Stadler Rail Aktie: Operativer Kraftakt

Stadler Rail erhöht die Arbeitszeit im Berliner Werk, um Produktionsziele zu erreichen, kämpft aber mit negativem Cashflow und Lieferkettenproblemen. Ein neuer Verwaltungsrat soll die Profitabilität steigern.

Dieter Jaworski ·

Kurz zusammengefasst

  • Produktivitätssteigerung durch längere Arbeitszeiten in Berlin
  • Hoher negativer Free Cashflow belastet Bilanz
  • Lieferketten weiterhin durch Flutfolgen beeinträchtigt
  • Neue Verwaltungsräte für höhere EBIT-Marge eingesetzt

Der Schweizer Schienenfahrzeughersteller Stadler Rail drückt aufs Tempo. Während im Berliner Werk die Bänder dank einer Arbeitszeiterhöhung schneller laufen, trüben Nachwehen der Flutkatastrophe in Valencia und ein massiver Cash-Drain die finanzielle Zwischenbilanz. Das Management steuert nun mit einem prominent besetzten Verwaltungsrat und ehrgeizigen Margenzielen gegen.

Mehr Arbeit für mehr Effizienz

Um die operativen Ziele für 2026 zu erreichen, setzt das Unternehmen direkt an der Basis an. Im Berliner Werk arbeiten die Beschäftigten seit einem Tarifabschluss im April 2025 nun 40 statt 38 Stunden pro Woche. Diese Maßnahme zur Standortsicherung erhöht die Produktivität spürbar. Das ist entscheidend, da bis Ende 2026 der Abruf von bis zu 1.500 Metro-Wagen für die Berliner Verkehrsbetriebe sowie 350 S-Bahnen ansteht.

Parallel dazu rollen nun die lange ungenutzten FLIRT-Triebzüge für den Betreiber Arriva in der niederländischen Provinz Limburg. Die Zuverlässigkeit dieser Flotte im täglichen Linienbetrieb gilt als wichtiges Argument für künftige europaweite Service- und Wartungsverträge.

Lieferketten und das Cash-Problem

Finanziell zeigt sich ein zweigeteiltes Bild. Für das laufende Jahr bestätigt das Management einen angepeilten Umsatz von deutlich über 5 Milliarden Franken und eine EBIT-Marge von mehr als 5 Prozent. Dem steht ein tiefroter Free Cashflow gegenüber, der im Gesamtjahr 2025 bei minus 588,4 Millionen Franken lag. Finanzchef Raphael Widmer rechnet auch für 2026 nicht mit einer schnellen Entspannung beim Nettoumlaufvermögen.

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Erschwerend kommt hinzu, dass Nachwehen der Flutkatastrophe in Valencia die Lieferketten vereinzelt noch bis ins Jahr 2027 belasten. Auch der starke Franken und die schwächelnde deutsche Wirtschaft hinterlassen weiterhin Spuren in den Büchern.

Umbau an der Spitze

Frischer Wind auf Führungsebene soll helfen, den Kurs in diesem anspruchsvollen Umfeld zu stabilisieren. Auf der anstehenden Generalversammlung am 5. Mai rücken mit Sabrina Soussan, frühere Co-CEO von Siemens Mobility, und Airbus-Manager Michael Schöllhorn zwei profilierte Industrie-Köpfe in den Verwaltungsrat auf. Sie ersetzen die langjährigen Mitglieder Christoph Franz und Wojciech Kostrzewa.

Das übergeordnete Ziel des umgebauten Gremiums ist klar definiert: Mittelfristig soll die EBIT-Marge bei stabilen Umsätzen auf 6 bis 8 Prozent klettern. Ob die eingeleiteten Effizienzprogramme in Berlin und anderen Standorten die dafür nötige Hebelwirkung entfalten, werden die Halbjahreszahlen 2026 als erster harter Prüfstein belegen.

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Stadler Rail Aktie

22,12 EUR

– 0,42 EUR -1,86 %
KGV 23,23
Sektor Industrieunternehmen
Div.-Rendite 2,41 %
Marktkapitalisierung 2,04 Mrd. EUR
ISIN: CH0002178181 WKN: A2ACPS

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