Capped Bonus Zertifikate auf Netflix und Amazon: Jetzt wird gestreamt - Zertifikateanalyse


06.10.17 10:55
Meldung
 
Paris (www.zertifikatecheck.de) - Die Analysten der BNP Paribas stellen in ihrer aktuellen Ausgabe von "Märkte & Zertifikate" das Capped Bonus-Zertifikat (ISIN DE000PR7XFM2 / WKN PR7XFM ) auf die Netflix-Aktie (ISIN US64110L1061 / WKN 552484 ) sowie das Capped Bonus-Zertifikat (ISIN DE000PR60J83 / WKN PR60J8 ) auf die Amazon.com-Aktie (ISIN US0231351067 / WKN 906866 ) vor.


In der TV-Branche finde ein gewaltiger Umbruch statt. Streamen, das sei der neue Megatrend im medialen Zeitalter. Es werde nicht mehr geschaut, was laufe, sondern auf Laptop, Smartphone und was auch immer laufe das, was man schauen wolle. In Sekundenschnelle würden Filme und Dokus aus dem Netz heruntergeladen - und das jederzeit und überall. Zu den großen Streaming-Anbietern würden Netflix und Amazon gehören. Netflix sei 1997 ursprünglich als Online-Videothek gegründet worden. Mittlerweile habe das Unternehmen über 100 Millionen Abonnenten in 130 Ländern. Eine ähnliche Verbreitung habe nur noch Amazon. Der Internetriese biete sein "Prime" genanntes Streaming-Angebot auch den Shopping-Kunden an. Wer Prime abonniert habe, zahle beim Einkaufen keine Versandgebühren. Die Zahl der Amazon Prime-Abonnenten sei nicht genau bekannt. Die Experten von Consumer Intelligence Research Partners würden schätzen, dass weltweit rund 85 Millionen Kunden den Service nutzen könnten.

Andere Analysten würden zwar von weniger Abonnenten ausgehen, einig seien sich jedoch alle darin, dass die Abonnentenzahl wachse. Natürlich gebe es noch weitere Streaming-Anbieter wie Sky oder Maxdome, sie seien allerdings bei Weitem nicht so erfolgreich. Der Streamingdienst Watchever des französischen Vivendi-Konzerns sei wegen chronischer Verluste Ende 2016 eingestellt worden.

Die Gründe für den Erfolg von Netflix und Amazon lägen in der einfachen Bedienbarkeit der Plattformen und am schier unendlichen Angebot an Filmen und Serien. Die Inhalte würden jedoch nicht vom Himmel fallen, denn sowohl Netflix als auch Amazon würden sehr viel Geld in die Erstellung eigener Inhalte investieren, die inzwischen auch auf den Geschmack der Zuschauer in den regionalen Märkten zugeschnitten seien. Kritiker würden zwar immer wieder anmerken, dass die Produktionskosten von Serien wie "House of Cards" die Bilanz auf der Kostenseite stark belasten würden. Das stimme natürlich, doch offensichtlich würden sich die Anstrengungen auszahlen, denn ohne Blockbuster-Serien und -Filme wäre ein derart starkes Abonnentenwachstum wohl kaum vorstellbar.

Genau in diese Marktphase, in der sich Amazon und Netflix den Markt aufzuteilen scheinen, sei vor einigen Wochen die Meldung geplatzt, dass auch der Disney-Konzern ein eigenes Streaming-Angebot aus der Taufe heben wolle - der Plan sei jedoch wohl eher den Sachzwängen, internen Problemen und den Strukturen des Disney-Konzerns entsprungen, denn mit dem Sportsender ESPN und der Kabelsparte habe Disney ein Sorgenkind im Konzern, das seit 2010 unter rapide schrumpfenden Abonnentenzahlen leide und immer mehr die Gewinnentwicklung belaste. Die letzten Disney-Quartalsbilanzen seien deswegen auch enttäuschend schwach ausgefallen und hätten an der Börse für entsprechend negative Kursreaktionen bei der Aktie gesorgt.

Doch wie genau sehe der Plan von Disney aus? Noch seien nicht alle Details bekannt, doch der grobe Fahrplan stehe: Ende 2019 laufe die Kooperation mit Netflix aus, dank deren Superhelden aus dem Marvel-Universum bislang die Action- und Comic-Fans bei Netflix begeistert hätten. Ab 2020 würden Daredevil, Spiderman, die X-Men, Captain America und all die anderen nur noch beim neuen Disney-Streamingdienst zu sehen sein. Auch das Star-Wars-Franchise und die Pixar-Filme gebe es dann dort zu sehen. Netflix habe auf diese Aussichten bereits mit dem Kauf des Comic-Verlags Millarworld reagiert, dem ersten Zukauf der Firmengeschichte überhaupt. Millarworld sei zwar lange nicht so weit verbreitet wie Marvel, dafür dürfte der Kauf um einiges günstiger gewesen sein als die Marvel-Akquisition durch Disney, für die schon 2009 vier Milliarden US-Dollar nötig gewesen seien. Millarworld-Gründer Mark Millar sei übrigens ein ehemaliger Marvel-Mitarbeiter, der als Schöpfer einiger von Marvels Top-Figuren gelte, wie zum Beispiel der Avengers. Es sei also kein Automatismus, dass die Comic-Fans 2020 in größerer Zahl von Netflix zu Disney wechseln würden.

Zurück zum Disney-Plan. Ohne Zweifel verfüge der Konzern über einen riesigen Fundus an Filmen und Serien - das sei ein hervorragender Grundstock. Darüber hinaus sollten exklusive Inhalte produziert werden, die es nur bei Disney zu sehen gebe. Damit gehe Disney also denselben Weg wie Amazon und Netflix. Da die Netflix-Lizenzen bis Ende 2019 laufen würden, dürfte Disney erst 2020 mit dem eigenen Dienst im US-Heimatmarkt antreten. Die Rechte auf den internationalen Märkten seien unterschiedlich verteilt, daher könnten einzelne andere Märkte schon früher starten. Auch an Sport-Streaming werde gedacht, so werde es eine ESPN-App geben, womöglich schon 2018. Während ESPN durch Werbung finanziert werden solle, werde das Disney-Streaming-Portal wie die Mitbewerber werbefrei sein und allein durch Abogebühren getragen. Letztlich kassiere Disney nun aber die Quittung für die jahrelange Trägheit und Unentschlossenheit des Managements.

Schon länger habe sich abgezeichnet, dass sich das Kabelfernsehen auf dem absteigenden Ast befinde und die Zukunft bei den Streamingdiensten liege. Mit schöner Regelmäßigkeit habe es in den letzten Jahren daher Gerüchte gegeben, dass Netflix von einem größeren Konzern - beispielsweise Disney - geschluckt werden könnte. Dieser Zeitpunkt sei aber womöglich verpasst worden. Ein Netflix-Kauf dürfte für einen Interessenten sehr, sehr teuer werden. Inzwischen bringe Netflix eine Marktkapitalisierung von 78,5 Milliarden US-Dollar auf die Waage. Zum Vergleich: Disney werde mit rund 150 Milliarden US-Dollar bewertet, habe aber seit dem Hoch im April diesen Jahres rund 16 Prozent an Börsenwert verloren. Netflix habe im gleichen Zeitraum um knapp 20 Prozent zugelegt, Amazon immerhin noch um knapp sieben Prozent. Da Disney nun viel Geld in die Hand nehme, um einen eigenen Streamingdienst aufzubauen, zeichne sich ab, dass die Bilanzen noch eine ganze Zeit lang hohe Investitionen verkraften müssten.

Womöglich gebe es aber noch einen anderen Kaufinteressenten für Netflix, der genügend Kleingeld auf der hohen Kante habe: Apple. Noch 2016 habe Apple die Pläne für einen eigenen Streamingdienst dementiert, nun plane Apple angeblich die Produktion eigener Serien mit einem Produktionsbudget von einer Milliarde US-Dollar. Das jedoch ergebe nur Sinn, wenn Apple auch in den Markt einsteigen möchte. Für Netflix-Aktionäre sei dies ein zweischneidiges Schwert. Noch ein Mitbewerber mehr sei natürlich - wie für alle anderen Anbieter auch - eine schlechte Sache. Ein potenzieller Käufer jedoch schüre latente Übernahmefantasien, die sich wiederum positiv auf die Aktie auswirken könnten.

Doch werde es wirklich zum Streaming-Krieg kommen, wie manche Experten vorhersagen würden? Netflix produziere in diesem Jahr für sechs Milliarden US-Dollar und im nächsten Jahr für sieben Milliarden US-Dollar eigene Inhalte. Amazon habe 2017 das Budget für Eigenproduktionen auf 4,5 Milliarden US-Dollar verdoppelt. Andere Anbieter wie zum Beispiel das Videoportal Hulu, das Inhalte der Fernsehsender NBC, Fox und ABC sowie HBO anbiete, sollten auch nicht vergessen werden. Die Befürchtung, dass sich die Akteure mit Serien und Filmen gegenseitig überböten, um die Kunden zu binden, sei also nicht aus der Luft gegriffen. Doch es gebe auch noch eine andere Möglichkeit. Da die Monatsbeiträge von Netflix und Co weniger kosten würden als ein Kinobesuch, könnten Serienfans auch mehrere Portale gleichzeitig abonnieren. Das wiederum wäre eine gute Entwicklung für alle Akteure.

Der Markt für Videostreaming sei hart umkämpft. Anbieter wie Netflix und Amazon hätten es bislang am besten verstanden, eine große Marktmacht aufzubauen. Für Netflix sei schon oft das Totenglöckchen geläutet worden, offenbar jedoch vorschnell. Daran dürfte auch der Markteintritt von Disney nichts ändern. Die Netflix-Aktie sei für risikobereite Anleger aufgrund des anhaltend hohen Wachstums sehr interessant. Zudem sei Netflix die einzige reinrassige Aktie im Streamingmarkt. Bei Amazon kaufe man auch das übrige Geschäft wie das Online-Shopping mit. Disney wiederum müsse den großen Vorsprung der beiden Platzhirsche aufholen. Das werde viel kosten, ohne dass der Erfolg garantiert sei. (Ausgabe Oktober 2017) (06.10.2017/zc/a/a)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten: Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyseeinsehen.


 

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