Bayer startet mit Rückenwind in die neue Woche: Fortschritte in der Radiologie-Pipeline, eine erleichternde Signalwirkung aus den USA und ein regulatorischer Erfolg in der Zelltherapie verändern Schritt für Schritt das Bild rund um den Konzern. Entscheidend ist dabei weniger eine einzelne Meldung als die Kombination mehrerer Entwicklungen, die das Risikoprofil der Aktie neu justiert.
Heute klettert der Kurs auf ein neues 52‑Wochen-Hoch von 45,18 Euro und liegt damit rund 19 % über dem 50‑Tage-Durchschnitt – ein Zeichen dafür, wie stark die jüngsten Nachrichten bereits eingepreist werden.
Radiologie im Fokus: Gadoquatrane rückt vor
Für Anfang März hat Bayer beim Europäischen Radiologiekongress (ECR) in Wien einen wichtigen Auftritt angekündigt. Im Mittelpunkt steht Gadoquatrane, ein makrozyklisches gadoliniumhaltiges Kontrastmittel für die Magnetresonanztomographie.
Anders als bei der ersten Präsentation der Phase‑III-Daten im vergangenen Jahr will Bayer nun detaillierte Subgruppen-Analysen zeigen. Geplant sind neue Auswertungen zur Wirksamkeit und Sicherheit
- in der abdominalen MRT,
- in der kardialen Bildgebung,
- sowie in erweiterten Anwendungen im Zentralnervensystem (ZNS).
Besonders betont wird die deutlich reduzierte Gadolinium-Dosis von 0,04 mmol Gd/kg. Gelingt es, mit geringerer Dosis eine vergleichbare oder bessere Bildqualität zu liefern, könnte das Gadoquatrane in der klinischen Praxis attraktiv machen. Für den Radiologie-Bereich von Bayer wären überzeugende ECR-Daten damit ein potenziell wichtiger Meilenstein.
Supreme Court als möglicher Wendepunkt
Mindestens ebenso bedeutsam wie die Pipeline sind für viele Investoren die juristischen Risiken in den USA. Hier sorgt eine Entscheidung des Supreme Court für neue Hoffnung: Das Höchstgericht hat am 16. Januar 2026 den Fall Durnell zur Verhandlung angenommen.
Im Zentrum steht die sogenannte „Preemption“-Frage:
Kommt das US-Bundesrecht (FIFRA) mit den Kennzeichnungsvorgaben der Umweltbehörde EPA den bundesstaatlichen Klagen zuvor, die Bayer wegen angeblich unzureichender Warnhinweise rund um Glyphosat-Produkte entgegenschlagen?
Eine Entscheidung zugunsten von Bayer könnte:
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Bayer?
- tausende anhängige Verfahren betreffen,
- die Haftungsrisiken deutlich begrenzen,
- und damit einen zentralen Unsicherheitsfaktor für den Konzern reduzieren.
Noch gibt es kein Urteil. Allein die Annahme des Falls wird von Marktteilnehmern jedoch als Chance gesehen, die bislang zersplitterte US-Rechtsprechung zu diesem Thema zu klären.
Zelltherapie: Rückenwind durch Orphan-Drug-Status
Zusätzliche Unterstützung kommt aus der Biotech-Tochter BlueRock Therapeutics. Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat am 22. Januar 2026 der experimentellen Zelltherapie OpCT‑001 den Orphan-Drug-Status verliehen.
Das Projekt zielt auf Retinitis Pigmentosa, eine seltene erblich bedingte Photorezeptor-Erkrankung im Auge. Mit der Auszeichnung erhält BlueRock unter anderem:
- potenzielle Markt-Exklusivität nach Zulassung,
- steuerliche Vorteile in der Entwicklung,
- sowie regulatorische Unterstützung im Zulassungsprozess.
Für Bayer ist dies ein Signal, dass die Investitionen in neuartige Therapieansätze wie Zelltherapien erste regulatorische Ankerpunkte setzen – auch wenn bis zu einem möglichen Marktstart noch mehrere klinische Schritte ausstehen.
Kursbild und Einordnung
Die Summe dieser Nachrichten zeigt Wirkung im Chart. Mit 45,18 Euro markiert die Aktie heute ein neues 52‑Wochen-Hoch und hat sich damit innerhalb von zwölf Monaten mehr als verdoppelt. Seit Jahresbeginn liegt das Plus bei knapp 19 %, der Abstand zum 200‑Tage-Durchschnitt beträgt über 50 %.
Gleichzeitig signalisiert ein 14‑Tage-RSI von 19,6 eine überverkaufte Situation nach technischer Lesart – ein Hinweis darauf, dass der jüngste Anstieg sehr dynamisch verlaufen ist und kurzfristige Rücksetzer nicht überraschen würden. Inhaltlich bleibt der Blick aber klar auf zwei Achsen gerichtet: die klinischen Daten im März und den Fortgang des US-Verfahrens.
Fazit: Zwei zentrale Termine im Fokus
Operative Fortschritte in der Radiologie, ein Orphan-Drug-Status in der Zelltherapie und die Annahme des Durnell-Falls durch den Supreme Court bündeln sich zu einem deutlich veränderten Bild für Bayer. Kurzfristig richten sich die Erwartungen vor allem auf zwei Wegmarken: die detaillierten Gadoquatrane-Daten beim ECR vom 4. bis 8. März 2026 und die weiteren Schritte im Verfahren vor dem US-Höchstgericht. Wie diese beiden Themen ausgehen, dürfte maßgeblich bestimmen, ob die jüngste Kursstärke eine solide Grundlage behält oder in die nächste Bewertungsphase übergeht.
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