Nach einem Übergangsjahr 2025 setzt Capgemini für das laufende Geschäftsjahr auf eine deutliche Wachstumsbeschleunigung. Während die Nachfrage nach Künstlicher Intelligenz (KI) massiv anzieht, belasten hohe Akquisitionskosten und ein kostspieliger Konzernumbau die Bilanz. Kann das Unternehmen die ambitionierten Prognosen für 2026 trotz der gestiegenen Schuldenlast erfüllen?
Im abgelaufenen Jahr 2025 verzeichnete der IT-Dienstleister einen Umsatz von 22,47 Milliarden Euro. Trotz eines leichten Rückgangs beim unverwässerten Gewinn je Aktie auf 9,46 Euro entwickelten sich die operativen Kennzahlen solide. Der normalisierte Gewinn stieg um 5,8 Prozent auf 12,95 Euro, was dem Verwaltungsrat die Empfehlung einer stabilen Dividende von 3,40 Euro ermöglichte.
KI-Boom trifft auf Restrukturierung
Ein wesentlicher Treiber der aktuellen Entwicklung ist die Integration von „Generative and Agentic AI“, die im vierten Quartal bereits über zehn Prozent des Auftragseingangs ausmachte. Laut Management gehen Kunden zunehmend von Pilotprojekten zu unternehmensweiten Implementierungen über. Um diesen technologischen Wandel zu bewältigen, investiert Capgemini in den nächsten zwei Jahren rund 700 Millionen Euro in ein Restrukturierungsprogramm.
Diese Neuausrichtung sowie umfangreiche Zukäufe ließen die Nettoverschuldung zum Jahresende jedoch sprunghaft auf 5,3 Milliarden Euro ansteigen. Im Vorjahr lag dieser Wert noch bei 2,1 Milliarden Euro. Die Integration neuer Unternehmensteile bleibt somit eine zentrale Herausforderung für die kommenden Quartale.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Capgemini?
Wachstum durch Zukäufe
Für 2026 prognostiziert das Management ein währungsbereinigtes Umsatzplus von 6,5 bis 8,5 Prozent. Ein erheblicher Teil dieses Wachstums – etwa 4,5 bis 5 Prozentpunkte – soll dabei aus anorganischen Effekten durch Zukäufe resultieren. Die operative Marge wird in einer Spanne von 13,6 bis 13,8 Prozent erwartet, was eine leichte Verbesserung gegenüber dem Vorjahr signalisiert.
An der Börse wird die Entwicklung nach einer Schwächephase zuletzt wieder etwas optimistischer gewürdigt. Mit einem aktuellen Kurs von 105,65 Euro konnte die Aktie auf Sicht von sieben Tagen um 6,54 Prozent zulegen. Dennoch bleibt das Chartbild vorerst eingetrübt: Der Titel notiert weiterhin rund 21 Prozent unter seinem 200-Tage-Durchschnitt von 133,63 Euro und verzeichnet seit Jahresbeginn ein Minus von rund 25 Prozent.
Der Erfolg im laufenden Jahr hängt nun maßgeblich davon ab, wie effizient Capgemini die teuren Zukäufe integriert und die Restrukturierungskosten abfedert. Die Erreichung des geplanten organischen Free Cash Flows von bis zu 1,9 Milliarden Euro wird dabei der entscheidende Indikator für die finanzielle Stabilität des Konzerns sein.
Capgemini-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Capgemini-Analyse vom 19. Februar liefert die Antwort:
Die neusten Capgemini-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Capgemini-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 19. Februar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Capgemini: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
