Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Die meisten Investoren verhalten sich derzeit im Handel mit Anlage- und Hebelprodukten weitgehend abwartend, so die Deutsche Börse AG.
Griechenlands angespannte Finanzlage mit der drohenden Bonitätsabstufung durch
Rating-Agenturen scheine die Anlagelust zu vertreiben. "Im Vergleich zum Januar und Anfang Februar ist es ruhig geworden", beobachte Peter Bösenberg von der Société Générale. Die aktiven Akteure würden außerdem zu einer höheren Umschlagsfrequenz neigen, d.h. sie würden auch schnell wieder bei entsprechender Marktlage verkaufen.
Die Stimmung spreche jedoch nicht für einen Bärenmarkt, sondern eher für eine Seitwärtstendenz. "Anleger sichern sich derzeit über reverse Short-Index-Tracker und Diskount-Zertifikate oder entsprechende Optionsscheine gegen fallende Kurse ab", meine Bösenberg. Gekauft worden seien beispielsweise ein Korridor-Discount-Zertifikat (
ISIN DE000SG1L990 /
WKN SG1L99 ) und ein reverses Bonus-Zertifikat (
ISIN DE000DB4CAK0 /
WKN DB4CAK ) auf den DAX und ein Discount-Zertifikat (
ISIN DE000CB77HZ9 /
WKN CB77HZ ) auf den EURO STOXX 50.
Risikobereiter Anleger würden auf einen Korridor-Optionsschein (
ISIN DE000SG1JX05 /
WKN SG1JX0 ) mit einer oberen und unteren Knock-out-Barriere auf den DAX setzen. "Das ist etwas für spekulative Anleger, die sich derzeit eher an kürzeren Laufzeiten von drei bis sechs Monaten orientieren", berichte Bösenberg.
Die klassischen Index-Tracker wie das sehr viel gehandelte Papier (
ISIN DE0007093353 /
WKN 709335 ) der Deutschen Bank würden eher verkauft. Gefragt seien defensive Strukturen mit Teilschutz, melde Oliver Köchel von der Baader Bank.
Marcel Sattler von ICF Kursmakler beobachte ähnliches. "Der DAX pendelt um 5.700 Punkte. 5.800 scheint ein größeres Hindernis zu sein." Gründe für einen weiteren Anstieg gäbe es nicht und auch größere Verkäufe würden nicht getätigt. "Man setzt auf einen Seitwärtsmarkt."
Während die Nachfrage nach Produkten auf Edelmetalle eher etwas rückläufig sei, wie Köchel durchgebe, beobachte Bösenberg eine verstärkte Nachfrage nach Produkten auf Soft Commodities, also Getreide oder Zucker. Gekauft würden beispielsweise Korridor-Optionsscheine (
ISIN DE000SG1MRX0 /
WKN SG1MRX) auf die beiden Basiswerte.
"Wenn Unternehmensergebnisse kommen, beobachten wir Nachfrage in Produkten auf deren Aktien", erzähle Köchel. So würden zum Beispiel Discounter oder Bonus-Zertifikate auf Bayer oder STADA gekauft. Spekulative Anleger würden sich mit einem Discount-Zertifikat (
ISIN DE000DZ02H07 /
WKN DZ02H0 ) auf Deutsche Lufthansa auseinandersetzen.
Der Euro, der in den vergangenen Tagen gegenüber dem US-Dollar kräftig gefallen sei und satte Bewegungen zeige, sei für spekulative Anleger immer ein beliebtes Zielobjekt. Auch die Verschiebungen gegenüber dem Yen beim Smart-Mini Future Zertifikat (
ISIN DE000TB84JE0 /
WKN TB84JE ) würden genutzt. Gegenüber dem Britischen Pfund habe die europäische Gemeinschaftswährung zugelegt. Auch dies würden einige Anleger im Auge behalten.(03.03.2010/zc/a/a)