Rekordpipeline auf der einen Seite, eine halbierte Gewinnprognose auf der anderen — Energiekontor steckt mitten in einer klassischen Wachstumsdelle. Der Bremer Windpark-Entwickler baut sein Portfolio auf historische Höchststände aus, doch die finanziellen Erträge lassen auf sich warten.
Operative Stärke auf dem Papier
Die Zahlen aus dem operativen Geschäft sind beeindruckend: 2025 erreichten 14 Wind- und Solarprojekte mit über 350 Megawatt Gesamtkapazität den Financial Close. Aktuell befinden sich 21 Projekte mit rund 640 Megawatt im Bau oder in der Bauvorbereitung — so viel wie nie zuvor in der Unternehmensgeschichte.
Hinzu kommt das Repowering-Projekt Oederquart, das Mitte Februar in Betrieb ging. Sechs neue Turbinen ersetzen zehn Altanlagen und brachten einen Netto-Zuwachs von 17 Megawatt. Das Eigenportfolio umfasst damit nun rund 450 Megawatt, verteilt auf 35 Wind- und vier Solarparks. Für 2026 und 2027 plant das Unternehmen weitere Fertigstellungen von insgesamt rund 205 Megawatt — was das Portfolio perspektivisch auf etwa 650 Megawatt wachsen lassen würde.
Den Jahreswechsel markierte zudem ein bedeutender Vertragsabschluss: Anfang 2026 verkaufte Energiekontor zwei deutsche Onshore-Windprojekte mit 93 Megawatt an den österreichischen Versorger illwerke vkw.
Der Zeitversatz als zentrales Problem
Das strukturelle Dilemma ist bekannt, aber hartnäckig. Viele der aktuellen Bauprojekte gehen erst 2026 oder 2027 ans Netz — und tragen damit auch erst dann zum Konzernergebnis bei. Für 2025 bestätigte Energiekontor eine EBT-Prognose von 30 bis 40 Millionen Euro. Auf der Hauptversammlung im Juli hatte das Unternehmen noch 70 bis 90 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Zum Vergleich: 2024 erzielte Energiekontor ein EBT von 36,2 Millionen Euro bei einem Umsatz von 126,5 Millionen Euro.
Das langfristige Ziel von 120 Millionen Euro EBT bis 2028 steht weiterhin im Raum — hängt aber entscheidend daran, dass die aktuelle Pipeline planmäßig in Betrieb geht.
Rückkaufprogramm als Begleitmaßnahme
Parallel zum Projektausbau kauft Energiekontor eigene Aktien zurück. In der ersten Märzwoche erwarb das Unternehmen weitere 1.320 Papiere zu Durchschnittspreisen zwischen 37,59 und 38,52 Euro — womit der Gesamtbestand bereits über 41.000 Aktien liegt. Das Programm läuft bis Ende Juni 2026 und umfasst maximal 80.000 Aktien für bis zu 9,0 Millionen Euro. Bemerkenswert: Zu Programmbeginn zahlte Energiekontor noch bis zu 50 Euro pro Aktie, die Einstiegspreise sind seitdem deutlich gesunken.
Die Aktie notiert aktuell rund 39 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch vom März 2025 — ein Kursrückgang, der die Diskrepanz zwischen operativer Stärke und ausbleibenden Gewinnen widerspiegelt.
Am 31. März veröffentlicht Energiekontor den Geschäftsbericht 2025. Er wird zeigen, wie belastbar der Wachstumspfad tatsächlich ist und wie konkret das Unternehmen den Sprung in Richtung seiner 2028er-Ziele untermauert. Am 13. Mai folgt die Q1-Zwischenmitteilung, am 27. Mai die Hauptversammlung.
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