Nike Aktie: Margen bremsen

Nike kämpft mit sinkenden Bruttomargen und einem schwierigen China-Geschäft, während das Top-Management durch Aktienkäufe langfristiges Vertrauen signalisiert.

Kurz zusammengefasst:
  • Bruttomarge sank im Quartal deutlich
  • Insider kaufen trotz Bewertungsdruck zu
  • Branchenwachstum für Sneaker verlangsamt sich
  • Analystenmeinungen gehen stark auseinander

Nike liefert operative Fortschritte und Insider greifen zu, doch die Börse bleibt zurückhaltend. Der Konzern kämpft mit sinkenden Bruttomargen, einem heiklen China-Geschäft und skeptischeren Wachstumsaussichten für die gesamte Sneaker-Branche. Im Zentrum steht damit weniger die Frage nach der Marke – sondern ob das Geschäftsmodell in der neuen Realität wieder an Dynamik gewinnen kann.

Druck auf die Marge

Am Donnerstag schloss die Aktie bei 64,59 US‑Dollar und liegt damit klar über ihren mittelfristigen Durchschnittskursen der vergangenen 50 und 200 Tage. Trotz dieser Erholung bleibt der Titel auf Jahressicht im Minus und deutlich unter dem 52‑Wochen-Hoch, was den anhaltenden Bewertungsdruck widerspiegelt.

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Der zentrale Belastungsfaktor ist die Bruttomarge. Im jüngsten Quartal sank sie um 300 Basispunkte auf 40,6 %. Analysten führen das vor allem auf höhere Zölle und eine Verschiebung im Vertriebsmix zurück. Während der Direktvertrieb an Endkunden (DTC) um 9 % zurückging, legten die Umsätze im Großhandelsgeschäft um 8 % zu. Mehr Wholesale heißt für Nike zwar Reichweite, aber tendenziell niedrigere Margen.

Barclays bestätigte am 15. Januar sein „Neutral“ (Equal Weight) Rating und ein Kursziel von 64 US‑Dollar – also ziemlich genau auf aktuellem Niveau. Analystin Adrienne Yih sieht zwar Fortschritte in Nordamerika unter CEO Elliott Hill, betont aber, dass ein „tiefgreifender Umbau“ in China nötig sei. Dort sind die Umsätze zuletzt spürbar zurückgegangen und dämpfen den Effekt der nordamerikanischen Erholung.

Skepsis beim Sneaker-Boom

Zusätzlichen Gegenwind bringt eine Branchenstudie der Bank of America. Nach 20 Jahren starkem Wachstum rechnen die Analysten damit, dass der globale Sneaker-Boom in eine deutlich reifere Phase eintritt. Künftige Wachstumsraten sollen demnach nur noch bei 4–5 % pro Jahr liegen – bisher waren im Schnitt rund 9 % drin. Begründet wird das mit Marktsättigung und sich wandelnden Konsumtrends.

Diese Zurückhaltung spiegelt sich in der verhaltenen Reaktion auf neue Produkte. Die angekündigte „NikeSKIMS Rift Mesh“-Kollaboration mit Kim Kardashian sorgt zwar für Schlagzeilen, hat laut ersten Einschätzungen aber bislang keinen klaren Nachfrage-Schub ausgelöst. Die Hoffnung auf sofortige Impulse für das Wachstum erfüllt sich damit vorerst nicht.

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Gleichzeitig bleibt die Bewertung anspruchsvoll: Je nach zugrunde gelegtem Gewinn wird das Papier mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis zwischen 28 und 39 gehandelt – am oberen Ende der eigenen Historie. Investoren schauen daher sehr genau hin, ob der strategische Schwenk zurück zu mehr Großhandels-Partnerschaften das Umsatzwachstum stützen kann, ohne die Marge weiter auszuhöhlen.

Insider setzen auf die Wende

Auf Managementebene sieht das Bild deutlich zuversichtlicher aus. Am 15. Januar wurde bekannt, dass Aufsichtsrat Robert Holmes Swan 8.691 Aktien gekauft hat. Bereits Ende Dezember hatte Apple‑Chef und Nike‑Lead Independent Director Tim Cook seinen Bestand mit einem Zukauf von 50.000 Aktien nahezu verdoppelt. Auch CEO Elliott Hill tritt als Netto-Käufer auf.

Diese Käufe deuten darauf hin, dass das Top-Management die aktuelle Bewertung als attraktiv für einen langfristigen Einstieg ansieht und an die eigene Turnaround-Strategie glaubt. Bemerkenswert ist zudem das Umfeld dieser Käufe: Das Handelsvolumen am Donnerstag lag rund 28 % unter dem Durchschnitt, was auf Zurückhaltung institutioneller Investoren schließen lässt – während Insider gleichzeitig Positionen aufbauen.

Operativ gibt es neben prominenten, aber noch unbewiesenen Kooperationen auch konkrete Lichtblicke. Daten der Resale-Plattform StockX vom 15. Januar zeigen, dass der „Nike ReactX Rejuven8“-Schuh 2025 für einen starken Anstieg der Weiterverkaufsvolumina in diesem Segment sorgte. Das signalisiert, dass die Marke in einzelnen Linien weiterhin sehr gefragt ist, auch wenn der Gesamtmarkt an Tempo verliert.

Ausblick: Margen im Fokus

Der Blick nach vorn ist von vorsichtigem Optimismus geprägt. Im Durchschnitt stufen Analysten die Aktie als „Moderate Buy“ ein, das Konsenskursziel liegt bei rund 75,13 US‑Dollar – etwa 16 % über dem aktuellen Kurs. Die Spanne der Einschätzungen ist allerdings ungewöhnlich breit: BNP Paribas sieht mit 35 US‑Dollar deutliches Abwärtspotenzial, Jefferies mit 110 US‑Dollar erheblichen Spielraum nach oben. Das unterstreicht, wie unterschiedlich die Risiken und Chancen bewertet werden.

Kurzfristig rückt die Marke um 64 US‑Dollar als technische Unterstützung in den Vordergrund, zumal heute Optionskontrakte auslaufen, darunter 9.000 Put-Optionen mit einem Strike bei 80 US‑Dollar, die jüngst gehandelt wurden. Für die weitere Kursentwicklung wird entscheidend sein, ob Nike im laufenden Quartal seine Bruttomargen trotz Zollbelastungen stabilisieren kann und ob der Mix aus Wholesale-Offensive und gezielten Produktimpulsen reicht, um das Vertrauen in das Gewinnprofil wieder zu stärken.

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