Die Situation bei Nike könnte derzeit kaum widersprüchlicher sein. Während das Analystenhaus Jefferies den Sportartikelhersteller zum „Top Pick“ für 2026 kürt und massives Aufholpotenzial sieht, ziehen institutionelle Investoren im großen Stil Kapital ab. Anleger finden sich in einem Spannungsfeld zwischen aggressiven Kaufempfehlungen und realen Mittelabflüssen wieder.
Jefferies sieht 67 Prozent Potenzial
Die Analysten von Jefferies sorgen mit einer offensiven Prognose für Aufsehen. Am 12. Januar 2026 bestätigten sie ihr „Buy“-Rating und ein Kursziel von 110,00 USD. Gemessen am aktuellen Kurs von 65,64 USD entspräche dies einem Anstieg von rund 67 Prozent.
Die Argumente der Experten stützen sich auf fundamentale Daten: Die Bewertungsmultiplikatoren nähern sich einem 15-Jahres-Tief, was die Aktie historisch günstig erscheinen lässt. Zudem steuert Nike im Jahr 2026 auf den Status eines „Dividenden-Aristokraten“ zu – ein Titel für Unternehmen, die ihre Ausschüttung seit mindestens 25 Jahren kontinuierlich erhöhen. Jefferies setzt zudem darauf, dass sich der kritische chinesische Markt stabilisiert und operative Verbesserungen im EMEA-Raum (Europa, Naher Osten, Afrika) das Wachstum wieder ankurbeln.
Warnsignal: Großanleger fliehen
Im scharfen Kontrast zur Analystenmeinung steht das tatsächliche Handeln der großen Marktteilnehmer. Daten aus der ersten Januarwoche 2026 zeigen einen deutlichen Exodus institutioneller Investoren, die etwa 65 Prozent der Nike-Anteile halten. Das Verhältnis ist alarmierend: Für jeden Dollar, den Institutionen investierten, wurden Anteile im Wert von 8 Dollar verkauft.
Dieser Trend zur Kapitalflucht setzte bereits im vierten Quartal 2025 ein. Interessanterweise wetten Insider gegen diesen Strom: Führungskräfte, darunter CEO Elliott Hill, kauften Ende 2025 eigene Aktien zu. Dies deutet auf internes Vertrauen in die „Win Now“-Strategie hin, steht aber im direkten Konflikt mit der Skepsis der Fondsmanager.
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Konkurrenz zeigt Stärke
Dass die Probleme bei Nike hausgemacht sind, legt ein Blick auf den Wettbewerb nahe. Während Nike mit Margendruck und einer schwierigen Direct-to-Consumer-Strategie kämpft, präsentierte der Konkurrent Lululemon Athletica am 12. Januar positive Nachrichten. Aufgrund eines starken Weihnachtsgeschäfts hob Lululemon seine Umsatzprognose an das obere Ende der Spanne an.
Diese Divergenz zeigt, dass die Konsumlaune im Sportsektor grundsätzlich intakt ist. Nike verliert jedoch offenbar Marktanteile an dynamische Wettbewerber wie On Holding oder Lululemon, was die Sorgen der Anleger bezüglich der Wettbewerbsfähigkeit des Branchenprimus untermauert.
Warten auf die Zahlen
Die Entscheidung, welche Seite recht behält, dürfte sich Mitte März 2026 anbahnen. Dann veröffentlicht Nike die Ergebnisse für das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2026. Die Erwartungshaltung ist gedämpft, da zuletzt sämtliche beobachteten Analysten ihre Gewinnschätzungen nach unten korrigiert haben. Bis dahin bleibt die Aktie ein Spielball zwischen der langfristigen Bewertungsthese und dem kurzfristigen Verkaufsdruck der Großinvestoren.
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