Die ABO Energy GmbH & Co. KGaA steht vor einem Scheidepunkt: Am kommenden Montag entscheiden Anleihegläubiger über zentrale Änderungen der Anleihebedingungen – nach einem gescheiterten ersten Versuch im Februar. Für den Wiesbadener Projektierer geht es um den finanziellen Spielraum zur Umsetzung des Sanierungskonzepts.
Der entscheidende Unterschied: Statt 50 Prozent reichen diesmal nur 25 Prozent des ausstehenden Anleihekapitals für gültige Beschlüsse. Beim ersten Anlauf hatten zwar die Mehrheit der Teilnehmer zugestimmt, doch mit 38 Prozent Präsenz fehlte das erforderliche Quorum. Seit Ende Januar besteht zudem eine Stillhaltevereinbarung mit wichtigen Gläubigern.
170 Millionen Euro Verlust
Das Unternehmen durchlebt die schwerste Krise seiner knapp 30-jährigen Geschichte. Für 2025 erwartet die Geschäftsführung einen Jahresfehlbetrag von rund 170 Millionen Euro – das erste Minus überhaupt. Noch im November hatte ABO Energy mit 95 Millionen Euro Verlust gerechnet, bevor Mitte Januar die drastische Korrektur nach unten folgte.
Besonders der deutsche Heimatmarkt bereitet Probleme. Überzeichnete Wind-an-Land-Auktionen führten zu drastisch reduzierten Einspeisevergütungen und erodierten Margen. Hinzu kommen negative Entwicklungen in Spanien, Finnland, Griechenland und Ungarn sowie Projektverschiebungen. Wertberichtigungen im Umfang von 35 Millionen Euro wurden nötig.
Die Reaktion am Kapitalmarkt fiel entsprechend aus: Die Anleihe 2024 notiert bei etwa 16 Prozent des Nennwerts, die Aktie verlor seit Jahresbeginn mehr als 51 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch bei 45,20 Euro im Juli stürzte der Kurs auf ein Tief von 4,25 Euro im Februar.
Kernpunkte der Anleiheanpassungen
Im Zentrum stehen Anpassungen, die den finanziellen Spielraum erhöhen sollen. Geplant ist der Verzicht auf die Negativverpflichtung, die aktuell neue Garantien und Darlehen erschwert. Zudem soll das Kündigungsrecht der Gläubiger gestrichen werden, das bei Umschuldungsverhandlungen greift. Weitere Kündigungsrechte werden befristet bis Ende Mai ausgesetzt.
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Ein gemeinsamer Vertreter soll künftig die Interessen der Anleihegläubiger bündeln und im Restrukturierungsprozess handlungsfähig vertreten.
Operative Erfolge trotz Finanzkrise
Trotz der angespannten Lage meldet das Unternehmen operative Fortschritte: ABO Energy sicherte sich Zuschläge für drei Solarparks mit insgesamt 50 Megawatt Leistung. Die Projekte sollen ab Herbst gebaut werden und sind Teil eines Hybrid-Portfolios mit 100 MWp Solarkapazität und rund 80 MW Batteriespeicherleistung.
Insgesamt konnte ABO Energy in allen drei Solar-Ausschreibungen 2025 Zuschläge erzielen – für rund 107 MW. Ende Januar wurden zudem drei Solarprojekte in Frankreich veräußert, ein wichtiger Mechanismus zur Liquiditätsgenerierung für Projektentwickler.
Mit einer Projektpipeline von rund 30 Gigawatt an Wind-, Solar- und Batterieprojekten setzt das Unternehmen auf die Umstellung zum unabhängigen Stromproduzenten. Nach eigenen Angaben laufen Gespräche mit Investoren über eine Portfolio-Übernahme.
Das angekündigte Effizienz- und Transformationsprogramm soll bereits 2026 wieder zu einem positiven Konzernergebnis führen. Die Veröffentlichung des Jahresabschlusses 2025 ist für den 22. Juni geplant, die Hauptversammlung für den 13. August. Gelingt die Zustimmung am Montag, kann die Geschäftsführung die blockierte Finanzierung neu ordnen und den Sanierungskurs fortsetzen.
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