Eutelsat hat zum Halbjahr nicht nur Zahlen geliefert, sondern vor allem die Kapitalstruktur neu sortiert. Die abgeschlossene Refinanzierung drückt die Verschuldung deutlich und verschafft dem Satellitenbetreiber mehr Spielraum für den Ausbau der OneWeb-LEO-Konstellation. Doch wie belastbar ist der operative Trend, wenn der Umsatz insgesamt kaum wächst?
- Umsatz H1 2025/26: 592 Mio. Euro (berichtigt -2,4%, auf vergleichbarer Basis stabil)
- LEO-Umsatz: 111 Mio. Euro (+60%) und damit rund 20% der Erlöse
- Bereinigtes EBITDA: 308 Mio. Euro, Marge 52,1%
- Nettoverschuldung: 1,3 Mrd. Euro, Net Debt/EBITDA: 2,0x
- Aktie: über +5% am Freitag bei deutlich erhöhtem Volumen (über 5 Mio. Aktien)
LEO wächst, Marge gibt nach
Operativ fällt vor allem das LEO-Geschäft auf: Die Umsätze in diesem Bereich stiegen um rund 60% auf 111 Mio. Euro. Eutelsat verweist dabei auf die anhaltende kommerzielle Dynamik der OneWeb-Konstellation.
Die Profitabilität blieb zwar hoch, aber die Marge sank: Das bereinigte EBITDA lag bei 308 Mio. Euro, die EBITDA-Marge bei 52,1%. Auf vergleichbarer Basis entspricht das einem Rückgang um 3,4 Prozentpunkte. Als Gründe nennt das Unternehmen sanktionsbedingte Verluste im Video-Segment sowie den Produktmix während der LEO-Aufbauphase.
Refinanzierung senkt Verschuldung deutlich
Der zentrale Hebel im Halbjahresbericht ist das Refinanzierungspaket. Eutelsat sammelte über eine Kapitalerhöhung 1,5 Mrd. Euro ein, gestützt von Kernaktionären. Dazu kamen Rating-Upgrades: Moody’s hob um zwei Stufen auf Ba3 an, Fitch um drei Stufen auf BB mit stabilem Ausblick. Außerdem sicherte sich Eutelsat rund 1 Mrd. Euro an ECA-Finanzierung, garantiert über Bpifrance Assurance Export.
Das zeigt sich direkt in der Bilanz: Die Nettoverschuldung sank zum 31. Dezember 2025 auf 1,3 Mrd. Euro – 1,33 Mrd. Euro weniger als Ende Juni 2025. Das Verhältnis Nettoverschuldung zu bereinigtem EBITDA verbesserte sich auf 2,0x (nach 3,88x zum Ende des vorherigen Geschäftsjahres).
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Satelliten-Plan plus gescheiterter Asset-Deal
Für die operative Kontinuität kündigte Eutelsat die Beschaffung von insgesamt 440 LEO-Satelliten an: 340 zusätzliche Einheiten ergänzen eine frühere Bestellung über 100 Satelliten. Die neuen Satelliten sollen auch frühe Chargen ersetzen, die das Ende ihrer Lebensdauer erreichen. Zusätzlich gibt es einen Multi-Launch-Vertrag mit MaiaSpace für Starts ab 2027.
Nicht umgesetzt wurde dagegen der geplante Verkauf passiver Bodeninfrastruktur-Assets an EQT Infrastructure VI. Weil nicht alle Bedingungen erfüllt wurden, kam die Transaktion nicht zustande; erwartet waren Nettoerlöse von rund 550 Mio. Euro. Eutelsat betont, dies beeinträchtige die Finanzierung des strategischen Entwicklungsplans nicht.
Zum Ausblick: Die Ziele für 2025/26 bestätigte das Management, senkte aber die erwarteten Investitionsausgaben auf rund 900 Mio. Euro (zuvor 1,0 bis 1,1 Mrd. Euro). Ein Treiber ist die Stornierung des Projekts „Flexsat Americas“ nach einer Überprüfung des Business Case – laut Unternehmen mit Einsparungen von über 100 Mio. Euro.
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