Covestro Aktie: Nüchterne Markteinschätzungen

Der neue Mehrheitseigner XRG leitet den Squeeze-out für Covestro ein. Die Aktie wechselt in den General Standard, während die Höhe der Barabfindung noch offen ist.

Kurz zusammengefasst:
  • XRG hält über 95 Prozent der Covestro-Anteile
  • Wechsel vom Prime in den General Standard beantragt
  • Barabfindung für Minderheitsaktionäre noch unklar
  • Finanzvorstand Christian Baier verlässt das Unternehmen

Für Covestro beginnt die letzte Phase als börsennotiertes Unternehmen. Nach dem Einstieg von XRG, der Investmenttochter des ADNOC-Konzerns, drückt der neue Mehrheitseigner beim Squeeze-out aufs Tempo. Für die verbliebenen Minderheitsaktionäre läuft damit der Countdown bis zur Barabfindung – doch wie klar ist der weitere Fahrplan wirklich?

Kontrolle durch XRG und Squeeze-out-Pläne

Seit dem Closing der XRG-Übernahme im Dezember 2025 hält XRG P.J.S.C. zusammen mit der ADNOC International Germany Holding AG rund 95,10 % des Aktienkapitals. Diese Beteiligung überschreitet die gesetzliche Schwelle für einen aktienrechtlichen Squeeze-out nach § 327a Abs. 1 AktG.

Covestro

DE0006062144
-
Heute: -
7 Tage: -

Die Konsequenz ist klar:
Die Hauptversammlung soll beschließen, die Anteile der Minderheitsaktionäre auf XRG zu übertragen. Als Ausgleich ist eine „angemessene“ Barabfindung vorgesehen. Deren konkrete Höhe wurde noch nicht festgelegt und soll zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgegeben werden.

Damit ist der Ausstieg aus der Börsennotierung faktisch vorbereitet. Der genaue Zeitpunkt des Vollzugs hängt jedoch noch von Hauptversammlungs-Beschluss und späterer Handelsregistereintragung ab.

Downgrade im Börsensegment

Parallel zu den Squeeze-out-Plänen treibt das Management den Rückzug aus den strengeren Transparenzanforderungen des Prime Standard voran. Am 22. Januar 2026 stellte der Vorstand den Antrag, die Notierung vom Prime Standard in den General Standard der Frankfurter Wertpapierbörse zu verlegen.

Die offizielle Begründung: Mit dem Segmentwechsel sollen zusätzliche Kosten reduziert werden, die speziell an die Prime-Standard-Listung geknüpft sind. Für die ohnehin anstehende Komplettübernahme ist der aufwendigere Standard aus Sicht des Unternehmens nicht mehr notwendig.

Die wichtigsten Fakten im Überblick

  • Mehrheitsbeteiligung XRG: Rund 95,10 % des Aktienkapitals
  • Squeeze-out: Eingeleitet, Barabfindung noch nicht festgelegt
  • Börsensegment: Wechsel vom Prime Standard in den General Standard beantragt
  • Kapitalerhöhung: 1,17 Mrd. Euro im Dezember 2025 erfolgreich platziert

Strategische Neuausrichtung und Kapitalerhöhung

Mit dem Vollzug der Transaktion im Dezember 2025 startete die strategische Partnerschaft zwischen Covestro und XRG offiziell. Zentrales Element ist eine Kapitalerhöhung über 1,17 Mrd. Euro, die bereits umgesetzt wurde. Diese Mittel sollen die Umsetzung der „Sustainable Future“-Strategie unterstützen.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Covestro?

Der neue Eigentümer bringt erhebliches finanzielles Gewicht mit: XRG ist ein internationales Investmentunternehmen des ADNOC-Umfelds mit einem Unternehmenswert von rund 150 Mrd. US-Dollar und Schwerpunkten in Erdgas, Chemie und skalierbaren Energielösungen. Die Einbindung in dieses Umfeld markiert einen klaren Schritt hin zu einer verstärkten Integration in globale Energie- und Chemieplattformen.

Operativ ist Covestro ein großer Player: 2024 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 14,2 Mrd. Euro und beschäftigte Ende des Jahres rund 17.500 Mitarbeiter an 46 Produktionsstandorten weltweit. Die Transformation erfolgt damit nicht an der Peripherie, sondern mitten in einem bedeutenden Industriekonzern.

Personalveränderung im Finanzressort

Im Zuge des Eigentümerwechsels kommt es auch im Vorstand zu Veränderungen. Finanzvorstand Christian Baier hat angekündigt, seinen Vertrag nicht zu verlängern. Er wird das Unternehmen im September 2026 auf eigenen Wunsch verlassen.

Der Abschied fällt in eine sensible Phase: Die Integration unter dem neuen Mehrheitseigner läuft, der Squeeze-out-Prozess ist angestoßen, und die Kapitalstruktur wurde erst jüngst durch die große Kapitalerhöhung angepasst. Die Nachfolge im Finanzressort dürfte damit eine zentrale Rolle bei der weiteren Steuerung des Unternehmens unter XRG-Besitz spielen.

Kursniveau und offener Zeitplan

An der Börse spiegelt sich der Übergang in eine neue Eigentümerstruktur in einem weitgehend stabilen Kursbild wider. Die Aktie notiert heute bei 60,62 Euro und damit rund 8 % unter dem 52‑Wochen-Hoch von 66,00 Euro vom 24. Dezember 2025. Gleichzeitig liegt der Wert gut 10 % über dem 52‑Wochen-Tief von 54,62 Euro.

Charttechnisch bewegt sich die Aktie nahe den gleitenden Durchschnitten der vergangenen Monate:
Der 200‑Tage-Durchschnitt liegt bei 60,07 Euro, der 100‑Tage-Durchschnitt bei 60,38 Euro. Der RSI (14 Tage) von 30,3 signalisiert, dass der Titel an der Schwelle zu einem technisch überverkauften Bereich notiert.

Der entscheidende Faktor bleibt jedoch der juristische Zeitplan:
Der Vollzug des Squeeze-out hängt vom Beschluss der Hauptversammlung und der anschließenden Eintragung ins Handelsregister ab. Solange die konkrete Barabfindung nicht feststeht, bleibt für Minderheitsaktionäre vor allem eine Variable zentral – zu welchem Preis sie endgültig aus dem Unternehmen ausscheiden werden.

Covestro-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Covestro-Analyse vom 27. Januar liefert die Antwort:

Die neusten Covestro-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Covestro-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 27. Januar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Covestro: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Weitere Artikel zu Covestro

Neueste News

Alle News

Covestro Jahresrendite

Rechtliche Hinweise zu den Hebelprodukten