Um vertragliche Lieferverpflichtungen gegenüber chinesischen Batterieherstellern zu erfüllen, wählt Glencore einen ungewöhnlichen Weg. Der weltgrößte Kobaltproduzent zieht massiv Bestände von der Warenbörse in Wuxi ab. Dieser Schritt offenbart die enormen Spannungen in den globalen Lieferketten, die durch staatliche Eingriffe im Kongo ausgelöst wurden.
Staatliche Quoten verknappen das Angebot
Die Demokratische Republik Kongo, die für rund 72 Prozent des weltweiten Kobaltangebots verantwortlich ist, diktiert aktuell den Markt. Nach einer anfänglichen Exportaussetzung drosselt die Regierung die Ausfuhren nun über ein striktes Quotensystem, das bis mindestens Ende 2027 gelten soll. Die Folgen zeigen sich deutlich an der chinesischen Wuxi-Börse: Dort halbierten sich die Kobaltbestände zwischen Ende Januar und März 2026 auf nur noch 3.934 Tonnen. Gleichzeitig kletterte der Preis für das Batteriemetall seit Februar 2025 um 160 Prozent auf über 57.000 US-Dollar je Tonne.
Für den Schweizer Rohstoffriesen bedeuten die Quoten eine signifikante Einschränkung der operativen Flexibilität. Während Glencore im vergangenen Jahr noch 33.500 Tonnen Kobalt im Kongo förderte, plant das Unternehmen für dieses Jahr nur noch Exporte von 22.800 Tonnen. Das Management priorisiert daher vorerst die Kupferproduktion in der Region.
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Milliarden-Deal in Kasachstan
Neben der Bewältigung der Kobalt-Engpässe ordnet der Konzern parallel andere Geschäftsbereiche neu. Nach gescheiterten Fusionsgesprächen mit Rio Tinto fokussiert sich Glencore auf gezielte Vermögensverkäufe. Aktuell laufen fortgeschrittene Verhandlungen über die Veräußerung der 70-Prozent-Beteiligung am kasachischen Zink- und Goldproduzenten Kazzinc. Der Deal mit dem lokalen Investor Shakhmurat Mutalip könnte ein Volumen von 4 bis 4,5 Milliarden US-Dollar erreichen.
An der Börse wird dieser strategische Umbau offensichtlich honoriert. Seit Jahresanfang verzeichnet das Papier ein solides Plus von 25,46 Prozent und notiert aktuell bei 5,95 Euro.
Die angespannte Lage auf dem Kobaltmarkt wird den Konzern als Produzent und Händler noch länger begleiten, da die kongolesischen Exportbeschränkungen eine mehrjährige Anpassungsphase für die Automobilindustrie erzwingen. Konkrete Details zur weiteren Kapitalallokation und dem Fortschritt der angepeilten Vermögensverkäufe wird das Management auf der anstehenden Hauptversammlung am 28. Mai 2026 präsentieren.
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