Capped Bonus Zertifikate auf Allianz, AXA und Munich Re: Kurshalten im Sturm - Zertifikateanalyse


03.10.17 10:57
Meldung
 
Paris (www.zertifikatecheck.de) - Die Analysten der BNP Paribas stellen in ihrer aktuellen Ausgabe von "Märkte & Zertifikate" ein Capped Bonus Zertifikat (ISIN DE000PR7FKV0 / WKN PR7FKV ) auf die Allianz-Aktie (ISIN DE0008404005 / WKN 840400 ), ein Capped Bonus Zertifikat (ISIN DE000PR6Y2H3 / WKN PR6Y2H ) auf die AXA-Aktie (ISIN FR0000120628 / WKN 855705 ) sowie ein Capped Bonus Zertifikat (ISIN DE000PR7FW64 / WKN PR7FW6 ) auf Munich Re-Aktie (ISIN DE0008430026 / WKN 843002 ) vor.


Erst Harvey in Texas, dann Irma in Florida. Die beiden Tropenstürme hätten zuletzt eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Eigentlich seien das schlechte Nachrichten für die Versicherungsbranche, da die Ausgaben für Katastrophen-Deckungen drastisch steigen könnten. Eigentlich-denn wie die Märkte jüngst gezeigt hätten, müssten sich die Kurse danach nicht unbedingt auf Talfahrt begeben. Dies habe bei "Irma" auch daran gelegen, dass es Florida ersten Einschätzungen zufolge doch nicht so hart getroffen habe wie ursprünglich befürchtet. Hinzu komme, dass Rückversicherer wie die Münchener Rück Neugeschäft wittern würden. Motto: Angst sei der beste Versicherungsberater und könnte dafür sorgen, dass sich immer mehr Menschen in den gefährdeten Regionen würden absichern wollen.

Die Branche habe sich nicht nur im Hinblick auf die jüngsten Wetterkapriolen unbeeindruckt gezeigt, sondern habe auch das anhaltende schwache Zinsniveau gut in den Griff bekommen. Experten würden dies mit geschicktem Laufzeitenmanagement, starken Kapitalpositionen, Kosteneinsparungen und überarbeiteten Geschäftsmodellen begründen. Analysten würden darauf verweisen, dass es deswegen den Versicherern möglich gewesen sei, hohe Dividenden zu zahlen. In den vergangenen zehn Jahren habe die Ausschüttungssumme in Europa im Schnitt um sechs Prozent pro Jahr zugelegt.

Ein Hauptgrund für den Boom der Branche sei auch die robuste Konjunktur. Sie lasse die Umsätze und Gewinne sprudeln. So hätten die Beiträge aus Lebens-, privater Kranken- sowie Schaden- und Unfallversicherung in Deutschland laut dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) von 2012 bis 2016 um knapp sieben Prozent auf rund 194 Milliarden Euro zugenommen. Der europäische Sektorindex Stoxx Europe 600 Insurance notiere derzeit auf Rekordniveau. Zu den Indexschwergewichten würden unter anderem Allianz, AXA und Münchener Rück zählen.

Der weltgrößte Versicherungskonzern, die Allianz, habe in diesem Jahr bereits viel Geld verdient. Er habe im ersten Halbjahr seinen Gewinn um rund 18 Prozent auf 3,8 Milliarden Euro gesteigert. Dies habe nach Konzernangaben deutlich über dem anvisierten Ertragsziel für das Gesamtjahr gelegen. Das stärkste Wachstum habe dabei das Lebens- und Krankenversicherungsgeschäft erzielt, das um 78 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro gestiegen sei. "Dieser Erfolg zeigt, dass unser diversifizierter Ansatz, über Geschäftsfelder und Regionen hinweg, deutlich positive Ergebnisse liefern kann", so Allianz-Chef Oliver Bäte.

Ins Bild passe auch, dass es bei der Vermögensverwaltungs-Tochter Pimco nach den vergangenen schwachen Jahren wieder bergauf gehe. Sie habe im zweiten Quartal Netto-Mittelzuflüsse von 52 Milliarden Euro verbucht. Die Allianz-Aktie sei in den vergangenen zwölf Monaten um rund 35 Prozent nach oben geklettert - das sei doppelt so viel wie der DAX. Für die meisten Analysten sei der Titel, der derzeit bei 183 Euro notiere, ein "Kauf". Die Experten der Commerzbank hätten zuletzt das Kursziel von 200 auf 210 Euro hochgesetzt. Das zweite Quartal sei für den Versicherer überzeugend verlaufen und die Stärke in allen operativen Sparten ein Indiz, dass sich der Konzern auf dem richtigen Weg befinde.

Auch bei AXA laufe es rund. Der Gewinn sei in der ersten Jahreshälfte um zwei Prozent auf 3,27 Milliarden Euro geklettert - 130 Millionen Euro mehr als von Analysten erwartet. Auch wenn der Bereich der Lebensversicherung geschwächelt habe - die Erlöse seien um ein Prozent auf 31,1 Milliarden Euro gesunken -, Konzernchef Thomas Buberl habe bei der Präsentation der Geschäftszahlen das Wachstum in der Schaden-, Unfall- und Krankenversicherung hervorgehoben. Ein starker Fokus liege bei AXA auf dem Effizienzprogramm "Ambition 2020", das Buberl bereits 2015 als damaliger AXA-Deutschland-Chef auf den Weg gebracht habe. Bis zum Ende des zweiten Halbjahrs 2017 habe der Konzern durch dieses Programm bereits 500 Millionen Euro an Kosten gespart.

Das Management sehe sich voll im Plan: Bis 2020 wolle der Konzern die Kosten um mehr als zwei Milliarden Euro senken. In den vergangenen zwölf Monaten habe der AXA-Titel um rund 28 Prozent zugelegt. Die Analysten der Deutschen Bank würden aufgrund der robusten Bilanzen und des erwirtschafteten Überschusskapitals für die kommenden Monate mit weiteren Kursgewinnen rechnen. Für zusätzliche Kursfantasie sorge der für das nächste Jahr geplante Börsengang des US-Geschäfts.

Auch wenn die Aktie der Münchener Rück, auch als Munich Re bekannt, auf Jahressicht der Performance von Allianz und AXA hinterherhinke: Immerhin liege das Papier noch mit sieben Prozent im Plus. In der ersten Hälfte des Jahres habe bei den Münchenern ein Konzerngewinn von 1,29 Milliarden Euro zu Buche gestanden. Damit hätten sie zwar unter dem Ergebnis des vergangenen Jahres (1,41 Milliarden Euro) gelegen, dennoch habe sich der Vorstandsvorsitzende Joachim Wenning zufrieden gezeigt. "Das Ergebnis ist sehr erfreulich. Die Münchener Rück ist auf einem sehr guten Weg, das gesetzte Gewinnziel für 2017 in Höhe von 2,0 bis 2,4 Milliarden Euro zu erreichen. Unsere Strategie stimmt und wir können uns auf deren Umsetzung durch Erschließen profitablen Neugeschäfts konzentrieren."

Selbst die verheerenden Stürme in den USA hätten den Rückversicherer nicht aus der Ruhe bringen können. Beim jährlichen Branchentreffen in Monte Carlo Mitte September habe die Geschäftsführung betont, dass ihr Katastrophenportfolio in Florida unterdurchschnittlich im Vergleich zum restlichen US-Geschäft sei. Für exakte Schätzungen zur konkreten Schadenbelastung sei es noch zu früh. Der Rückversicherer gehe sogar davon aus, dass die jüngsten Hurrikans zumindest einen positiven Einfluss auf die Preise beim US-Naturkatastrophenschutz hätten. Ob die Auswirkungen auch im weltweiten Geschäft zu spüren seien, bleibe laut dem DAX-Konzern aber noch abzuwarten.

Für Anleger, die den drei Versicherern Allianz, AXA und Münchener Rück weiteres Aufwärtspotenzial zutrauen und zugleich leichte Kursrücksetzer nicht ausschließen würden, könnten sich Capped Bonus-Zertifikate eignen. Diese Papiere würden ihre Stärken in seitwärts und moderat aufwärts laufenden Märkten ausspielen. Eine wichtige Kennzahl dieser Papiere sei die Barriere. Wenn der Basiswert diese Kursmarke bis zum Laufzeitende nicht berühre, würden Anleger Bonuserträge ausgezahlt erhalten. Reiße die Barriere, erlösche der Anspruch auf Bonuszahlung. In dem Fall orientiere sich die Auszahlung am Kurs der unterlegten Aktie - maßgebend sei der Bewertungstag des Zertifikats. (Ausgabe Oktober 2017) (03.10.2017/zc/a/a)


 

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