Salesforce Aktie: Riskantes Manöver

Salesforce finanziert ein massives Aktienrückkaufprogramm mit neuen Schulden, was zu Herabstufungen durch Ratingagenturen und Skepsis am Anleihemarkt führt.

Kurz zusammengefasst:
  • Finanzierung von Rückkäufen mit 25 Milliarden Dollar Schulden
  • Ratingagenturen stufen Kreditwürdigkeit herab
  • Verhaltene Nachfrage nach neuen Anleihen
  • KI-Produkt Agentforce als zentrale Wachstumshoffnung

Um den eigenen Aktienkurs zu stützen, greift der Softwarekonzern Salesforce zu einer drastischen Maßnahme. Das Unternehmen nimmt 25 Milliarden US-Dollar an neuen Schulden auf, um ein massives Aktienrückkaufprogramm zu finanzieren. Doch während das Management mit diesem Schritt Überzeugung demonstrieren will, reagieren Ratingagenturen und Anleiheinvestoren mit deutlicher Skepsis auf den Strategiewechsel.

Die Dimensionen der Transaktion sind historisch für den Software-Riesen. Salesforce platziert Anleihen mit Laufzeiten von bis zu 40 Jahren, um zeitnah eigene Papiere im Wert von 25 Milliarden US-Dollar vom Markt zu nehmen. Dieser Schritt ist Teil eines noch größeren, Ende Februar angekündigten Rückkaufprogramms über insgesamt 50 Milliarden US-Dollar. Bereits in wenigen Tagen soll die erste große Tranche der beschleunigten Rückkäufe abgewickelt werden.

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Skepsis am Anleihemarkt

Die Begeisterung am Kapitalmarkt hält sich jedoch in Grenzen. Die Nachfrage nach den neuen Anleihen war verhalten und übertraf das Angebot lediglich um das 1,4-Fache – ein schwacher Wert im Vergleich zu anderen jüngsten Tech-Emissionen. Auch die Ratingagenturen schlagen Alarm. Moody’s stufte Salesforce auf „A2“ herab und verwies auf eine deutlich höhere Schuldenbereitschaft des Managements. S&P senkte zeitgleich den Ausblick auf negativ. Die Entscheidung, Aktienrückkäufe auf Pump zu finanzieren, wird von Beobachtern als aggressiver Wechsel der Finanzpolitik gewertet.

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Warum das Management jetzt handelt

Hinter dem Manöver steht ein spürbarer Druck auf die Bewertung. Seit Jahresanfang hat die Aktie bereits fast 23 Prozent an Wert verloren und notiert aktuell weit unter ihrem 52-Wochen-Hoch. Auslöser für den Ausverkauf waren die jüngsten Quartalszahlen. Zwar wuchs der Gesamtumsatz, doch ohne Zukäufe wie die Übernahme von Informatica liegt das organische Wachstum nur noch im einstelligen Prozentbereich. Investoren treibt zunehmend die Sorge um, dass der Siegeszug der Künstlichen Intelligenz die Nachfrage nach klassischen Software-Lizenzen schmälern könnte.

Kann die hauseigene KI-Strategie diese Bedenken zerstreuen? Operativ steht Salesforce keineswegs schlecht da. Das neue KI-Produkt „Agentforce“ verzeichnete in den ersten 15 Monaten nach Start ein starkes Wachstum und steuert bereits 800 Millionen US-Dollar zum jährlich wiederkehrenden Umsatz bei. Mit einer operativen Marge von über 34 Prozent und planbaren Abo-Einnahmen generiert das Unternehmen weiterhin hohe Cashflows. Im Branchenvergleich ist das Papier mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von knapp 15 zudem günstiger bewertet als Konkurrenten wie Microsoft oder Oracle.

Ausblick auf das laufende Jahr

Für das Geschäftsjahr 2027 peilt Salesforce einen Umsatz von rund 46 Milliarden US-Dollar an und verspricht eine Beschleunigung des organischen Wachstums in der zweiten Jahreshälfte. Die entscheidende Hürde bleibt jedoch die Akzeptanz von Agentforce. Bis Ende 2026 muss das Unternehmen beweisen, dass die neuen KI-Agenten die wegfallenden Einnahmen durch klassische Nutzerlizenzen überkompensieren können. Gelingt dies nicht, droht trotz der massiven, schuldenfinanzierten Rückkäufe eine weitere fundamentale Neubewertung der Aktie.

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