Oracle vollzieht derzeit einen tiefgreifenden strategischen Wandel. Während der Softwarekonzern das stärkste Quartal seit über einem Jahrzehnt feiert und in neue Finanztechnologien expandiert, steht intern ein massiver Stellenabbau an. Zehntausende Arbeitsplätze sollen weichen, um den kapitalintensiven Ausbau der KI-Infrastruktur zu finanzieren.
Um die enormen Vorlaufkosten für neue Datenzentren und Chips zu stemmen, plant das Management laut Berichten die Streichung von 20.000 bis 30.000 Stellen. Das entspricht bis zu 18 Prozent der weltweiten Belegschaft. Analysten von TD Cowen schätzen, dass dieser Schritt zwischen acht und zehn Milliarden US-Dollar an Barmitteln freisetzen könnte. Gleichzeitig geht das Unternehmen davon aus, dass Künstliche Intelligenz künftig einen Teil der wegfallenden Positionen kompensieren wird. Es ist ein direkter Tausch von Personal gegen Infrastrukturkapazitäten.
Starkes Kerngeschäft und neue Märkte
Dieser strikte Sparkurs trifft auf ein fundamental florierendes Geschäft. Im dritten Quartal 2026 kletterte der Gesamtumsatz um 22 Prozent auf 17,2 Milliarden US-Dollar. Besonders die Cloud-Infrastruktur glänzte mit einem Plus von 84 Prozent, angetrieben von einer explodierenden Nachfrage nach KI-Lösungen.
Um das eigene Ökosystem weiter auszubauen, verkündete Oracle am Dienstag zudem eine strategische Partnerschaft mit dem Finanzdienstleister Alviere. Durch die Integration regulierter Zahlungsdienste direkt in die eigenen Software-Anwendungen erschließt sich der Konzern neue Einnahmequellen im Bereich der Unternehmensfinanzen. Oracle beteiligt sich im Zuge dessen auch finanziell an Alviere und vertieft damit seinen Fußabdruck im Fintech-Sektor.
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Schuldenberg und Analysten-Ziele
Der aggressive Expansionskurs hat allerdings seinen Preis. Die Gesamtverschuldung kletterte in der ersten Hälfte des aktuellen Geschäftsjahres auf über 108 Milliarden US-Dollar. Erst im Februar sammelte Oracle weitere 30 Milliarden US-Dollar über Anleihen und Vorzugsaktien ein. Die Ratingagentur Moody’s bewertet Oracle derzeit mit Baa2, was lediglich zwei Stufen über dem sogenannten Ramschniveau liegt.
Trotz dieser finanziellen Belastung und einem Kursrückgang von knapp 20 Prozent seit Jahresanfang auf aktuell rund 134 Euro reagiert die Wall Street positiv auf die angehobene Umsatzprognose für 2027. Nach Vorlage der Quartalszahlen passten mehrere Experten ihre Einschätzungen an:
- JPMorgan: Hochstufung auf „Overweight“, Kursziel 210 US-Dollar
- Barclays: Kurszielanhebung auf 240 US-Dollar
Mit einem vertraglichen Auftragsbestand von 553 Milliarden US-Dollar hat Oracle ein massives Fundament gelegt. Die konkrete Aufgabe für das Management in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres 2026 besteht nun darin, diese Rekordaufträge durch die neuen Partnerschaften und die umstrukturierte Belegschaft effizient in tatsächliche Umsätze umzuwandeln.
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