Bad Nauheim (aktiencheck.de AG) - Die Experten von "Aktienservice Research" halten das Mini-Long-Zertifikat (
ISIN DE000TB2ZRP0 /
WKN TB2ZRP ) von HSBC Trinkaus & Burkhardt auf die Aktie der Hamburger Hafen und Logistik AG (
HHLA) (
ISIN DE000A0S8488 /
WKN A0S848 ) für ein interessantes Investment.
Die bekannte Börsenweisheit, die empfehle, in Werte von Unternehmen zu investieren, welche eine schlechte Nachricht bekannt gegeben hätten, sei hinlänglich bekannt. Nur die wenigsten Anleger würden diese aber auch befolgen. Ein gutes Beispiel dürfte derzeit das Papier der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) sein, das langfristig ein vielversprechendes Investment sein könnte.
Vor knapp einer Woche habe man Agenturmeldungen wie diese lesen können: "In der Wirtschaftskrise hat Deutschlands größter Seehafen in Hamburg einen Rückgang beim Gütertransport von nahezu historischen Dimensionen zu verkraften gehabt. 2009 sei der Warenumschlag in der Hansestadt im Vergleich zum Vorjahr um rund ein Fünftel auf 110 Mio. Tonnen gesunken, teilte die Interessengemeinschaft der Hafenbetriebe und -behörden mit."
Aufgrund dieser Meldung hätten sich einige Analystenhäuser "gezwungen" gesehen, einen (negativen) Kommentar zur HHLA-Aktie abzugeben. Nach Meinung der Experten zu Unrecht. Das Unternehmen sei unverändert gut positioniert. Es sei sicherlich kein Geheimnis, dass der Hamburger Hafen als Wirtschaftsstandort mit den Auswirkungen der Wirtschaftskrise zu kämpfen habe. Doch deshalb ein solides Investment in der Logistikbranche zu meiden, wäre verkehrt.
Tatsache sei nämlich auch, dass die exportstarke deutsche Wirtschaft erneut von der Erholung des Welthandels profitieren werde und China als wichtigster Außenhandelspartner des Hamburger Hafens durch eine anziehende Außenwirtschaft voraussichtlich wieder für zunehmende Warenströme im Seeverkehr sorgen werde. Davon werde unmittelbar die HHLA profitieren, zumal der Konzern breit aufgestellt sei.
Der heutige HHLA-Konzern sei mit Wirkung vom 1. Januar 2007 in die Teilkonzerne Hafenlogistik und Immobilien gegliedert worden. Für den Börsengang im November 2007 sei das hafenbezogene Kerngeschäft der HHLA, die Hafenlogistik, in dieser neu geschaffenen Struktur gebündelt worden. Der Gesamtkonzern biete seinen Kunden eine große Bandbreite an Dienstleistungen entlang der gesamten logistischen Kette: von der Kaimauer im Überseehafen bis zum Kunden im Hinterland.
Der Teilkonzern Hafenlogistik umfasse die Segmente Container, Intermodal und Logistik und stehe bei Analysten besonders im Fokus, da dieser Bereich das eigentliche Kerngeschäft umfasse und maßgeblich für die soliden Ergebnisse des Konzerns verantwortlich sei.
Ein Blick auf die letzten Zahlen belege dies. Die HHLA habe demnach die Ertragsziele für das vergangene Jahr 2009 trotz des schwierigen konjunkturellen Umfelds erreicht. Umsatz und Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) des fortgeführten Geschäfts hätten sogar die gegenüber den Markterwartungen etwas konservativeren Schätzungen leicht übertroffen. Dies sei letzte Woche bei der Veröffentlichung der vorläufigen Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr 2009 ganz deutlich geworden.
Man habe demnach nach vorläufigen Zahlen einen Umsatz von etwa 988 Mio. Euro erzielt, nach 1,33 Mrd. Euro im Vorjahr. Das EBIT aus fortgeführten Aktivitäten habe sich von 358 auf rund 176 Mio. Euro verringert. Das börsennotierte Kerngeschäft der HHLA, der Teilkonzern Hafenlogistik, habe im Geschäftsjahr 2009 einen Umsatz von etwa 960 Mio. Euro (Vorjahr: 1,3 Mrd. Euro) und ein EBIT aus fortgeführten Aktivitäten von rund 164 Mio. Euro (Vorjahr: 344 Mio. Euro) erwirtschaftet.
Mit diesen Zahlen habe man die Jahresprognose also erfüllen können. Firmenlenker Klaus-Dieter Peters habe ferner gesagt: "Uns ist es gelungen, die finanzielle Stabilität der HHLA trotz der schwersten Wirtschaftskrise der Nachkriegszeit zu erhalten. Unser frühzeitig aufgelegtes Maßnahmenprogramm, mit dem wir nicht nur die Auswirkungen der Krise begrenzen, sondern auch Zukunftschancen wahren wollen, hat Wirkung gezeigt."
Vor der unmittelbaren Zukunft des Konzerns sollte man sich als Anleger nicht fürchten. Die Joint Venture-Vereinbarungen mit EUROGATE würden die Wettbewerbsfähigkeit stärken, auch wenn auf der anderen Seite sicherlich die bekannten Konjunkturrisiken unverändert bestünden. Betrachte man die Daten der Aktie, so falle einem das sicherlich nicht günstige 2010er-KGV von 21 auf. Dies einmal ausgeblendet, könnte man als Anleger aber bei dieser Aktie durchaus mit wieder deutlich anziehenden Kursen rechnen.
Das Chance/Risiko-Profil sei unverändert attraktiv, ein Kurspotenzial von bis zu 40% sei nicht unrealistisch, zumal im aktuellen Aktienkurs die pessimistischen Erwartungen bereits abgebildet sein sollten. Ebenso sollte man als Anleger eines im Hinterkopf haben: Erhole sich die deutsche und die osteuropäische Wirtschaft, werde der Aufschwung auch am Hamburger Hafen nicht vorübergehen.
Investoren, die sich der Risiken bewusst seien, könnten versuchen, mögliche Kurssteigerungen mit Derivaten zu hebeln. Auf den Basiswert HHLA gebe es dazu auch einige Hebelzertifikate. Interessant sei beispielsweise das Mini-Long-Zertifikat von HSBC Trinkaus & Burkhardt. Ausgestattet mit einer theoretisch unbegrenzten Laufzeit liege die Knockoutschwelle aktuell bei 21,44 Euro. Der Hebel betrage derzeit 4,4.
Anleger sollten sich generell über die erhöhten Risiken beim Handel mit Optionsscheinen beziehungsweise Knockout-Produkten bewusst sein und eine adäquate Limittechnik verfolgen. Sie sollten verstehen, dass der Handel mit Derivaten unter anderem durch die höhere Reagibilität wesentlich risikoreicher sei als der physische Aktienhandel und vornehmlich der gezielten Nutzung von zeitlich fest definierten Marktchancen diene. Aufgrund der Hebelwirkung sei im Vergleich zum physischen Erwerb der Aktie ferner lediglich ein wesentlich geringerer Kapitaleinsatz erforderlich.
Für die Experten von "Aktienservice Research" ist das Mini-Long-Zertifikat auf die HHLA-Aktie ein interessantes Investment. (Aktien Ausgabe 512 vom 10.02.2010) (11.02.2010/zc/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyseeinsehen.