Engie richtet sein Geschäftsmodell mit einer Großakquisition radikal neu aus. Für 10,5 Milliarden Pfund übernimmt der französische Versorger den britischen Netzbetreiber UK Power Networks (UKPN), um sich dauerhaft stabile Einnahmen im Bereich der Strominfrastruktur zu sichern. Kann Engie die hohen Erwartungen trotz der notwendigen Kapitalmaßnahme erfüllen?
Der Zukauf macht das Vereinigte Königreich zum zweitwichtigsten Markt für den Konzern. UKPN versorgt rund 8,5 Millionen Kunden in London und Südostengland über ein Netz von fast 200.000 Kilometern Länge. Ziel dieser strategischen Neuausrichtung ist es, die Abhängigkeit von schwankenden Preisen für fossile Brennstoffe zu verringern. Stattdessen setzt das Management auf langfristig planbare Cashflows aus regulierten Netzen.
Fokus auf regulierte Erträge
Die Transaktion hat inklusive Schulden einen Unternehmenswert von 15,8 Milliarden Pfund Sterling. Um diesen Kraftakt zu stemmen, ohne das Investment-Grade-Rating zu gefährden, setzt Engie auf einen dreigliedrigen Finanzierungsplan. Neben neuem Fremdkapital in Höhe von 5 Milliarden Euro und einem Veräußerungsprogramm ist eine Kapitalerhöhung von bis zu 3 Milliarden Euro geplant.
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Diese Ankündigung belastete zuletzt den Kurs, da Anleger die Verwässerung durch neue Aktien einpreisten. Am Freitag schloss das Papier bei 28,40 Euro, was einem Tagesminus von 4,34 Prozent entspricht. Damit korrigierte der Titel von seinem erst am 26. Februar markierten 52-Wochen-Hoch bei 29,69 Euro. Trotz des jüngsten Rücksetzers notiert die Aktie im Zwölf-Monats-Vergleich noch immer rund 64 Prozent im Plus und hält sich deutlich über dem 200-Tage-Durchschnitt von 21,04 Euro.
Ambitionierte Ziele bis 2028
Ratingagenturen reagierten grundsätzlich positiv auf die strategische Logik. S&P Global Ratings bestätigte die Einstufung von „BBB+“ und würdigte den Fokus auf risikoärmere Geschäftsfelder. Engie erwartet, dass die Übernahme bereits ab dem ersten vollen Jahr nach Abschluss ergebnissteigernd wirken wird. Das Management hat zudem seine Prognosen nach oben geschraubt: Für das Jahr 2028 wird unter Einbeziehung von UKPN ein wiederkehrendes Nettoergebnis von bis zu 5,8 Milliarden Euro angestrebt.
Der Abschluss der Transaktion ist für Mitte 2026 vorgesehen. Bis dahin müssen noch die Regulierungsbehörden sowie die unabhängigen Aktionäre der Verkäuferseite zustimmen. Sollte der Deal wie geplant über die Bühne gehen, wird die Nettofinanzverschuldung des Konzerns bis Ende 2026 voraussichtlich um bis zu 15 Milliarden Euro ansteigen.
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