OMV überrascht mit einem Jahresergebnis, das die Analystenschätzungen um drei Prozent übertrifft – und vollzieht dabei einen strategischen Kurswechsel. Das bereinigte Nettoergebnis erreichte 1,94 Milliarden Euro, der operative Cashflow lag bei 5,2 Milliarden Euro. Doch der eigentliche Treiber hinter den Zahlen zeigt sich erst beim Blick auf die einzelnen Geschäftsbereiche: Das Chemiesegment legte um 71 Prozent zu, während das klassische Energiegeschäft um 29 Prozent einbrach. Die Botschaft ist klar – OMV setzt künftig auf Polyolefine statt auf Öl.
Chemie kompensiert Energieschwäche
Das operative Ergebnis der Chemiesparte kletterte auf 784 Millionen Euro. Verantwortlich dafür waren vor allem bessere Margen im Olefin-Geschäft und die Umgliederung der Borealis-Gruppe. Die europäischen Steam-Cracker liefen mit 82 Prozent Auslastung – zehn Prozentpunkte über dem Branchenschnitt.
Dem gegenüber stand ein deutlicher Rückgang im Energiesegment auf 2,7 Milliarden Euro. Niedrigere Ölpreise und negative Markteffekte belasteten das klassische Kerngeschäft. Der Kontrast könnte kaum größer sein.
Dividende künftig an Chemie gekoppelt
Der Vorstand schlägt für 2025 eine Gesamtdividende von 4,40 Euro je Aktie vor – 3,15 Euro regulär plus 1,25 Euro Sonderdividende. Das wäre der vierte jährliche Anstieg in Folge, die reguläre Ausschüttung ist in diesem Zeitraum um über 30 Prozent gewachsen.
Ab dem laufenden Jahr ändert sich jedoch die Berechnungsgrundlage fundamental: Die Dividende setzt sich künftig aus 50 Prozent der Ausschüttungen der Borouge Group International plus 20 bis 30 Prozent des operativen Cashflows zusammen. Damit koppelt OMV die Aktionärsvergütung direkt an das Chemiegeschäft – ein deutliches Signal für die strategische Neuausrichtung.
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BGI-Deal steht vor Abschluss
Der Abschluss der Transaktion mit ADNOC zur Borouge Group International steht unmittelbar bevor. Ab dem ersten Quartal 2026 entsteht der weltweit viertgrößte Polyolefin-Produzent. OMV kalkuliert mit jährlichen Dividenden von mindestens einer Milliarde US-Dollar aus dieser Beteiligung.
Parallel investiert der Konzern in neue Projekte: Das Gasprojekt Neptun Deep soll 2027 anlaufen, gemeinsam mit Masdar entsteht eine grüne Wasserstoff-Anlage mit 140 Megawatt Kapazität. Die Bilanz bleibt mit einer Nettoverschuldung von 3,6 Milliarden Euro und einer Gearing Ratio von 14 Prozent solide.
Trading Update als Gradmesser
Die Aktie notiert bei 57,20 Euro – nahe dem am 2. März erreichten Drei-Jahres-Hoch von 57,45 Euro. Seit Jahresbeginn legte der Kurs um 18 Prozent zu. Wie nachhaltig die Transformation im operativen Geschäft greift, wird sich am 9. April zeigen. Dann veröffentlicht OMV das Trading Update zum ersten Quartal 2026.
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