das mithilfe digitaler „Konsumenten-Zwillinge“ vorab getestet wurde, bevor eine Validierung mit echten Verbrauchern folgte. Zudem hob das Unternehmen die Stärke der Lieferkette hervor: Gartner habe P&G zum elften Mal als eine von weltweit nur vier Supply Chains in der „Masters“-Kategorie ausgezeichnet.
Zum Marktbild: Die P&G-Aktie schloss heute bei 156,99 US-Dollar (+0,60%) und liegt seit Jahresbeginn mit +10,66% im Plus.
Im Ausblick blieb CFO Schulten klar: P&G will weiter konsequent investieren „ohne auf die Bremse zu treten“ – und rechnet mit einer schrittweisen Verbesserung von Umsatz und Ergebnis in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres 2026 sowie darüber hinaus. Entscheidend wird sein, ob die angekündigten Innovationen wie Tide Evo schnell genug skalieren und die US-Basiseffekte wie erwartet auslaufen.
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