BNP Paribas-Zertifikate auf EUR/PLN: Von Europa abhängig - Zertifikateanalyse


15.08.18 15:00
Meldung
 
Paris (www.zertifikatecheck.de) - Die Analysten der BNP Paribas stellen in ihrer aktuellen Ausgabe von "Märkte & Zertifikate" ein Mini Long-Zertifikat (ISIN DE000PR72KU3 / WKN PR72KU ) und ein Mini Short-Zertifikat (ISIN DE000PR72MF0 / WKN PR72MF ) auf das Währungspaar EUR/PLN (Polnischer Zloty) (ISIN EU0006169930 / WKN 616993 ) vor.


Eigentlich stehe die Weltwirtschaft auf soliden Beinen, auch dank eines florierenden Güteraustauschs. Der Prognose der Welthandelsorganisation WTO zufolge solle der Welthandel im Jahr 2018 um 4,4 Prozent zunehmen, zuvor seien die Experten von einer Zunahme um 3,2 Prozent ausgegangen. 2019 solle es erneut eine Zunahme um 4 Prozent geben. Allerdings stamme die aktuelle Prognose von April 2018 und sie sei ausdrücklich unter der Einschränkung abgegeben worden, dass der Zollstreit zwischen den USA und China nicht eskaliere. Zwar sei es schwer, die politischen Entwicklungen zu prognostizieren, aber bereits heute sei klar, dass die anhaltenden Spannungen nicht nur die Anleger, sondern auch die Unternehmen verunsichern würden. Ein Beweis dafür: Der Geschäftsklimaindex des Münchener ifo-Instituts für die deutsche Wirtschaft sei im Juni auf den tiefsten Stand seit einem Jahr gefallen.

Langfristige Planungen würden schwieriger und Investitionen würden daher aufgeschoben. Das habe bereits Ende Juni auch der Vorsitzende der Europäischen Zentralbank (EZB) Mario Draghi festgestellt: "Erstmals hören wir von Unternehmen, dass sie Investitionen, Einstellungen und überhaupt geschäftliche Entscheidungen verschieben." Negative Folgen für das Wachstum der Weltwirtschaft scheinen sicher - unklar ist nur, wie stark diese ausfallen, so die Analysten der BNP Paribas.

Besonders negativ seien Länder und Regionen betroffen, die stark vom Welthandel abhängig seien, das gelte unter anderem für Deutschland. Unabhängig von der Frage, ob die Protagonisten im Handelsstreit die Eskalation stoppen könnten, hätten sich daher die Konjunkturaussichten für Deutschland eingetrübt. Das ifo-Institut habe seine Wachstumsprognose für dieses Jahr von 2,6 auf 1,8 Prozent zurückgenommen, für 2019 von 2,1 auf 1,8 Prozent. Die Experten würden aber keineswegs mit einer Rezession rechnen, sondern würden das als Normalisierung von einem zuvor hohen Expansionstempo betrachten. Nicht nur der Handelsstreit und die negativen Folgen des Austritts Großbritanniens aus der Europäischen Union (EU) würden das Wachstum bremsen, sondern auch Faktoren wie der Fachkräftemangel und der gestiegene Ölpreis.

Ein schwächeres Wachstum in Deutschland und in der Eurozone insgesamt treffe vor allem auch die Volkswirtschaften Osteuropas. Denn viele Unternehmen aus Deutschland und Westeuropa insgesamt würden Fabriken etwa in Polen, Ungarn oder Tschechien unterhalten. Obwohl die direkten Handelsbeziehungen Osteuropas mit den USA relativ gering seien, seien die Länder daher indirekt trotzdem Leidtragende einer Zuspitzung des Handelsstreits und einer Abkühlung des Welthandels. Die Währungen Polens, Ungarns und Tschechiens seien daher ab Mitte April unter starken Abwertungsdruck gekommen. Dazu beigetragen habe auch, dass sich internationale Anleger aus den Schwellenländern insgesamt zurückgezogen hätten. Dafür gebe es neben dem Handelsstreit der großen Wirtschaftsblöcke USA, China und EU weitere Gründe: Die Aufwertung des US-Dollar, steigende Zinsen in den USA und ein anziehender Ölpreis. Diese Entwicklungen würden dafür sorgen, dass sich die Finanzlage in vielen Emerging Markets verschlechtere, besonders in den stark verschuldeten.

Die Währungen der osteuropäischen Länder seien in den letzten Jahren gegen solche Turbulenzen meist gefeit gewesen, denn die Mitgliedschaft in der EU habe für Rückhalt und Stabilität gesorgt. Mit anderen Worten: Das Risiko von Kreditausfällen sei geringer. Doch dieser Bonus scheine in den Augen mancher ausländischen Investoren zu schwinden. Durch die ablehnende Haltung der Regierungen in Warschau, Budapest und in anderen Hauptstädten Osteuropas gegen eine weitere Vertiefung der EU und durch die Verweigerung der Zusammenarbeit in bestimmten Fragen drohe ein "Europa der zwei Geschwindigkeiten". Polen, Ungarn und Tschechien könnten wirtschaftlich zurückfallen und für ausländische Direktinvestitionen daher weniger attraktiv werden.

Speziell Ungarns Wirtschaft sei aber auf solche Direktinvestitionen angewiesen. Die Staatsverschuldung betrage zwar "nur" knapp 70 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP), aber rechne man die Schulden von privaten Haushalten und Unternehmen hinzu, dann ergebe sich eine Schuldenquote von 150 Prozent. Dabei laute ein großer Teil der Verbindlichkeiten auf Devisen wie US-Dollar, Euro oder Schweizer Franken. Ausbleibende Kapitalzuflüsse und eine Forint-Abwertung könnten da schnell für Zahlungsausfälle, Vertrauensverlust und eine Abwärtsspirale sorgen. In den letzten Jahren sei das kein Problem gewesen, denn die Regierung habe das Finanzsystem des Landes durchaus erfolgreich stabilisiert. Es gebe seit Jahren einen Überschuss in der Leistungsbilanz und das Defizit im Staatshaushalt ist mit 2,4 Prozent moderat. Sollte sich das Wachstum aber abschwächen, drohe schnell ein höheres Defizit. Im ersten Quartal 2018 habe das BIP noch um starke 4,4 Prozent expandiert. Dieses Tempo werde im weiteren Jahresverlauf nicht zu halten sein und 2019 dürfte es eine Wachstumsabkühlung auf 2,8 Prozent geben. Allerdings sei diese Prognose sehr unsicher, denn Ungarn sei stark abhängig vom internationalen Handel, speziell von den Exporten nach Deutschland.

Würden die deutschen Unternehmen wegen des Handelsstreits weniger Umsätze erzielen, dann bekomme das die ungarische Wirtschaft unmittelbar zu spüren. Die geringe Größe des Landes mache die Währung zudem besonders anfällig für Turbulenzen an den Finanzmärkten. Der Forint habe daher ab Mitte April nicht nur gegenüber dem insgesamt erstarkenden US-Dollar abgewertet, sondern auch gegenüber dem Euro. Der Wechselkurs des Euro zum Ungarischen Forint (EUR/HUF) sei im Juli sogar auf ein neues Allzeithoch gestiegen. Allerdings dürfte die Abwertung des Forint die Bereitschaft der Notenbank erhöhen, den Leitzins noch in diesem Jahr anzuheben. Bisher habe hier trotz des hohen Expansionstempos der Wirtschaft eine gewisse Zurückhaltung bestanden, denn die Inflation habe im Juni mit 2,8 Prozent weiterhin unter dem Ziel der Notenbank von 3 Prozent gelegen. Eine Zinserhöhung könnte den Abwertungsdruck auf den Forint, der aus fundamentaler Sicht übertrieben scheine, stoppen oder wenigstens bremsen.

Ähnlich wie Budapest liege auch Warschau wegen mehrerer Fragen im Streit mit der Europäischen Kommission. Wirtschaftlich bleibe Polen aber das Vorzeigeland in Osteuropa - jedenfalls wenn man die makroökonomischen Zahlen betrachte. Das Wachstum des BIPs habe sich von 2,9 Prozent im Jahr 2016 auf 4,6 Prozent im vergangenen Jahr beschleunigt. Auch 2018 solle die Wirtschaft um 4,5 Prozent wachsen. Dabei sei die hohe Dynamik keineswegs nur auf die Auslandsnachfrage zurückzuführen. Polens Wirtschaft profitiere seit Jahren von einer starken Binnenkonjunktur, das sei auch 2018 nicht anders. Allerdings sei das nicht zuletzt auf Sondereffekte, speziell die Erhöhung der staatlichen Leistungen für Familien, zurückzuführen. Doch dieser Rückenwind lasse allmählich nach.

Noch wichtiger für die Inlandsnachfrage sei aber, dass die Arbeitslosenquote seit Jahren sinke und zuletzt ein Tief von 3,8 Prozent erreicht habe. Obwohl die hohe Beschäftigung mit einem starken Lohnwachstum einhergehe, habe das bisher nicht zu einer deutlichen Erhöhung der Inflationsrate geführt, im Gegenteil: Die Kernrate sei auch im Mai mit 0,5 Prozent selbst für viele Experten überraschend niedrig geblieben. Und mit einer deutlichen Beschleunigung sei im Jahresverlauf nicht zu rechnen, denn die Konjunktur schwäche sich ab. Bereits im ersten Quartal habe die Expansion des BIPs mit einer Jahresrate von 5,2 Prozent ihren Zenit vermutlich überschritten. Die Notenbank habe daher keine Veranlassung, den bei 1,50 Prozent liegenden Leitzins anzuheben. Laut Äußerungen von Mitgliedern des polnischen Zentralbankrats könnten die Zinsen sogar für die nächsten beiden Jahre unverändert bleiben.

Forint und Zloty seien hart von der allgemeinen Skepsis vieler Anleger gegenüber Investments in den Schwellenländern getroffen worden. Sondereffekte wie die politische Krise in der EU hätten diese Skepsis verschärft und zum Rückzug mancher Anleger beigetragen. Der Aufschwung der letzten Jahre habe aber die Wirtschaften Polens und Ungarns stabiler gegenüber Turbulenzen werden lassen. Beide Währungen würden daher von einer Beruhigung an den Finanzmärkten rasch profitieren. Die größere Robustheit der polnischen Wirtschaft mache den Zloty stabiler als den Forint. Der Handelsstreit zwischen den USA, EU und China, er bleibe also auch für die osteuropäischen Währungen Taktgeber. (Ausgabe August 2018) (15.08.2018/zc/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten: Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyseeinsehen.


 

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