Mini-Zertifikate auf Dow Jones und EURO STOXX: Ein Gewitter zieht auf - Zertifikateanalyse


03.10.17 11:16
Meldung
 
Paris (www.zertifikatecheck.de) - Die Analysten der BNP Paribas stellen in ihrer aktuellen Ausgabe von "Märkte & Zertifikate" ein Mini Long-Zertifikat (ISIN DE000PB7JT28 / WKN PB7JT2 ) und ein Mini Short-Zertifikat (ISIN DE000PS16UA9 / WKN PS16UA ) auf den EURO STOXX 50-Index (ISIN EU0009658145 / WKN 965814 ) sowie ein Mini Long-Zertifikat (ISIN DE000PR0D3F6 / WKN PR0D3F ) und ein Mini Short-Zertifikat (ISIN DE000PR7H1T0 / WKN PR7H1T ) auf den Dow Jones (ISIN US2605661048 / WKN 969420 ) vor.


Die US-Notenbank (FED) habe auf ihrer jüngsten Sitzung am 20. September den Startschuss zum Abbau ihrer riesigen Bilanz gegeben. Ab Oktober werde die Zentralbank Erträge von auslaufenden Anleihen bis zu einem bestimmten monatlichen Betrag von anfangs zehn Milliarden US-Dollar nicht mehr reinvestieren. Die FED habe damit einen weiteren Schritt in Richtung Normalisierung ihrer Geldpolitik vollzogen. Die Märkte hätten relativ gelassen auf die geldpolitische Maßnahme reagiert, die in Fachkreisen auch quantitative Straffung (englisch: "Quantitative Tightening" oder kurz QT) genannt werde, denn dieser Schritt sei von den US-Währungshütern sorgfältig vorbereitet und lange im Voraus angekündigt worden. Doch noch wisse niemand so richtig, welche Auswirkungen der Kapitalentzug - denn nichts anderes sei die BilanzReduzierung - auf die Finanzmärkte und speziell auf den US-Aktienmarkt haben werde, denn etwas Vergleichbares habe es zuvor noch nie gegeben.

Um die nach der Finanzkrise am Boden liegende US-Wirtschaft wieder auf die Beine zu bringen, habe die US-Notenbank Ende 2007 ihre Geldpolitik gelockert und sie auf Krisenmodus geschaltet. In den folgenden anderthalb Jahren seien die Leitzinsen in den USA von 5,25 auf 0,25 Prozent gesunken. Die Zinssenkungen hätten jedoch nicht die gewünschte Wirkung erzielt, weil die langfristigen Zinsen am Anleihemarkt kaum reagiert hätten. Um auch hier die Zinsen zu senken und um einer möglichen Deflation zu begegnen, habe die FED ihre Geldpolitik im Dezember 2008 weiter gelockert und ihr erstes von insgesamt drei Anleihe-Kaufprogrammen gestartet.

Mit dieser Maßnahme, die auch quantitative Lockerung (englisch: "Quantitative Easing" oder kurz QE) genannt werde, habe die Notenbank die US-Märkte mit frischem Kapital geflutet. Sie habe am Markt von 2008 bis 2014 im großen Stil US-Staatsanleihen und hypothekenbesicherte Wertpapiere aufgekauft, wodurch auch an den Anleihemärkten die Renditen eingebrochen seien. Durch die Käufe habe die FED jedoch ihre Bilanz von zuvor knapp 900 Milliarden US-Dollar auf in der Spitze 4,52 Billionen US-Dollar aufgebläht.

Im Oktober 2014 habe die US-Notenbank dann ihr letztes der drei QE-Programme beendet und die Bilanzsumme seither konstant gehalten, indem sie die Erträge und Kapitalrückzahlungen auslaufender Anleihen sofort wieder reinvestiert habe. Dadurch sei die Zentralbank ein aktiv Beteiligter mit großem Einfluss am Anleihemarkt geblieben. Dank der Reinvestitionen sei das Kapital im Markt geblieben, was dazu beigetragen habe, dass die Renditen von US-Staatsanleihen niedrig geblieben seien und Aktien somit an Attraktivität gewonnen hätten.

An den US-Aktienmärkten sei mit der Kapitalflut eine beispiellose Aufwärtsbewegung gestartet, die bis heute anhalte. Der US-Leitindex Dow Jones sei von seinem Korrekturtief im März 2009 bei 6.470 Punkten bis heute um rund 245 Prozent nach oben geklettert. Unmittelbar nach der Bekanntgabe des Bilanz-Abbaus sei er bei 22.413 Punkten auf ein Allzeithoch geklettert. Dass die Märkte auf den Startschuss zur Bilanz-Reduzierung nicht stärker reagiert hätten, sei einer im Vorfeld sehr beruhigenden Verbalpolitik der US-Währungshüter zu verdanken gewesen.

Im Mai 2013 habe die FED zum ersten Mal angekündigt, dass sie bald damit beginnen werde, ihre Anleihekäufe (QE3) zu drosseln. Die Anleihemärkte seien daraufhin in helle Aufregung versetzt worden, was als "Drosselungs-Koller" (englisch: "Taper Tantrum") bekannt geworden sei. Die US-Notenbank-Mitglieder hätten danach alle Hände voll tun gehabt, um die Marktteilnehmer wieder zu beruhigen. Aus dieser Erfahrung hätten die US-Währungshüter viel gelernt und es dieses Mal besser gemacht. Vor allem die Aussage von FED-Chefin Janet Yellen, "Der Bilanz-Abbau wird so langweilig werden wie Farbe beim Trocknen zuzuschauen", sei reif für die Geschichtsbücher.

Ob der Kapitalentzug wirklich so "geräuschlos" ablaufen werde, bleibe abzuwarten. Die FED werde vorerst keine Verkäufe tätigen. Sie warte bis zum Laufzeitende einer Anleihe ab und lasse sie dann einfach "aus der Bilanz laufen". Erträge und Kapitalrückzahlungen würden bis zu einem bestimmten monatlichen Betrag - am Anfang seien es sechs Milliarden US-Dollar bei Staatsanleihen und vier Milliarden US-Dollar bei hypothekenbesicherten Wertpapieren - nicht mehr reinvestiert. Diese Beträge sollten im ersten Jahr dann graduell erhöht werden, bis eine monatliche Obergrenze von 30 Milliarden US-Dollar bei Staatsanleihen und 20 Milliarden US-Dollar bei Hypotheken erreicht sei. Danach - so der Plan - wolle die FED auf unbestimmte Zeit mit diesen 50 Milliarden US-Dollar pro Monat fortfahren.

Der anfängliche Kapitalentzug von zehn Milliarden US-Dollar pro Monat dürfte keine allzu große Belastung für die US-Märkte darstellen. Doch steige der monatliche Betrag, der nicht wieder reinvestiert werde, wie geplant an, dürften auch die Auswirkungen größer werden. Es wäre fahrlässig zu glauben, dass die FED den Märkten 600 Milliarden US-Dollar im Jahr entziehen könnte, ohne dass diese beeinträchtigt würden. Zu berücksichtigen sei hier auch der von der FED angestrebte duale Straffungskurs, der neben dem Abbau der Bilanz auch graduelle Zinserhöhungen vorsehe.

Ähnlich wie damals die Kapitalspritze dürfte auch der Entzug des Kapitals große Auswirkungen auf die langfristigen Zinsen haben. Nur dass sie dieses Mal nicht sinken, sondern steigen sollten. US-Staatsanleihen dürften bei steigenden Renditen dann schnell eine Alternative zu US-Aktien werden. Und genau hier lauere das größte Problem, denn Aktien seien in den vergangenen Jahren alternativlos gewesen.

Da die Europäische Zentralbank (EZB) der US-Notenbank deutlich hinterherhinke, was die Rückkehr zu einer "normalen" Geldpolitik angehe, würden zahlreiche Analysten damit rechnen, dass die europäischen Märkte von der neuen Situation in den USA profitieren könnten. In Europa sollten die Zinsen noch eine ganze Weile niedrig bleiben. Die EZB kaufe noch immer für rund 60 Milliarden Euro im Monat Anleihen auf - ihre Bilanz nehme somit weiter zu. Der zeitliche Rückstand sei auch an den Anleihemärkten zu erkennen. Zehnjährige US-Staatsanleihen würden aktuell bei etwa 2,25 Prozent und damit um rund 1,8 Prozent höher als beispielsweise zehnjährige Bundesanleihen rentieren.

Während europäische Aktien wegen der niedrigen Renditen am europäischen Kapitalmarkt noch eine Weile alternativlos bleiben, dürften US-Aktien mit fortschreitendem Bilanz-Abbau der FED an Attraktivität verlieren. Renditeorientierte US-Investoren könnten an den europäischen Aktienmärkten daher künftig ein besseres Umfeld vorfinden als in den USA, weshalb der europäische Leitindex EURO STOXX 50 durchaus Nachholpotenzial haben dürfte. Der US-Aktienmarkt gelte bereits seit Längerem als sehr ambitioniert bewertet. Bisher würden die US-Unternehmen ihre hohe Bewertung noch mit kräftigen Umsatz- und Gewinnsteigerungen rechtfertigen. Doch sollten die Wachstumszahlen in den kommenden Quartalen enttäuschen, könnten die Aktien unter Druck geraten. (Ausgabe Oktober 2017) (03.10.2017/zc/a/a)


 

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