Valneva verschiebt den Scheinwerferkegel: In Brasilien ist eine Pilot-Impfstrategie mit dem Einmal-Impfstoff IXCHIQ® gestartet – inklusive groß angelegter Dosenspende und Datensammlung im Alltag. Der Schritt kommt kurz nach dem Rückzug des US-Zulassungsantrags und zeigt, wo das Unternehmen die Kommerzialisierung nun priorisiert. Doch wie stark kann das Brasilien-Programm den US-Dämpfer strategisch abfedern?
Pilotprogramm: Dosen, Ziele, Daten
Am 3. Februar 2026 starteten Valneva und das Instituto Butantan eine Pilot-Impfstrategie in zehn brasilianischen Gemeinden. Kern ist eine Spende von bis zu 500.000 Dosen IXCHIQ®, um in der Zielgruppe der 18- bis 59-Jährigen eine Impfquote von 20 bis 40 Prozent zu erreichen.
Wichtig ist dabei nicht nur der unmittelbare Einsatz vor Ort. Das Programm soll auch „Real-World-Evidence“ liefern – also Daten aus der realen Versorgungspraxis. Diese Informationen sollen Wirksamkeit und Sicherheit in einem endemischen Umfeld belegen und könnten als Grundlage für zukünftige gesundheitspolitische Entscheidungen dienen.
Die wichtigsten Fakten im Überblick:
– Start: 3. Februar 2026
– Umfang: bis zu 500.000 Dosen in 10 Gemeinden
– Ziel: 20–40% Impfquote in der Gruppe 18–59 Jahre
– Partner: Instituto Butantan
– Zweck: Gesundheitsvorsorge plus Real-World-Evidence (Wirksamkeit/Sicherheit im Alltag)
Warum Brasilien jetzt strategisch wichtiger wird
Brasilien gilt für IXCHIQ® als besonders relevanter Markt: Zwischen Januar 2019 und Juli 2024 wurden dort über eine Million Chikungunya-Fälle registriert. Zudem hatte die Gesundheitsbehörde ANVISA den Impfstoff bereits im April 2025 zugelassen.
Der Zeitpunkt ist auffällig. Im Januar 2026 wurde berichtet, dass Valneva den US-Zulassungsantrag (BLA) für den Chikungunya-Impfstoff zurückgezogen hat. Damit rücken endemische Regionen wie Südamerika stärker in den Mittelpunkt. Die Zusammenarbeit mit dem Instituto Butantan, die auf einem langfristigen Technologietransfer basiert, wird in diesem Kontext zum zentralen Baustein, um Zugang und Umsetzung in solchen Märkten zu sichern.
Nächster Blickpunkt: VLA15-Daten im 1. Halbjahr 2026
Parallel zur Neuausrichtung bei Chikungunya richtet sich die Aufmerksamkeit vieler Investoren auf VLA15, den Borreliose-Impfstoffkandidaten, den Valneva gemeinsam mit Pfizer entwickelt. Nach Abschluss der Rekrutierung für die Phase-3-Studie „VALOR“ im Jahr 2024 werden erste Ergebnisse für das 1. Halbjahr 2026 erwartet. Ein erfolgreicher Daten-Readout wäre die Voraussetzung, um Zulassungsanträge in den USA und Europa einzureichen.
Am Marktbild zeigt sich derweil Zurückhaltung: Heute notiert die Valneva-Aktie bei 3,95 Euro (-0,60%) und liegt damit praktisch auf Höhe ihres 50-Tage-Durchschnitts (3,96 Euro). Auffällig ist der sehr niedrige RSI (14 Tage) von 18,9, der die zuletzt schwache Dynamik unterstreicht.
Im Kalender ist der nächste konkrete Impuls klar benannt: die ersten Phase-3-Daten zu VLA15 im 1. Halbjahr 2026 – während IXCHIQ® in Brasilien nun in der Praxis zeigen soll, wie belastbar Wirksamkeit und Sicherheit im endemischen Alltag sind.
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