Micron Aktie: Samsung droht

Samsung beginnt früher als erwartet mit der Massenfertigung von HBM4-Chips für Nvidia, was Micron unter Druck setzt. Analysten sind uneins über die Folgen für den US-Speicherhersteller.

Kurz zusammengefasst:
  • Samsung startet frühe HBM4-Massenproduktion
  • Micron droht Ausschluss von Nvidias Lieferkette
  • Analysten uneins über Wettbewerbsnachteil
  • Aktie verliert nach starkem Rekordlauf

Zwei Handelstage in Folge ging es für die Micron-Aktie abwärts. Der Grund: Samsung Electronics startet die Massenproduktion von HBM4-Speicherchips früher als erwartet – und könnte dem US-Konkurrenten dabei einen entscheidenden Nachteil verschaffen.

Samsung produziert HBM4 für Nvidia

Die Aktie des Memory-Chip-Herstellers verlor am Montag und Dienstag dieser Woche jeweils rund 3 Prozent. Auslöser waren Berichte, wonach Samsung bereits in diesem Monat mit der Großserienproduktion von HBM4-Chips beginnen wird. Laut der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap hat Samsung die Qualitätszertifizierung von Nvidia erhalten und Aufträge für die Belieferung von Nvidias kommender Vera-Rubin-KI-Beschleuniger-Plattform gesichert.

Micron

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Für Micron wird die Lage damit brenzlig. Die Halbleiter-Analysefirma SemiAnalysis geht laut Business Korea davon aus, dass Micron von Nvidias initialer HBM4-Lieferantenliste ausgeschlossen sein wird. Der Chipkonzern aus Idaho habe die von Nvidia geforderten Performance-Standards für HBM4 nicht erfüllen können.

SK Hynix und Samsung teilen sich den Markt

Nach Einschätzung von SemiAnalysis werden SK Hynix 70 Prozent und Samsung Electronics 30 Prozent des HBM4-Liefervolumens für Nvidias Vera-Rubin-Plattform übernehmen. Nvidia hatte die Anforderungen an die Datenübertragungsgeschwindigkeit für HBM4 im dritten Quartal 2025 auf über 11 Gigabit pro Sekunde erhöht. Branchenquellen zufolge konnte Micron diesen Standard nicht erreichen.

Was ursprünglich als Dreierwettbewerb erwartet wurde, könnte sich nun zu einem Duopol entwickeln. Samsung und SK Hynix dürften bei Preisverhandlungen entsprechend selbstbewusster auftreten können.

Analysten uneins über Microns Position

Trotz des Kursrückgangs gibt es positive Stimmen. Die Deutsche Bank verwies auf knappe DRAM-Bestände bei gleichzeitig hoher HBM-Nachfrage – gute Voraussetzungen für Micron. Allerdings warnte Analystin Melissa Weathers auch vor dem Risiko, dass zusätzliches Angebot von Wettbewerbern die Preise unter Druck setzen könnte.

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Mizuho Securities widersprach den Berichten über einen Ausschluss deutlich. Die Investmentbank hält die Annahme, Micron werde aus Nvidias HBM4-Lieferkette fallen, für „töricht“. Nvidia sei daran interessiert, seine Lieferantenbasis zu diversifizieren. Micron-Manager hätten Performance-Probleme in früheren Analystengesprächen bereits zurückgewiesen.

Rückschlag nach Rekordlauf

Der aktuelle Rücksetzer folgt auf einen außergewöhnlichen Kursanstieg. In den vergangenen zwölf Monaten legte die Aktie um rund 300 Prozent zu, getrieben von der stark steigenden Nachfrage nach Hochleistungsspeicher für KI-Rechenzentren. Im Geschäftsjahr 2025 erzielte Micron Umsätze von 37,38 Milliarden Dollar, nach 25,11 Milliarden im Vorjahr. HBM-Chips steuerten etwa 5,6 Milliarden Dollar bei.

Der HBM-Markt bleibt ein Wachstumstreiber. Laut TrendForce werden KI-Rechenzentren 2026 voraussichtlich 70 Prozent der weltweiten HBM-Produktion abnehmen. Bloomberg zufolge könnte der Gesamtmarkt von 4 Milliarden Dollar im Jahr 2023 auf 130 Milliarden Dollar bis 2030 wachsen.

Micron hat für 2026 bereits alle HBM-Kapazitäten verkauft und plant Investitionen von 20 Milliarden Dollar, um die Produktion auszubauen. Neue Werke in den USA sollen 2027, 2028 und 2030 in Betrieb gehen.

Heute nehmen Micron-Manager an der Wolfe Research Auto, Auto Tech and Semiconductor Conference in New York teil. Möglicherweise gibt es dort neue Informationen zur Wettbewerbsposition und zur HBM-Roadmap des Unternehmens.

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