Die Aktie des britischen Energieriesen notiert aktuell in Reichweite ihres Jahreshochs, getrieben von geopolitischen Spannungen und einem starken Ölpreis. Doch der Schein trügt womöglich: Hinter der robusten Kursfassade kämpft der Konzern mit einem abrupten Strategiewechsel und der überraschenden Aussetzung seines Aktienrückkaufprogramms. Während Anleger den kurzfristigen Rückenwind durch den Ölmarkt nutzen, warnen Analysten vor den fundamentalen Rissen im Geschäftsmodell.
Radikale Kehrtwende beim Konzernumbau
Der primäre Treiber für die jüngste Kursstärke ist externer Natur. Die Furcht vor einer Eskalation zwischen den USA und dem Iran hat die Risikoprämien an den Rohstoffmärkten in die Höhe getrieben und Öl auf ein Sieben-Monats-Hoch befördert. Für BP ist dies jedoch ein zweischneidiges Schwert. Zwar profitiert das klassische Geschäft von hohen Preisen, doch intern vollzieht das Unternehmen gerade eine schmerzhafte Abkehr von seiner bisherigen „Grünen Strategie“.
BP hat Abschreibungen in Höhe von rund 5,4 Milliarden US-Dollar auf Erneuerbare Energien und Biogas-Anlagen vorgenommen. Dies markiert einen entscheidenden Rückzug von den einstigen Ambitionen im Bereich der Energiewende. Die Unternehmensführung betont nun wieder die Chancen im traditionellen Upstream-Geschäft – also der Öl- und Gasförderung.
Rückkaufstopp verunsichert Investoren
Die wohl kritischste Nachricht für Aktionäre bleibt die Entscheidung vom 10. Februar, das quartalsweise Aktienrückkaufprogramm im Volumen von 750 Millionen US-Dollar auszusetzen. Es ist das erste Mal seit Beginn der Pandemie, dass BP diesen für die Kurspflege wichtigen Schritt unterbricht.
Das Management begründet die Maßnahme mit der Notwendigkeit, die Bilanz zu stärken. Der Fokus liegt nun auf dem Schuldenabbau: Bis Ende 2027 soll die Nettoverschuldung auf 14 bis 18 Milliarden US-Dollar sinken. Um Liquidität zu generieren, plant BP zudem den Verkauf einer 65-prozentigen Beteiligung an der Schmierstoffmarke Castrol, was rund 6 Milliarden US-Dollar in die Kassen spülen soll.
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Analysten reagieren skeptisch
Die Kombination aus Strategiewechsel und gestrichenen Rückkäufen hat zu einer spürbaren Zurückhaltung bei Marktbeobachtern geführt. Der Analystenkonsens hat sich auf „Hold“ eingependelt. Institute wie HSBC und Freedom Capital Markets reagierten im Februar bereits mit Herabstufungen.
Dennoch zeigt sich die Aktie charttechnisch widerstandsfähig. Mit einem aktuellen Kurs von 5,45 Euro notiert das Papier nur knapp unter dem 52-Wochen-Hoch von 5,50 Euro. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 7,39 Prozent zu Buche, was die Diskrepanz zwischen der fundamentalen Skepsis der Analysten und der aktuellen Marktstimmung verdeutlicht.
Ausblick
Der April markiert mit dem Amtsantritt der neuen CEO Meg O’Neill die nächste entscheidende Phase für den Konzern. Investoren erwarten dann Klarheit darüber, ob der radikale Schwenk zurück zum Ölgeschäft und die laufenden Desinvestitionen ausreichen, um das Vertrauen des Kapitalmarkts langfristig zurückzugewinnen. Bis die strategische Neuausrichtung greift, dürfte die Aktie jedoch primär ein Spielball der volatilen geopolitischen Nachrichtenlage bleiben.
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