Vulcan Energy kommt operativ voran, an der Börse bleibt der Titel aber unter Druck. Nach der jüngsten Kapitalerhöhung rutschte die Aktie um gut 3 % auf 4,43 A$ ab, während der Markt die kurzfristigen Perspektiven neu bewertet. Im Mittelpunkt stehen nun Finanzierung, Eigentümerstruktur und der Übergang in die Bauphase des Lionheart-Projekts.
Kapitalerhöhung bestätigt
Auf einer außerordentlichen Hauptversammlung am Montag haben die Aktionäre eine zuvor durchgeführte Platzierung an institutionelle Investoren mit großer Mehrheit gebilligt. Rund 83 % der Stimmen entfielen auf den entsprechenden Beschluss und stützen damit die jüngsten Finanzierungsmaßnahmen.
Die Platzierung ist Teil eines größeren Finanzierungspakets über 2,2 Mrd. Euro (rund 3,9 Mrd. A$), das Ende 2025 gesichert wurde. Das Volumen soll die erste Ausbaustufe des Lithiumprojekts Lionheart im Oberrheingraben vollständig finanzieren.
Eine zweite Resolution, die die Zustimmung für weitere bedingte Platzierungsaktien einholen sollte, wurde vor der Abstimmung zurückgezogen. Vulcan Energy setzt damit zunächst ausschließlich auf die bereits geplante Kapitalmaßnahme.
Wesentliche Punkte der Finanzierung:
- Gesamtpaket: 2,2 Mrd. Euro
- Zweck: Vollständige Finanzierung von Phase 1 des Lionheart-Projekts
- Billigung der bereits durchgeführten institutionellen Platzierung
- Verzicht auf zusätzliche bedingte Platzierungsaktien
Eigentümerstruktur und Kursbewegung
Ein Blick ins Aktienregister zeigt eine konzentrierte Eigentümerstruktur:
- Privatanleger halten 42 % der Anteile und bilden damit den größten Block.
- Institutionelle Investoren kommen auf 28 %.
- Die zwölf größten Aktionäre kontrollieren zusammen 51 % des Kapitals.
- Größter Einzelaktionär ist die Hochtief Lithium Holding GmbH mit 15 %.
- Insider-Bestände werden mit rund 159 Mio. A$ bewertet.
Diese Verteilung kann Kursschwankungen verstärken, da Entscheidungen weniger großer Aktionäre stärker durchschlagen. In der vergangenen Woche verlor die Aktie 7,7 %, die Marktkapitalisierung liegt derzeit bei etwa 2,1 Mrd. A$.
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ABB-Vertrag unterstreicht Bauphase
Operativ hat Vulcan Energy Ende 2025 einen weiteren Schritt in Richtung Umsetzung gemacht. Das Unternehmen vergab Aufträge im Volumen von rund 46 Mio. Euro an den Technologiekonzern ABB.
ABB übernimmt als Hauptauftragnehmer die komplette elektrische Infrastruktur für:
- die Lithium-Extraktionsanlage in Landau
- die zentrale Lithiumanlage im Industriepark Höchst bei Frankfurt
- alle Bohr- und Produktionsstandorte des Lionheart-Projekts
Mit dieser Vergabe vollzieht Vulcan Energy den formalen Übergang von der Planungs- in die Implementierungsphase. Das Lionheart-Projekt zielt auf eine jährliche Produktion von 24.000 Tonnen Lithiumhydroxid-Monohydrat ab, ausreichend für Batteriematerialien für schätzungsweise 500.000 Elektrofahrzeuge pro Jahr.
Analysten korrigieren Kursziele
Trotz der jüngsten Kursschwäche bleiben die Analysten grundsätzlich positiv, passen ihre Erwartungen aber nach unten an. Berenberg bestätigte am 9. Januar seine Kaufempfehlung, senkte das Kursziel jedoch von 7,50 A$ auf 5,90 A$.
Aktuell ergibt sich im Schnitt ein Analystenziel von 8,08 A$ je Aktie, die Spanne reicht von 5,90 A$ bis 10,50 A$. Insgesamt liegen drei Kaufempfehlungen vor. Die deutliche Differenz zwischen den Kurszielen und dem aktuellen Kursniveau spiegelt vor allem die Unsicherheit über die Umsetzung des kapitalintensiven Projekts wider.
Umsetzung rückt in den Mittelpunkt
Mit gesicherter Finanzierung und einem zentralen Engineering-Partner verschiebt sich der Fokus klar auf die Ausführung des Lionheart-Projekts. Entscheidend wird sein, ob Vulcan Energy die Bau- und Hochlaufphase im geplanten Zeit- und Kostenrahmen halten kann.
Der nächste fixierte Datenpunkt ist die Vorlage der Zahlen zum vierten Quartal 2025, die bis Ende März erwartet wird. Bis dahin dürften vor allem konkrete Baufortschritte und gemeldete Meilensteine den Maßstab setzen, an dem der Markt die aktuelle Bewertung misst.
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