Rekordgewinne, abgehakte Rechtsstreitigkeiten — und trotzdem Kursverluste. Die Deutsche Bank hat mit dem testierten Geschäftsbericht 2025 das stärkste Ergebnis ihrer jüngeren Geschichte offiziell bestätigt. Der Markt quittierte das mit einem Kursrutsch von bis zu 6,6 Prozent.
Zahlen, die für sich sprechen
Der Vorsteuergewinn kletterte 2025 auf 9,7 Milliarden Euro, die Nettoerträge stiegen um sieben Prozent auf 32,1 Milliarden Euro. Alle vier Geschäftsbereiche wuchsen zweistellig — die Corporate Bank stach mit einem Gewinnanstieg von 24 Prozent auf 2,6 Milliarden Euro besonders hervor. Gleichzeitig sanken die Kosten um zehn Prozent, was die Aufwand-Ertrag-Relation auf 64 Prozent drückte.
Für Aktionäre bedeutet das eine Dividende von 1,00 Euro je Aktie sowie ein Aktienrückkaufprogramm über eine Milliarde Euro — zusammen 2,9 Milliarden Euro Ausschüttung. Ab 2026 soll die Ausschüttungsquote auf 60 Prozent steigen.
Alte Last weg, neue Last da
Der Bundesgerichtshof hat den jahrelangen Postbank-Streit mit einem klaren Urteil beendet: Ehemalige Aktionäre erhalten nach der Übernahme von 2010 eine höhere Entschädigung. Die verbleibenden Zahlungsverpflichtungen von rund 112 Millionen Euro sind vollständig durch bestehende Rückstellungen gedeckt — die Bilanz bleibt unberührt.
Was Investoren stärker beschäftigt, ist ein anderes Verfahren: Vier ehemalige Mitarbeiter fordern insgesamt mehr als 600 Millionen Pfund wegen angeblicher Reputationsschäden im Zusammenhang mit Geschäften, die die Bank 2008 mit der italienischen Monte dei Paschi tätigte. Das Verfahren dürfte noch vor dem nächsten Quartalsbericht am 29. Juli 2026 auf die Tagesordnung kommen.
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Private Credit als offene Flanke
Neben der neuen Klagefront richtet sich der Blick der Analysten auf das Private-Credit-Portfolio, das 2025 auf rund 26 Milliarden Euro angewachsen ist. Morningstar DBRS erwartet für 2026 eine Verschlechterung der Kreditqualität in diesem Segment — Margenkompression und steigende Verschuldung der Kreditnehmer gelten als zentrale Risiken.
Diese Kombination aus neuem Rechtsrisiko und wachsendem Kreditengagement erklärt, warum die Aktie trotz Rekordgewinnen unter Druck geraten ist. Mit rund 25 Prozent Abstand zum Jahreshoch vom Januar notiert der Titel deutlich unterhalb seines 50-Tage-Durchschnitts von 31,56 Euro.
Mittelfristig peilt die Bank eine Eigenkapitalrendite von über 13 Prozent bis 2028 an und erwartet für 2026 Erträge von rund 33 Milliarden Euro. Im Juni übernimmt Raja Akram, ein Veteran von Morgan Stanley, das CFO-Amt von James von Moltke. Ob der Führungswechsel die Investorenstimmung dreht, wird sich spätestens mit den Quartalszahlen im Juli zeigen.
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