Während die europäische Automobilbranche mit historischen Verlusten und strategischen Unsicherheiten kämpft, baut ein US-Finanzschwergewicht seine Position bei Mercedes-Benz aus. Die Bank of America hat die wichtige Meldeschwelle von fünf Prozent überschritten – allerdings auf einem Weg, der eher auf komplexe Absicherungsgeschäfte als auf ein reines Investitionsvertrauen hindeutet.
Derivate statt Direktkauf
Die heute veröffentlichte Stimmrechtsmitteilung offenbart eine interessante Struktur der Beteiligung. Zwar hält die US-Bank nun insgesamt 5,01 Prozent der Stimmrechte am Stuttgarter Autobauer (zuvor 4,84 Prozent), doch der direkte Aktienbesitz spielt dabei kaum eine Rolle. Lediglich 0,22 Prozent entfallen auf physische Aktien.
Der Löwenanteil von 4,79 Prozent wird über Finanzinstrumente abgebildet. Das Portfolio der Bank umfasst dabei eine Mischung aus Rückkaufsoptionen (Calls), Verkaufsoptionen (Puts) und Swaps. Besonders physische Call-Optionen mit Laufzeiten bis Februar 2028 dominieren die Position. Eine solche Konstruktion deutet oft darauf hin, dass institutionelle Anleger nicht zwangsläufig auf steigende Kurse setzen, sondern Volatilität handeln oder Arbitrage-Geschäfte absichern.
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Umfeld voller Warnsignale
Der Zeitpunkt der Aufstockung fällt in eine turbulente Marktphase. Der Sektor steht unter massivem Druck, was sich exemplarisch am Konkurrenten Stellantis zeigt, der parallel Abschreibungen in Milliardenhöhe und einen vorläufigen Jahresverlust von über 22 Milliarden Euro für 2025 meldete. Die Transformation zur Elektromobilität fordert ihren finanziellen Tribut.
Auch die Mercedes-Aktie konnte sich diesem Trend nicht entziehen. Seit Jahresanfang verzeichnet das Papier ein Minus von 4,62 Prozent und notiert aktuell bei 58,80 Euro. Der Kurs bewegt sich damit weiterhin unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 55,40 Euro, was den übergeordneten Abwärtstrend charttechnisch bestätigt.
Fazit: Vorsicht dominiert
Die Bank of America nutzt die aktuelle Phase für eine strategische Neupositionierung, ohne dabei massiv ins direkte Aktienrisiko zu gehen. Die hohe Quote an Derivaten zeigt, dass professionelle Akteure trotz der günstigen Bewertung im Sektor weiterhin Absicherungen bevorzugen. Solange die geopolitischen Spannungen und die strukturellen Probleme der Branche anhalten, dürfte die Volatilität, die aktuell bei rund 21 Prozent liegt, hoch bleiben.
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