Der lang erwartete US-Börsengang der japanischen Bezahl-App PayPay bringt nicht den erhofften Geldregen. Stattdessen muss die Muttergesellschaft SoftBank deutliche Abstriche bei der Bewertung hinnehmen. Während geopolitische Spannungen die Marktstimmung trüben, rückt ein viel größeres Problem in den Fokus der Investoren: Die aggressiven und extrem teuren Wetten von SoftBank im Bereich der Künstlichen Intelligenz.
Börsendebüt mit Hindernissen
Heute startet PayPay an der US-Technologiebörse Nasdaq. Der Ausgabepreis wurde auf 16 US-Dollar pro Anteilsschein festgelegt und liegt damit spürbar unter der anvisierten Spanne von 17 bis 20 Dollar. Insgesamt spült die Emission rund 880 Millionen Dollar in die Kassen.
Die Zurückhaltung der Anleger hat handfeste Gründe. Neben der Unsicherheit durch den Konflikt zwischen den USA, Israel und dem Iran strahlt die Skepsis direkt auf den Mutterkonzern ab. Die Papiere von SoftBank gaben in Tokio zeitweise um vier Prozent nach.
Teure Visionen drücken auf die Bonität
Der verhaltene Börsengang trifft SoftBank in einer äußerst kapitalintensiven Phase. Der Konzern pumpt derzeit gewaltige Summen in KI-Projekte. Allein eine zusätzliche Investition von 30 Milliarden Dollar in OpenAI veranlasste die Ratingagentur S&P Global, den Ausblick für SoftBank auf „negativ“ zu senken.
Um diese Beteiligungen zu finanzieren, strebt das Unternehmen einen Kredit über 40 Milliarden Dollar an. Es wäre die größte reine Dollar-Kreditaufnahme in der Firmengeschichte. Die Absicherungskosten gegen einen Zahlungsausfall sprangen daraufhin auf den höchsten Stand seit April 2025.
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Rückschläge und unrealisierte Gewinne
Zuletzt verschärfte sich die Lage weiter. Nachdem Oracle und OpenAI Pläne für ein zentrales KI-Rechenzentrum in Texas verwarfen, rutschte die SoftBank-Aktie in der Spitze um 12,5 Prozent ab. Das Rechenzentrum war als Teil des groß angelegten „Stargate“-Projekts geplant.
Zwar präsentierte das Unternehmen für die ersten neun Monate bis Dezember 2025 einen starken Nettogewinn von umgerechnet 20,7 Milliarden Dollar. Ein genauer Blick in die Bilanzen zeigt jedoch, dass diese Gewinne größtenteils auf unrealisierten Wertsteigerungen der OpenAI-Beteiligung basieren und nicht auf operativen Cashflows.
Der PayPay-Börsengang liefert SoftBank nun dringend benötigte liquide Mittel für den weiteren KI-Ausbau. Eine tatsächliche Herabstufung der Bonität würde die Finanzierungskosten am Anleihemarkt unmittelbar verteuern. Konkrete Einblicke in die finanzielle Stabilität und die Belastung der Bilanz liefert der nächste Quartalsbericht, der für Mai 2026 angesetzt ist.
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