Coinbase Aktie: Regulierungsdruck

Ein US-Senatsentwurf könnte Zinseinnahmen auf Stablecoins verbieten und damit ein wichtiges Geschäftsfeld von Coinbase gefährden. Analysten bleiben trotz regulatorischer Risiken optimistisch.

Kurz zusammengefasst:
  • Senatsentwurf bedroht Zinszahlungen für Stablecoins
  • Coinbase erzielt Milliarden-Erträge aus diesem Geschäft
  • Mehrere große Banken heben ihre Kaufempfehlungen an
  • Aktie zeigt zuletzt starke Erholung an der Börse

In Washington nimmt die Kryptoregulierung wieder Fahrt auf – und mitten im politischen Ringen steht Coinbase. Ein neuer Gesetzesentwurf im US-Senat könnte der Branche zwar mehr Rechtssicherheit bringen, zugleich aber ein zentrales Ertragsfeld der Börse unter Druck setzen: die Zinseinnahmen auf Stablecoins. Für Anleger ist diese Woche damit ein wichtiger Stimmungstest für die weitere Coinbase-Story.

Neuer Krypto-Rahmen aus dem Senat

Am Montag haben US-Senatoren einen umfangreichen Entwurf für ein Krypto-Marktstrukturgesetz vorgelegt. Kernziel: Klarere Zuständigkeiten von SEC und CFTC sowie ein einheitlicher regulatorischer Rahmen für digitale Assets. Gelingt das, könnte das den Weg für eine breitere Akzeptanz von Kryptowerten ebnen – etwas, worauf die Branche seit Jahren drängt.

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Der Weg dorthin ist aber politisch holprig. Vor der für Donnerstag angesetzten Anhörung im Bankenausschuss des Senats wurden laut CoinDesk über 75 Änderungsanträge eingereicht. Die Spannbreite ist groß:

  • vollständige Verbote von Stablecoin-Zinsen
  • Beschränkungen für die Teilnahme von Amtsträgern an Krypto-Investments
  • Detailregeln zu Offenlegungspflichten bei Stablecoin-Angeboten

Die Vorschläge kommen aus beiden politischen Lagern – genannt werden unter anderem die republikanischen Senatoren Thom Tillis, Cynthia Lummis und Tim Scott sowie die Demokraten Elizabeth Warren, Ruben Gallego und Angela Alsobrooks. Das unterstreicht, wie umkämpft die Details sind.

Parallel hat der Landwirtschaftsausschuss des Senats seine eigene Anhörung auf den 27. Januar verschoben. Das zeigt, dass der überparteiliche Konsens noch längst nicht steht und die Verhandlungen Zeit brauchen werden.

Stablecoin-Erträge im Fokus

Besonders heikel für Coinbase ist ein Punkt: der Umgang mit Zins- und Bonuszahlungen auf Stablecoins. Das Unternehmen macht deutlich Druck in Washington, um dieses Geschäftsmodell zu erhalten.

Über das Programm „Coinbase One“ bietet die Plattform aktuell 3,5 % Belohnung auf Guthaben in USDC. Für 2025 werden die Stablecoin-Erträge des Unternehmens auf rund 1,3 Milliarden US-Dollar geschätzt – ein bedeutender Beitrag zum Gesamtumsatz. Sollte das Gesetz Zinszahlungen allein für das bloße Halten von Stablecoins verbieten, könnte dieser Strom deutlich dünner werden.

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Der aktuelle Entwurf sieht genau das vor: Zinsen nur fürs Halten wären untersagt. Erlaubt blieben hingegen Belohnungen für konkrete Aktivitäten, etwa für Zahlungen oder für klar definierte Treueprogramme. SEC und CFTC müssten dazu gemeinsame Regeln mit detaillierten Offenlegungspflichten für Stablecoin-Rewards erlassen.

Faryar Shirzad, Policy-Chef von Coinbase, argumentiert, dass attraktive Stablecoin-Erträge auch geopolitische Dimensionen haben. Aus seiner Sicht stützt das Modell die Rolle des US-Dollars im digitalen Währungswettbewerb – zumal China angekündigt hat, beim digitalen Yuan künftig ebenfalls Zinsen zu zahlen. Genau dieser Punkt macht das Thema für Coinbase so sensibel.

Analysten drehen den Daumen nach oben

Während auf der regulatorischen Seite Unsicherheit bleibt, kommt von der Wall Street Rückenwind. In den vergangenen Tagen haben mehrere große Häuser ihre Einschätzung für die Coinbase-Aktie angehoben:

  • Goldman Sachs stufte COIN am 5. Januar auf „Buy“ hoch und erhöhte das Kursziel von 294 auf 303 US-Dollar. Gleichzeitig wurde Wettbewerber eToro auf „Neutral“ abgestuft.
  • Bank of America zog am 8. Januar nach, hob auf „Buy“ mit Kursziel 340 US-Dollar an und verwies auf die Expansion von Coinbase über klassische Krypto-Services hinaus – etwa in Richtung Aktienhandel und Prognosemärkte.
  • Bernstein bleibt bei „Outperform“, senkte am 6. Januar aber das Kursziel von 510 auf 440 US-Dollar.
  • BTIG bestätigte nach einer Produktvorstellung im Dezember die Einstufung „Buy“ mit einem Ziel von 420 US-Dollar.

Im Schnitt liegen die Kursziele von 25 Analysten laut den vorliegenden Daten bei rund 382,57 US-Dollar, der Konsens lautet weiter „Buy“. Das spiegelt die Erwartung wider, dass Coinbase vom wachsenden Krypto-Ökosystem profitieren kann – trotz regulatorischer Risiken.

Am Markt hat sich die Aktie zuletzt spürbar erholt: In den vergangenen 30 Tagen legte der Kurs um rund 19 % zu, liegt mit aktuell 252,69 US-Dollar aber immer noch deutlich unter dem 52-Wochen-Hoch und zeigt mit einem RSI von knapp 73 bereits ein überkauftes Niveau.

Ausblick: Entscheidungstage in Washington

Für die nächsten Wochen zeichnen sich zwei zentrale Wegmarken ab. Zunächst gilt der Markup-Termin des Bankenausschusses am Donnerstag, 16. Januar, als wichtiger Testlauf. Das Gesetz benötigt 60 Stimmen im Senat und damit eine breite überparteiliche Mehrheit. Nach Einschätzung von Bloomberg-Intelligence-Analyst Nathan Dean könnte der bislang zähe Fortschritt die Chancen auf eine Verabschiedung noch im ersten Halbjahr unter 70 % drücken.

Unabhängig vom Tempo des Gesetzgebungsverfahrens rückt danach schnell der nächste Fixpunkt für die Aktie in den Vordergrund: Am 12. Februar will Coinbase die Zahlen für das vierte Quartal 2025 vorlegen. Analysten kalkulieren derzeit mit einem Gewinn je Aktie von 0,93 US-Dollar im Quartal und 7,94 US-Dollar für das Gesamtjahr 2025. Zusammengenommen werden damit zwei Faktoren zum Taktgeber für die Kursentwicklung: Wie stark greift die Politik in das Stablecoin-Geschäft ein – und kann Coinbase mit den anstehenden Zahlen die hohen Erwartungen der Wall Street bestätigen?

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