Paris (aktiencheck.de AG) - Bis zum Einsetzen der Korrektur an den Rohstoffmärkten im Frühjahr des vergangenen Jahres schwang sich der Palladiumpreis so auf mehr als 860,00 US-Dollar je Feinunze und konnte sich damit innerhalb von gut zwei Jahren im Wert verfünffachen, berichten die Analysten der Société Générale in ihrer aktuellen Ausgabe von "Investment & Life Rohstoffe".
Zunehmende Ängste unter den Anlegern vor einem Rückfall der globalen Wirtschaft in die Rezession hätten dann jedoch zur Folge, dass die Kurse für Platin, Palladium und die Basismetalle ab Frühsommer 2011 stark unter Druck geraten seien. So sei Ende September der Kurs auf rund 568,00 US-Dollar je Feinunze abgesackt. Im November habe das Edelmetall abermals zum Sturzflug angesetzt, nachdem viele Marktbeobachter eine Rezession in Europa und Amerika prognostiziert hätten. Einen ähnlichen Kursverlauf zeige auch das Platin an. Aber warum diese starken Kursschwankungen?
Palladium werde insbesondere zur Herstellung von Katalysatoren benötigt. Da die Automobilindustrie allerdings eine sehr konjunkturabhängige Industrie sei, sei auch die Nachfrage nach Palladium sehr konjunkturanfällig, sodass sich eine Abkühlung des Wirtschaftsklimas sehr schnell auf die Nachfrage auswirke.
Ende des letzten Jahres habe sich die Angebotssituation an den Palladiummärkten weiter verdüstert, nachdem Russlands Lagerverkäufe im Jahr 2011 einen Tiefpunkt erreicht hätten. Konjunkturell bedingt deute sich andererseits eine verstärkte Nachfrage nach dem Edelmetall an. Während sich der traditionelle Absatzmarkt in Europa teilweise von den Auswirkungen der globalen Finanzkrise habe erholen können, seien hier die Verkaufszahlen zwar unter dem Vorkrisenniveau geblieben, die Marktentwicklung in den USA habe sich jedoch sehen lassen können. Die großen US-Autohersteller hätten auf dem wichtigen Absatzmarkt im traditionell schwachen Verkaufsmonat Januar fast zwölf Prozent mehr Personenwagen und leichte Nutzfahrzeuge als im Vorjahr verkauft. Mit dem chinesischen Automobilmarkt gewinne auch der weltweit größte Absatzmarkt für Automobile an Stabilität.
Eine zunehmende Nachfrage aus den Schwellenländern, allen voran den so genannten BRIC-Staaten, dazu würden neben China auch Brasilien, Russland und Indien zählen, sorge für eine zusätzliche Preisstabilisierung des Edelmetalls. Die aufstrebende Mittelschicht in diesen Ländern habe dank wachsender Kaufkraft den meisten Herstellern von Leichtfahrzeugen in den vergangenen drei Jahren hohe Umsätze und steigende Gewinne beschert.
Schon seit Jahresbeginn erhole sich der Palladiumkurs konstant, denn die Konjunkturdaten hätten sich verbessert - teilweise stärker als erwartet. Am Freitag sei Palladium mit 707,00 US-Dollar je Feinunze aus dem Handel gegangen und habe sich auf hohem Niveau ins Wochenende verabschiedet.
Palladium habe nach einer mehrmonatigen Korrektur jetzt wieder die Chance, höhere Preise zu sehen. Erste Zielbereiche würden dabei laut Expertenmeinung um 750,00 US-Dollar je Feinunze liegen. Investoren sollten Palladium aus diesen Gründen im Auge behalten, denn längerfristig könnten diese Entwicklungen zu Kurssteigerungen führen. Anleger, die ein Investment in Palladium erwägen würden, sollten jedoch auch beachten, dass bei einer Investition in dieses Edelmetall keine laufenden Erträge, wie beispielsweise Zinszahlungen, anfallen würden. Weiterhin könne die physische Lagerung mit Kosten verbunden sein. Ein weiteres Risiko trage der Anleger bei nicht währungsgesicherten Produkten durch eventuelle Wechselkursschwankungen.
Diese würden sich jedoch durch den Einsatz so genannter Quanto-Produkte eliminieren lassen. Das Partizipations-Zertifikat auf Palladium (
ISIN DE000SG9F3T3 /
WKN SG9F3T ) spiegele die Wertentwicklung des Palladiumpreises nahezu eins zu eins wider. Die Laufzeit sei unbegrenzt (Open End) und für die Währungssicherung falle derzeit eine Quanto-Gebühr in Höhe von 3,61 Prozent pro Jahr an.
Für Anleger, die auf eine Absicherung der Wechselkursschwankungen verzichten möchten, biete die Société Générale darüber hinaus das entsprechende Partizipations-Zertifikat (
ISIN DE000SG0AYK0 /
WKN SG0AYK ) auf Palladium ohne Quanto-Funktion an.
Risikofreudigere Anleger hätten ferner die Möglichkeit, mit Hebelprodukten - beispielsweise mit einem Open End Turbo - und unterschiedlich hoher Hebelwirklung auf eine entsprechende Palladiumpreisänderung zu setzen. In der Long-Variante könne von steigenden und in der Short-Variante von sinkenden Kursen profitiert werden. Zu beachten sei, dass es bei dem Einsatz von Open End Turbos aufgrund des Hebeleffektes nicht nur zu überproportionalen Gewinnen, sondern auch zu überproportionalen Verlusten kommen könne. Bei einer vorzeitigen Fälligkeit durch Erreichen der Stopp-Loss-Barriere werde ein Restbetrag ausgezahlt. (Ausgabe 6 vom 08.02.2012) (09.02.2012/zc/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyseeinsehen.