Eutelsat Aktie: Strategischer Test

Der Satellitenbetreiber Eutelsat bewirbt sich mit einem großen Militärauftrag in der Arktis gegen Starlink. Die Aktie notiert trotz der strategischen Offensive weiterhin nahe ihren Tiefstständen.

Kurz zusammengefasst:
  • Großes Angebot für militärische Breitbandversorgung in Kanada
  • Strategischer Wettbewerb mit SpaceX und Starlink
  • Aktienkurs fällt trotz potenziell umsatzstarkem Deal
  • Börsenwert von rund 2,2 Milliarden Euro unter Druck

Eutelsat geht in Kanada in die Offensive und versucht, dem Rivalen Starlink einen wichtigen Militärauftrag abzunehmen. Gleichzeitig bleibt die Aktie unter Druck und pendelt nahe ihren Tiefstständen. Wie passt ein 250-Millionen-Dollar-Angebot zu einer Börsenbewertung von rund 2,2 Milliarden Euro?

  • Umfang des Angebots in Kanada: ca. 250 Mio. US-Dollar
  • Kursverlust heute: rund -1,6 % auf etwa 1,86 Euro
  • Marktkapitalisierung: knapp 2,2 Mrd. Euro
  • Jüngste Kapitalerhöhung: 1,5 Mrd. Euro, davon rund 670 Mio. Euro per Bezugsrechtsemission

Offensive in Kanada gegen Starlink

Im Mittelpunkt steht ein Angebot an die kanadische Regierung über rund 250 Millionen Dollar (ca. 240 Mio. Euro). Ziel ist der Aufbau einer sicheren Breitbandversorgung für militärische Operationen in der Arktis auf Basis der OneWeb-LEO-Technologie.

Eutelsat

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Eutelsat setzt dabei klar auf das Thema „souveräne Kapazität“. General Manager David van Dyke betonte, man wolle eine Alternative schaffen, die nicht vom Willen einer einzelnen Privatperson abhängt. Hintergrund sind die Diskussionen um Starlink und Elon Musks Entscheidungen im Ukraine-Konflikt 2022.

Der Vorschlag hat bereits politische Rückendeckung: Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte das Thema auf dem G7-Gipfel 2025 direkt mit Kanadas Premierminister Carney adressiert. An der Börse überwogen heute dennoch zunächst die Zweifel: Die Aktie rutschte vom Eröffnungskurs bei 1,91 Euro auf ein Tagestief von 1,84 Euro, bevor sie sich bei etwa 1,86 Euro einpendelte.

Geopolitischer Wettbewerb im LEO-Geschäft

Der kanadische Vorstoß ist Teil eines größeren Ringens um dominierende Positionen im Low Earth Orbit. Politische Signale aus Kanada spielen Eutelsat dabei in die Karten. So wurde im Sommer 2025 ein 100-Millionen-Dollar-Vertrag der Provinz Ontario mit Starlink wieder gestrichen.

Gleichzeitig zeigt sich, wie volatil das Regierungsgeschäft ist. In den USA verlor Eutelsat unter der Trump-Administration jüngst einen Vertrag des Verteidigungsministeriums im Volumen von 55 Millionen Dollar. Hinter den Ausschreibungen steht damit nicht nur Technologie, sondern auch ein Wettstreit politischer Allianzen zwischen der französisch-britisch geprägten Eutelsat/OneWeb-Struktur und dem US-basierten SpaceX/Starlink-Imperium.

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Finanziell hat der Konzern seine Basis für weiteres Wachstum im LEO-Bereich verbreitert. Im Dezember 2025 wurde eine Bezugsrechtsemission über rund 670 Millionen Euro abgeschlossen, Teil einer größeren Kapitalerhöhung über insgesamt 1,5 Milliarden Euro zur Finanzierung der LEO-Expansion.

Marktreaktion und Bewertung

Trotz der potenziell umsatzträchtigen Perspektive reagiert der Markt heute zurückhaltend. Die Aktie notiert im Minus, was auf eine abwartende Haltung der Anleger hindeutet: Ein Angebot allein reicht nicht, entscheidend wäre eine unterschriebene Vereinbarung mit Ottawa.

Hinzu kommt ein schwaches Branchenumfeld. Der Telekommunikationssektor zählt europaweit heute zu den Verlierern, mit einer Sektor-Performance von etwa -8,43 % laut aktuellen Marktdaten.

Mit einem Kurs um 1,86 Euro liegt der Titel weiter nahe seiner Tiefststände und klar unter den Niveaus vor der Kapitalerhöhung. Die Börsenbewertung von knapp 2,2 Milliarden Euro setzt die Größenordnung des Kanada-Deals in Relation: Ein Zuschlag entspräche beim Auftragsvolumen mehr als 10 % der aktuellen Marktkapitalisierung und könnte damit spürbaren Einfluss auf die Wahrnehmung des Titels haben.

Ausblick: Newsflow aus Ottawa im Fokus

Kurzfristig richtet sich der Blick auf eine mögliche Entscheidung der kanadischen Regierung. Eine Annahme des Angebots hätte das Potenzial, als Katalysator für eine Neubewertung zu wirken und den Kurs wieder in Richtung und über die Marke von 2,00 Euro zu führen.

Charttechnisch bleibt das Bild allerdings angeschlagen. Solange der Kurs nicht nachhaltig über das Tageshoch bei 1,92 Euro anzieht, dominiert der Abwärtstrend. Die Deutsche Bank hatte ihr Rating im Dezember auf „Halten“ angehoben und damit eine eher neutrale Einschätzung signalisiert. Konkrete Hinweise auf die operative Entwicklung liefert der nächste Termin mit den Umsatzzahlen für das abgelaufene Quartal, bei denen insbesondere die Integration und Nutzung der OneWeb-Dienste im Fokus stehen dürfte.

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