DAX: Iran-Schock belastet weiter

Der deutsche Leitindex verliert durch die angespannte Lage im Persischen Golf. Der Ölpreissprung belastet Unternehmen und erschwert geldpolitische Entscheidungen der EZB.

Kurz zusammengefasst:
  • DAX schließt mit Verlust bei 23.450 Punkten
  • Ölpreis durch Blockade der Straße von Hormus getrieben
  • Reise- und Airline-Aktien geraten massiv unter Druck
  • 23.000-Punkte-Marke als kritische Chartunterstützung

Der Iran-Krieg hält die Märkte in Atem. Zwei Wochen nach Kriegsausbruch schloss der DAX am Freitag mit einem Minus von knapp 0,6 Prozent bei 23.450 Punkten — zwischenzeitliche Gewinne von über 0,7 Prozent verpufften, als der Ölpreis wieder anzog.

Marktanalyst Andreas Lipkow von CMC Markets brachte die Stimmungslage auf den Punkt: Die Nachrichtenlage ändere sich zu schnell, als dass Anleger bereit wären, größere Positionen ins Wochenende mitzunehmen. Risk-off lautet das Motto.

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Ölpreis als Zünder — mit spürbaren Folgen

Der eigentliche Treiber der Marktturbulenzen ist die Straße von Hormus. Durch die iranische Blockade dieser Meerenge — täglich passiert rund ein Fünftel des globalen Ölhandels diese Engstelle — schoss Brent am Montag auf fast 120 US-Dollar je Barrel, den höchsten Stand seit 2022. Bis Freitagabend hatte sich der Preis bei rund 100 Dollar stabilisiert, bleibt aber auf einem Niveau, das Unternehmen und Notenbanker gleichermaßen belastet.

Für die EZB bedeutet das ein Dilemma: Berechnungen der Notenbank zufolge drückt ein Ölpreisanstieg von zehn Prozent das mittelfristige Wachstumspotenzial um 0,2 Prozentpunkte — und erschwert weitere Zinssenkungen, sollte die Inflation wieder anziehen.

Die Folgen waren in der Sektorrotation deutlich ablesbar. Reise- und Airline-Aktien gerieten massiv unter Druck: TUI verlor im frühen Handel zeitweise mehr als neun Prozent, Lufthansa ähnlich stark. Für die Airline ist der Ölpreissprung eine direkte Belastung der operativen Marge — Hedging-Geschäfte federn nur einen Teil ab, und höhere Ticketpreise lassen sich in einem inflationären Umfeld nicht ohne Weiteres durchsetzen. Auf der Gewinnerseite standen Rüstungswerte wie Rheinmetall mit plus 3,2 Prozent sowie Zalando, das nach einer Hochstufung durch Bernstein auf „Market-Perform“ um 6,9 Prozent zulegte.

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Charttechnik: 23.000 Punkte als kritische Marke

Seit dem Allzeithoch vom 13. Januar bei 25.421 Punkten hat der DAX rund 7,8 Prozent eingebüßt. Der Index notiert damit spürbar unter seinem 50-Tage-Durchschnitt bei 24.729 Punkten — ein technisches Warnsignal, das weiteren Abgabedruck nicht ausschließt.

Die 23.000-Punkte-Marke bleibt die entscheidende Unterstützung. Am Freitag wurde sie kurzzeitig unterschritten, der Index kämpfte sich aber wieder darüber. Ein nachhaltiger Bruch würde den Weg in Richtung 22.338 Punkte öffnen. Auf der Oberseite wartet bei rund 23.923 Punkten der nächste nennenswerte Widerstand.

Ob die Lage eskaliert oder sich entspannt, hängt vor allem vom Persischen Golf ab. Der Iran hat bereits Öltanker angegriffen und droht mit weiteren Angriffen auf Förderanlagen in der Region. Sollte sich die Lage stabilisieren, könnte die angekündigte Fördermengenerhöhung der OPEC+ den Ölpreis mittelfristig dämpfen — und damit auch den Druck auf den DAX lindern.

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