Rund 11 Milliarden Dollar hat Bayer die Roundup-Litigation bisher gekostet — und ein Ende ist noch nicht in Sicht. Gleichzeitig enttäuschte der Ausblick auf 2026 die Märkte, die Aktie hat seit dem Februar-Hoch rund 21 Prozent verloren. Doch ausgerechnet jetzt verdichten sich die Signale, dass 2026 zum Wendejahr werden könnte.
Vergleich auf dem Weg — aber mit Widerstand
Am 4. März erhielt Bayers vorgeschlagener Klassenvergleich über 7,25 Milliarden Dollar die vorläufige Genehmigung des 22nd Judicial Circuit Court of Missouri. Der Deal würde den Großteil der rund 65.000 noch offenen Klagen von Roundup-Anwendern beilegen, die an Non-Hodgkin-Lymphom erkrankt sind. Bayer räumt dabei keine Haftung ein.
Der Weg zur endgültigen Genehmigung ist allerdings nicht frei: Anwälte aus 14 Kanzleien, die fast 20.000 potenzielle Kläger vertreten, haben beantragt, den Prozess zu verlangsamen. Die vorgeschlagene Haftungsfreistellung sei „atemberaubend weit gefasst“, so die Kritik. Bis zum 4. Juni können Mitglieder der Klägerklasse Einwände erheben oder aussteigen.
Parallel dazu kämpft Bayer auf dem Gesetzgebungsweg. In rund einem Dutzend US-Bundesstaaten unterstützt das Unternehmen Gesetzesentwürfe, die Klagen wegen fehlender Krebswarnungen auf Pestiziden erschweren sollen. North Dakota und Georgia haben entsprechende Gesetze bereits verabschiedet. Der entscheidendere Schauplatz liegt jedoch in Washington: Am 27. April 2026 verhandelt der US Supreme Court, ob Bundesrecht staatliche Klagen wegen fehlender Warnhinweise grundsätzlich ausschließt. Ein günstiges Urteil könnte die Klagewelle weitgehend beenden.
Zahlen 2025: Solide Basis, schwieriges Jahr voraus
Das Geschäftsjahr 2025 lief im Rahmen der eigenen Ziele. Der Konzernumsatz erreichte 45,6 Milliarden Euro, das bereinigte Ergebnis je Aktie lag bei 4,91 Euro. Unter dem Strich blieb wegen hoher Sonderaufwendungen für Rechtsstreitigkeiten ein Nettoverlust von 3,6 Milliarden Euro. Das Agrargeschäft lieferte dabei einen positiven Akzent: Das Mais-Saatgutgeschäft wuchs währungsbereinigt um 13,2 Prozent.
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Für 2026 rechnet Bayer mit einem EBITDA vor Sonderposten zwischen 9,1 und 9,6 Milliarden Euro — das obere Ende liegt knapp unter den Analystenschätzungen. Gravierender ist der erwartete negative freie Cashflow von minus 1,5 bis minus 2,5 Milliarden Euro, in den rund 5 Milliarden Euro an Rechtsstreitigkeits-Auszahlungen eingepreist sind. Die Nettoverschuldung dürfte dadurch bis Jahresende wieder auf 32 bis 33 Milliarden Euro steigen — nach zuletzt 29,8 Milliarden Euro.
Aktie zwischen Belastung und Katalysator
Mit einem RSI von knapp 20 signalisiert die Aktie eine deutliche Überverkauft-Situation. Das spiegelt die Stimmungslage: Der enttäuschende Ausblick und die anhaltende Unsicherheit rund um die Klagen haben das Papier seit dem Februarhoch bei 49,17 Euro merklich unter Druck gesetzt.
Zwei Termine werden den weiteren Verlauf maßgeblich bestimmen: das Supreme-Court-Urteil, das nach der Anhörung am 27. April erwartet wird, sowie die Quartalszahlen am 12. Mai 2026. Fällt das Urteil zugunsten Bayers aus und erhält der Klassenvergleich die finale Gerichtsgenehmigung, wäre die jahrelange Rechtslast zumindest strukturell eingehegt — und der Markt müsste die Aktie neu bewerten.
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