Robinhood bleibt ein Paradebeispiel für extreme Schwankungen am Markt. Nach einer kurzen Rally zum Jahresstart hat die Aktie einen Teil ihrer jüngsten Gewinne wieder abgegeben. Damit rückt erneut die Frage in den Fokus, wie stabil die Basis für die hohe Bewertung wirklich ist.
Kurze Rally, schnelle Ernüchterung
Am 5. Januar legte die Aktie in einem Zug fast 7 % zu, getragen von einem starken Gesamtmarkt und frischem Interesse an Krypto-Werten. In den darauffolgenden drei Handelstagen drehte die Bewegung jedoch wieder nach unten; der Titel schloss gestern bei 115,39 US‑Dollar und liegt damit rund 12 % unter seinem 52‑Wochen-Hoch.
Die jüngste Entwicklung unterstreicht die hohe Volatilität des Papiers. Der Kurs hat sich auf Sicht von zwölf Monaten zwar nahezu verdreifacht, schwankt aber deutlich stärker als der Gesamtmarkt. Ein RSI von 76 signalisiert zudem ein technisch überkauftes Niveau, während der Kurs klar über allen wichtigen gleitenden Durchschnitten liegt.
Analysten werden vorsichtiger
Zusätzlichen Druck brachte diese Woche eine Anpassung der Kursziele durch mehrere Banken. Barclays senkte sein Ziel von 171 auf 159 US‑Dollar, bestätigte aber die Einstufung „Overweight“. Trotz der Kürzung sieht das Haus vom aktuellen Niveau aus noch deutliches Aufwärtspotenzial.
Auch Needham wurde zurückhaltender und reduzierte das Kursziel von 145 auf 135 US‑Dollar. Begründung: Erwartete Schwäche bei den Kryptoumsätzen in den kommenden Quartalen. Der Blick auf den Analysten-Konsens zeigt ein gemischtes Bild:
- Konsensrating: „Moderate Buy“
- Durchschnittliches Kursziel: 136,20 US‑Dollar
- 17 Kaufempfehlungen, 5 Halteempfehlungen, 2 Verkaufsempfehlungen
- Spannweite der Kursziele: 92 bis 180 US‑Dollar
Die Bandbreite verdeutlicht, wie unterschiedlich die Erwartungen an das weitere Wachstum und die Ertragskraft eingeschätzt werden.
Rekordjahr 2025 im Rücken
Fundamental blickt Robinhood auf ein außergewöhnlich starkes Jahr 2025 zurück. Die Aktie legte im Jahresverlauf um mehr als 200 % zu – getragen von einer klar verbesserten operativen Entwicklung:
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- Rekordumsatz im dritten Quartal von 1,274 Mrd. US‑Dollar (+100 % YoY)
- Kryptoumsatz mit einem Plus von 300 % gegenüber dem Vorjahr
- 3,9 Mio. Gold-Abonnenten (+76 % YoY)
- Aufnahme in den S&P 500 im September 2025
Zudem wurde das Geschäftsmodell deutlich breiter aufgestellt: Inzwischen tragen elf Sparten jeweils mehr als 100 Mio. US‑Dollar Jahresumsatz bei, nach nur zwei solchen Bereichen im Jahr 2022. Das verschafft dem Unternehmen mehr Standbeine, auch wenn ein großer Teil der Erlöse weiter stark markt- und volumenabhängig bleibt.
Insiderverkäufe dämpfen Stimmung
Auf der Negativseite sorgten in den vergangenen 90 Tagen deutliche Insiderverkäufe für Gesprächsstoff. Laut jüngsten SEC-Meldungen haben Führungskräfte rund 3,3 Mio. Aktien im Wert von etwa 414 Mio. US‑Dollar veräußert, darunter auch Mitgründer Baiju Bhatt und CEO Vladimir Tenev.
Solche Verkäufe müssen nicht zwangsläufig eine negative Aussage über die Geschäftsperspektiven haben, werden von Marktteilnehmern aber häufig als Signal zunehmender Vorsicht interpretiert – zumal nach einem Kurslauf dieser Größenordnung.
Hohe Erwartungen vor den Q4-Zahlen
Der Blick richtet sich nun auf die Zahlen zum vierten Quartal und Gesamtjahr 2025, die am 10. Februar 2026 vorgelegt werden sollen. Auf der Telefonkonferenz werden CEO Vlad Tenev und der neue CFO Shiv Verma gemeinsam auftreten – ein sichtbarer Wechsel an der Finanzspitze.
Gleichzeitig startet Robinhood mit mehreren Belastungsfaktoren ins neue Jahr:
- Eine SEC-Strafe von 45 Mio. US‑Dollar wegen AML- und Compliance-Verstößen
- Zunehmender Wettbewerb durch SoFi und Coinbase
- Hohe Abhängigkeit von transaktionsbasierten Erlösen, die noch 57 % des Gesamtumsatzes ausmachen
Auf der Bewertungsseite ist der Spielraum begrenzt: Mit einem KGV von rund 48 auf Basis der vergangenen Gewinne ist viel Optimismus eingepreist. Technisch liegt ein wichtiger Widerstand im Bereich der 50‑Tage-Linie, die aktuell deutlich über dem gestrigen Schlusskurs verläuft. Entscheidend wird nun sein, ob Robinhood mit den Q4-Zahlen und dem Ausblick die starke Wachstumsstory bestätigen kann und damit die ambitionierte Bewertung stützt.
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