UBS Aktie: Stark, aber ausgebremst

Trotz Rekordgewinnen und erfolgreicher CS-Integration belastet die Angst vor schärferen Schweizer Eigenkapitalregeln den UBS-Kurs. Ein parlamentarischer Kompromiss könnte die Aktie entlasten.

Kurz zusammengefasst:
  • Rekordgewinn und Dividendenanhebung für 2025
  • Angst vor strengeren Kapitalvorschriften drückt Aktienkurs
  • Aggressive Integration und Stellenabbau bei Credit Suisse
  • Neue hochrangige Verwaltungsratsmitglieder nominiert

Der Schweizer Bankgigant glänzt operativ mit Rekordgewinnen und einer rasanten Integration der Credit Suisse. Trotzdem trennen sich Anleger seit Jahresbeginn reihenweise von ihren Papieren. Der Grund für diese Diskrepanz liegt nicht in den Bilanzen, sondern in den politischen Korridoren von Bern.

Die Furcht vor strengeren Eigenkapitalvorschriften lastet schwer auf dem Titel. Die Schweizer Regierung plant neue Regeln, die das Institut zum Aufbau von zusätzlichen 26 Milliarden US-Dollar an Kernkapital zwingen könnten. Für Investoren ist das ein rotes Tuch. Entsprechend rutschte der Kurs seit Jahresanfang um 19,53 Prozent ab und notierte am Freitag bei 32,35 Euro. Damit rangiert das Papier spürbar unter seinem 50-Tage-Durchschnitt. Ein möglicher Ausweg zeichnet sich jedoch ab: Das Parlament diskutiert einen Kompromiss, der den Einsatz von AT1-Wandelanleihen erlauben und den tatsächlichen Kapitalbedarf deutlich senken würde.

UBS

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Glänzende Bilanzen und harter Sparkurs

Operativ liefert das Management derweil überzeugende Argumente. Mit einem Nettogewinn von 7,8 Milliarden US-Dollar für das abgelaufene Jahr 2025 und einer auf 1,10 US-Dollar angehobenen Dividende steht die Bank auf einem soliden Fundament.

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Gleichzeitig treibt das Institut die Eingliederung der Credit Suisse weitaus aggressiver voran als bisher öffentlich kommuniziert. Bis Ende März erhalten zahlreiche ehemalige CS-Mitarbeitende aus den Bereichen IT und Backoffice ihre Kündigung, da die alten Systeme endgültig abgeschaltet werden. Insgesamt schrumpft die Belegschaft drastisch von 115.000 auf 80.000 Stellen. Diese harten Einschnitte sollen bereits in diesem Jahr zu weiteren Kosteneinsparungen von 2,8 Milliarden US-Dollar führen.

Prominente Neuzugänge im Verwaltungsrat

Um die wachsende regulatorische und operative Komplexität nach der Übernahme zu steuern, stellt sich die Führungsriege neu auf. Für die Generalversammlung Mitte April nominierte der Verwaltungsrat zwei hochkarätige Neuzugänge:

  • Agustín Carstens: Ehemaliger Generaldirektor der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ).
  • Luca Maestri: Langjähriger CFO und aktueller Vice President bei Apple.

Der nächste konkrete Impuls für die Aktie folgt im April mit der Vorlage der Zahlen für das erste Quartal 2026. Bis dahin diktiert der Ausgang der Berner Eigenkapitaldebatte die Richtung an der Börse. Setzt sich der parlamentarische Kompromiss durch, entfällt der größte Bremsklotz für das anvisierte Renditeziel von 15 Prozent bis Ende des Jahres.

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