Für SoftBank wird die kommende Woche richtungsweisend. Am Donnerstag legt der Konzern seine Zahlen für das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2025 vor – und dürfte dabei erstmals öffentlich zu den Gesprächen über eine weitere Milliarden-Investition in OpenAI Stellung nehmen. Wie groß wird der nächste Schritt in Richtung KI – und was bedeutet er für die Bilanz?
Neue OpenAI-Gespräche – und alte Zusage erfüllt
Laut einem Reuters-Bericht von Ende Januar verhandelt SoftBank über eine zusätzliche Investition von bis zu 30 Milliarden US-Dollar in OpenAI. Das wäre Teil einer Finanzierungsrunde, die insgesamt bis zu 100 Milliarden US-Dollar einwerben könnte. Reuters beziffert die Bewertung von OpenAI dabei auf rund 830 Milliarden US-Dollar.
Der mögliche Nachschlag folgt auf bereits umgesetzte Zusagen: SoftBank hatte seine 41-Milliarden-Dollar-Investition in OpenAI im Dezember abgeschlossen und sich damit laut Angaben einen Anteil von etwa 11% gesichert. In einer Mitteilung vom Jahresende hieß es zudem, am 26. Dezember seien weitere 22,5 Milliarden US-Dollar investiert worden – damit sei die im März 2025 eingegangene Verpflichtung vollständig erfüllt.
Wichtige Eckdaten im Überblick:
– OpenAI-Anteil: rund 11%
– Abgeschlossene OpenAI-Investition: 41 Mrd. US-Dollar (Dezember)
– Gespräche über zusätzliche Investition: bis zu 30 Mrd. US-Dollar
– Nächster Quartalsbericht: Donnerstag (nach SoftBank-Angaben um 4:30 Uhr JST)
Kreditrating im Blick
Bloomberg Intelligence sieht bei einer zusätzlichen 30-Milliarden-Dollar-Investition möglichen Druck auf das Kreditrating. Bloomberg zufolge könnte der Schritt die Loan-to-Value-Kennzahl in Richtung einer Schwelle von 35% bewegen, die als Auslöser für eine Herabstufung gilt. Um die Kennzahl unter 25% zu halten, könnte SoftBank dem Bericht zufolge Vermögensverkäufe und Margin Loans von mindestens 15 Milliarden US-Dollar benötigen.
Portfolio-Umbau vor den Zahlen
Parallel hat SoftBank zuletzt weiter an seinem Portfolio gearbeitet. Ende November meldete das Unternehmen den Abschluss der Übernahme von Ampere Computing, einem US-Chipdesigner mit Fokus auf ARM-basierte Technologie. Forbes bezifferte den Kaufpreis auf 6,5 Milliarden US-Dollar.
Ebenfalls im November trennte sich SoftBank laut Forbes vollständig von seiner Nvidia-Beteiligung – für 5,8 Milliarden US-Dollar. Das Kapital floss damit in die KI-Ausrichtung des Konzerns zurück.
Termin und Ausgangslage
Die Ergebnispräsentation für Q3 (GJ 2025) ist für Donnerstag angesetzt und ist damit der erste öffentliche Auftritt des Managements seit den Reuters-Berichten zu OpenAI. Im Vorquartal meldete SoftBank laut MarketBeat einen Gewinn je Aktie von 1,48 US-Dollar und lag damit deutlich über der Konsensschätzung von 0,14 US-Dollar. Der Quartalsumsatz betrug 12,44 Milliarden US-Dollar.
Im Hintergrund steht zudem „Stargate“: OpenAI und SoftBank zählen zu den Investoren einer auf 500 Milliarden US-Dollar bezifferten Initiative zum Aufbau von KI-Rechenzentren in den USA. Reuters beschreibt das Projekt als wichtig für die US-Ambition, gegenüber China die Führungsrolle bei KI zu sichern.
Am Donnerstag wird sich zeigen, ob SoftBank die OpenAI-Gespräche bestätigt, wie der Konzern die Finanzierung einordnet – und ob sich aus den Zahlen weitere Hinweise ergeben, wie viel Spielraum für den nächsten Milliarden-Schritt tatsächlich vorhanden ist.
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