Spekulationsfieber am Derivatenmarkt lässt nur ein wenig nach


12.12.17 10:38
Meldung
 
Frankfurt (www.zertifikatecheck.de) - Die neuen Daten der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) über den globalen Markt für Derivate zeigen ein allmählich abnehmendes Volumen, so Dr. Eberhardt Unger von "fairesearch".


In ihrer halbjährlichen Statistik habe die BIZ mitgeteilt, der außerbörsliche Markt (over the counter; OTC) für Derivate sei seit seinem Gipfel Ende 2013 von damals USD 710 Billionen, fast zehnmal so hoch wie das damalige Welt BIP, auf rund USD 542 Billionen Mitte 2017 gesunken. Bei einem Welt BIP von USD 78 Billionen (Quelle: Weltbank) sei das immer noch das 6,9fache der gesamten Produktion von Gütern und Leistungen in der Welt. Von einem wirklichen Abbau dieser "Spekulationsblase" könne also kaum die Rede sein. In Anbetracht des Umfangs der weltweiten Überschuldung von rund USD 220 Billionen der nicht-finanziellen Sektoren sei das Volumen noch immer schwindelerregend hoch und in der Lage, noch manche Krise zu schüren. Das Problem hinter den meisten Derivaten sei ihre Illiquidität. Der Rechnung lägen die nominalen Werte der Wertpapiere zu Grunde.

Der Marktwert der Derivate, der die Marktrisiken besser beschreibe als die Nennwerte, habe sich von Ende 2013 bis Mitte 2017 von USD 18,6 auf 13 Billionen vermindert. Er erreiche damit sogar 66% des US-BIP von USD 19,5 Billionen (Quelle: FED). Bei der Einschätzung des Rückgangs sei zu beachten, dass die Marktpreise durch die Nullzinspolitik der Notenbanken nachgegeben haben. Marktteilnehmer versuchen würden, teilweise ihre Risiken durch Kreditaufnahmen zu vermindern. Der wesentliche Anteil des Marktes mit USD 416 Billionen der nominalen Werte entfalle auf die Zinsderivate und konzentriere sich auf das kurze Ende, möglicherweise aufgrund veränderter Erwartungen über die Geldpolitik.

Optionen, Optionsscheine, Swaps, Futures, Zertifikate, strukturierte Produkte, ABS, CDS, MBS, SIV und vieles mehr hätten insgesamt immer noch einen Umfang, der ein hohes Maß an Risiko für die Finanzmärkte berge. Viele Produkte seien in ihrer Konstruktion so abenteuerlich, dass sie mit der Realwirtschaft nichts mehr zu tun hätten. Meist sei in Vergessenheit geraten, dass mit der Blase am US-Immobilienmarkt in 2007 solche strukturierten Produkte Auslöser der Krise gewesen seien. Häufig werde zur Rechtfertigung dieser Spekulationen von "Absicherungsgeschäften" zur Risikobegrenzung gesprochen. Doch das gelte nur für einen verhältnismäßig kleinen Teil der Derivate.

Das riesige Volumen von USD 542 Billionen zeige, dass es sich in der weit überwiegenden Mehrzahl um Spekulationen handle, die höchstmöglichen Gewinn bringen sollten. ZIRP, NIRP und QE würden diese Entwicklung begünstigen, die Investoren in immer riskantere Anlagen dränge, da Geld- und Rentenmärkte als Anlageklassen weggefallen seien. Der derivative Markt bleibe eine tickende Zeitbombe.

Die Erzielung von Hebelwirkungen sei für institutionelle Anleger eine zu große Verführung bei Marktzinsen nahe 0%. Allerdings wirke der Hebel in zwei Richtungen. Termingeschäfte könnten auch zu vollständigen Verlusten der eingesetzten Mittel führen. Dies erkläre auch, warum die Ertragsentwicklung der Handelsabteilungen der Banken solch starke Schwankungen aufweisen würden. Im Grunde handle es sich um verbriefte Wetten über die künftige Entwicklung an den Finanzmärkten. Es würden nur Verschiebungen von Risiken stattfinden.

Die Risikobereitschaft sei unverändert sehr hoch. Trotz aller Krisen der letzten Jahre sei von Risikoaversion auf breiter Front kaum etwas zu erkennen. Das "Spekulationsfieber" habe nur wenig nachgelassen. Das liege vor allem an den extrem niedrigen Leitzinsen und den quantitativen Lockerungen. Negative Zinsen würden die Manager von Kapitalsammelstellen dazu zwingen, in immer riskantere Anlagen umzuschichten und in Derivatenmärkte zu investieren, um wenigstens eine geringfügige Rendite für das eingesetzte Kapital zu erzielen. Daran werde sich vermutlich in 2018 nicht viel ändern. (Ausgabe vom 11.12.2017) (12.12.2017/zc/a/a)


 

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