Volkswagen Aktie: Analysten geben Rückenwind

Volkswagen erhält Analystenlob und schließt Chip-Partnerschaft mit Qualcomm, während die Absatzzahlen am Montag die US-Schwäche offenbaren müssen.

Kurz zusammengefasst:
  • Jefferies erhöht Kursziel vor Absatzzahlen
  • Strategische Halbleiter-Allianz mit Qualcomm
  • Neuer E-SUV ID. Era 9X für China-Markt
  • Absatz in Nordamerika bricht deutlich ein

Kurz vor der Veröffentlichung neuer Absatzzahlen sammelt Volkswagen mehrere positive Impulse ein – trotz deutlicher Schwäche im wichtigen US-Markt. Ein höheres Kursziel, eine strategische Chip-Partnerschaft mit Qualcomm und ein neues E-SUV für China haben die Stimmung aufgehellt. Entscheidend wird nun, ob die Zahlen am Montag diese Erwartungshaltung stützen.

Analysten-Upgrade und Kursbild

Am Freitag legten die Vorzugsaktien von Volkswagen auf Xetra um 2,56 % zu und schlossen bei 104,25 Euro. Damit liegt der Kurs nur rund fünf Prozent unter dem 52‑Wochen-Hoch von 109,95 Euro und klar über den wichtigen Durchschnittswerten der vergangenen Monate. Aus technischer Sicht bleibt der Aufwärtstrend damit intakt.

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Wesentlichen Anteil an der positiven Reaktion hatte ein frisches Analysten-Update:
Jefferies erhöhte das Kursziel für Volkswagen und sendete damit kurz vor den anstehenden Absatzzahlen ein Vertrauenssignal. Barclays bestätigte zudem seine positive Einschätzung. Diese geballte Analystenunterstützung kam zu einem sensiblen Zeitpunkt, da der Markt auf neue Daten zum Fahrzeugabsatz wartet.

Wichtige Fakten im Überblick:

  • Schlusskurs Freitag: 104,25 Euro (+2,56 %)
  • Abstand zum 52‑Wochen-Hoch: rund -5 %
  • Abstand zum 200‑Tage-Durchschnitt: +8,51 %
  • 12-Monats-Performance: +16,14 %

Auffällig ist zugleich ein RSI von 27,8 Punkten, der technisch bereits in die Nähe eines überverkauften Bereichs rückt. Die Erholung am Freitag setzte damit an einem Niveau ein, das zuvor eher von Zurückhaltung geprägt war.

Qualcomm-Deal und China-SUV als strategische Bausteine

Neben den Analystenkommentaren trieben vor allem operative Nachrichten die Fantasie der Investoren an. Auf der CES 2026 stellte Volkswagen zentrale Weichen im Technologiebereich und im wichtigsten Einzelmarkt China.

Im Mittelpunkt steht eine erweiterte Partnerschaft mit Qualcomm:
Der US-Chipkonzern soll künftig als primärer Halbleiterlieferant für die Elektroflotte von Volkswagen fungieren. Ziel ist es, die Lieferketten robuster zu machen und die Software-Performance insbesondere der ID-Modelle zu verbessern. In einem Umfeld, in dem viele Autobauer mit Engpässen und komplexer Software kämpfen, ist eine verlässliche Technologiepartnerschaft ein klarer Pluspunkt.

Parallel präsentierte das Joint Venture SAIC-VW in China den neuen ID. Era 9X. Der rein elektrische SUV ist speziell für den chinesischen Markt entwickelt und soll mit einer Reichweite von über 400 Kilometern punkten. Er ist Teil der Strategie, die Position in einem zunehmend umkämpften Marktsegment zu verteidigen, in dem lokale Hersteller stark zulegen.

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Ein kleiner Dämpfer im operativen Alltag waren wetterbedingte Produktionsausfälle im Stammwerk Wolfsburg: Das Sturmtief „Elli“ legte am Freitag die Golf-Spätschicht lahm. Finanziell fallen die Auswirkungen voraussichtlich gering aus, machen aber die Empfindlichkeit der Just-in-Time-Produktion gegenüber Störungen deutlich.

Starke Europa-Position, deutliche US-Schwäche

Hinter dem freundlichen Kursbild steht allerdings eine deutlich gespaltete Marktsituation. In Europa, insbesondere im Vereinigten Königreich, läuft das Geschäft solide: Volkswagen verteidigte dort 2025 bereits zum fünften Mal in Folge die Marktführerschaft, der Marktanteil stieg auf 8,84 %. Das stärkt die Basis im Heimatkontinent.

Ganz anders stellt sich die Lage in den USA dar. Berichte zum vierten Quartal 2025 zeigen einen Absatzrückgang von rund 20 % in Nordamerika. Besonders deutlich ist der Einbruch beim Elektromodell ID.4: Nach dem Wegfall von Steuergutschriften und der Einführung neuer Zölle sackten die Verkäufe um etwa 60 % ab. Wettbewerber wie Hyundai konnten ihre US-Verkäufe dagegen steigern – ein Hinweis darauf, dass das Problem nicht nur am Marktumfeld, sondern auch an der Positionierung von Volkswagen liegt.

Zusätzlich warnt eine aktuelle UBS-Analyse vor einem mittelfristigen Rückgang der Marktmacht traditioneller Hersteller. Demnach könnte der gemeinsame Marktanteil von Volkswagen und Toyota in zentralen Segmenten weltweit bis 2030 von 81 % auf 58 % fallen. Haupttreiber wären aggressiv expandierende chinesische Marken. Vor diesem Hintergrund ist der ID. Era 9X weniger nur ein neues Modell, sondern eher ein notwendiger Schritt, um in China nicht weiter zurückzufallen.

Kurzfristig honoriert der Markt jedoch vor allem die Technologiepartnerschaft und das Analystenlob, während die strukturellen Schwächen in den USA in den Hintergrund rücken.

Ausblick auf Montag: Härtetest für die gute Stimmung

Am Montag, den 12. Januar 2026, folgt der entscheidende Belastungstest: Volkswagen legt die neuen Absatzzahlen vor. Dann zeigt sich, ob der jüngste Kursanstieg und die Vorschusslorbeeren der Analysten gerechtfertigt sind.

Im Mittelpunkt stehen dabei drei Punkte:

  • Absatzentwicklung nach Regionen: Wie groß ist die US-Schwäche im Vergleich zu Europa und China, und ob die positiven Trends in Großbritannien und neue Modelle in Asien die Rückgänge in Nordamerika abfedern.
  • Einordnung durch das Management: Besonders aufmerksam werden Investoren verfolgen, wie die Unternehmensführung die US-Verluste adressiert und welche Maßnahmen zur Stabilisierung des Geschäfts in Nordamerika geplant sind.
  • Nachhaltigkeitsstrategie „Regenerate+“: Die am Wochenende skizzierte Initiative von CSO Dirk Voeste könnte für zusätzliche Nachfrage von ESG-orientierten Investoren sorgen, falls konkrete Ziele und Maßnahmen überzeugen.

Gelingt es Volkswagen, mit den Zahlen und Aussagen am Montag die regionalen Risiken einzuordnen und glaubhafte Antworten auf die US-Probleme zu liefern, könnte der aktuelle Kursbereich um 104 Euro zur Basis für weitere Kursgewinne werden. Bleiben die Daten dagegen hinter den hohen Erwartungen zurück, wäre eine Korrektur nach der jüngsten Erholung ein realistisches Szenario.

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