Ein schwacher Kurs, skeptische Anleger – und ausgerechnet jetzt erhöht BlackRock sein Engagement bei TeamViewer. Der Einstieg des weltgrößten Vermögensverwalters fällt in eine Phase, in der die Aktie nahe ihrem Jahrestief notiert und die Stimmung alles andere als euphorisch ist. Genau diese Konstellation macht die Bewegung in der Aktionärsstruktur interessant: Setzen institutionelle Investoren wieder vorsichtig auf eine Erholung?
BlackRock überschreitet Meldeschwelle
Am 15. Januar hat BlackRock seine Beteiligung an TeamViewer über eine neue Schwelle gehoben. Laut der am Dienstagabend veröffentlichten Stimmrechtsmitteilung nach § 40 WpHG liegt der Gesamtstimmrechtsanteil nun bei 5,87 Prozent, nach zuvor 5,68 Prozent.
Die Beteiligung setzt sich aus zwei Komponenten zusammen:
- 5,08 % direkt gehaltene Aktien (rund 8,3 Mio. Stück)
- 0,79 % über Finanzinstrumente (u. a. Wertpapierleihe)
Der Schritt fällt in eine Phase, in der der Kurs mit 5,43 Euro praktisch auf 52‑Wochentief notiert. Auf Sicht von zwölf Monaten steht ein Rückgang von rund 49 Prozent zu Buche, der Abstand zum Hoch von 13,42 Euro beträgt knapp 60 Prozent. Die Aktie läuft damit deutlich unter ihren gleitenden Durchschnitten; der 200‑Tage-Durchschnitt liegt bei 8,26 Euro, der RSI von 27,6 signalisiert ein überverkauftes Niveau.
Antizyklisches Signal am Tief?
Die absolute Erhöhung von 5,68 auf 5,87 Prozent ist moderat, die Richtung jedoch klar: BlackRock baut trotz schwachem Kursverlauf aus. Das geschieht vor dem Hintergrund gesenkter Prognosen für 2025 und kritischer Short-Seller-Berichte, die den Titel in den vergangenen Monaten zusätzlich belastet haben.
Operativ kämpft das Unternehmen mit einer verlangsamten Umsatzdynamik und einem Umfeld, in dem wachstumsorientierte Tech-Werte mit hohen F&E-Ausgaben an der Börse schwerer durchkommen. Gleichzeitig arbeitet TeamViewer an einer Verschiebung hin zu größeren Unternehmenskunden über die Enterprise-Plattform „Tensor“ und ein ausgebautes MSP-Partnerprogramm.
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In diesem Spannungsfeld wirkt der Zukauf wie ein gezieltes Stabilisierungssignal aus institutioneller Hand. Marktbeobachter können daraus ableiten, dass auf dem aktuellen Kursniveau das Chance-Risiko-Verhältnis wieder attraktiver eingeschätzt wird – vor allem, wenn sich der Bereich um 5,40 Euro als tragfähige Unterstützungszone erweist.
Profitabilität als Gegenargument zur Skepsis
Trotz der gedämpften Wachstumsaussichten bleibt die Profitabilität ein wichtiger Gegenpol zur negativen Kursentwicklung. In den Q3‑Zahlen 2025 meldete TeamViewer eine EBITDA-Marge von rund 46 Prozent. Das unterstreicht die Cashflow-Stärke des Lizenz- und Subskriptionsmodells, auch wenn das Umsatzwachstum hinter früheren Erwartungen zurückbleibt.
Dass BlackRock in dieser Lage aufstockt, lässt sich als Vertrauensbeleg in genau diese Ertragsbasis interpretieren. Parallel bleibt das Umfeld für europäische Tech-Werte anspruchsvoll: eine schwache deutsche Konjunktur mit minimalem BIP-Wachstum und die Unsicherheit über mögliche US-Zölle belasten die Bewertungsmultiples im Sektor.
Ausblick: Bewährungsprobe über Zahlen
Kurzfristig richtet sich der Blick darauf, ob der Bereich um das 52‑Wochentief bei 5,42 Euro hält. Gelingt dort eine Stabilisierung, könnte der erhöhte Anteil eines Großinvestors den Verkaufsdruck zumindest begrenzen.
Entscheidend wird jedoch die operative Entwicklung: Mit den kommenden Finanzberichten muss das Management zeigen, dass die Enterprise-Strategie sowie Investitionen in KI- und AR-Lösungen Umsatz und Profitabilität tragen können. Gelingt dieser Nachweis, hätte die aktuell gedrückte Bewertung Potenzial für eine Neubewertung nach oben; bleiben die Fortschritte aus, dürfte der Kurs in der Nähe des Tiefs festhängen.
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