Viking Therapeutics Aktie: Zwei Seiten

Viking meldet schnelle Rekrutierung in Phase-3-Studien für sein Adipositas-Medikament, während die Verlustprognosen für 2025 und 2026 angehoben wurden. Die Aktie steht zwischen klinischem Momentum und finanziellen Herausforderungen.

Kurz zusammengefasst:
  • Schnelle Rekrutierung in Phase-3-Studien VANQUISH-1 und -2
  • Gestiegene Verlustprognosen für 2025 und 2026
  • Orale Variante zeigte 12,2 % Gewichtsverlust in Phase 2
  • Hohe Bewertung und gemischte Analystenmeinungen

Starke Fortschritte in den Phase-3-Studien treffen auf schwächere Ergebnisprognosen und eine hohe Bewertung. Viking Therapeutics meldet eine zügige Rekrutierung in den VANQUISH-Studien zum Adipositas-Medikament VK2735, während die erwarteten Verluste je Aktie für 2025 und 2026 zuletzt weiter gestiegen sind. Für die Aktie entsteht damit ein Spannungsfeld zwischen klinischem Momentum und finanziellen Belastungen.

VANQUISH-Programm legt Tempo vor

Der zentrale Treiber ist derzeit die späte klinische Entwicklung von VK2735. Laut Daten von gestern kommt Viking bei den zulassungsrelevanten Phase-3-Programmen schneller voran als zunächst geplant.

Viking Therapeutics

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  • VANQUISH-1: Rund 4.650 Patienten rekrutiert, ursprüngliches Ziel übertroffen
  • VANQUISH-2: Abschluss der Rekrutierung von etwa 1.100 Patienten bis Ende des laufenden Quartals (Q1 2026) angepeilt
  • Wirkmechanismus: Dualer Agonist für GLP‑1- und GIP‑Rezeptoren (VK2735)
  • Orale Variante: Phase‑2-Daten mit 12,2 % Gewichtsverlust nach 13 Wochen

Das hohe Tempo bei der Patienteneinschreibung in beiden Studien deutet auf eine robuste Nachfrage von Patienten und Ärzten hin. Für Viking ist das wichtig, weil umfangreiche und schnelle Rekrutierung die Basis für zeitnahe Daten und mögliche Zulassungsanträge legt.

Klinische Daten: Orale und injizierbare Variante

VK2735 wird parallel als subkutane und als orale Formulierung entwickelt. Besonders die orale Variante hatte in einer Phase‑2-Studie mit einem durchschnittlichen Gewichtsverlust von 12,2 % über 13 Wochen für Aufmerksamkeit gesorgt.

Die Möglichkeit, denselben Wirkstoff sowohl als Injektion als auch in Tablettenform anzubieten, gilt als strategischer Pluspunkt. Sie könnte später flexible Behandlungsregime ermöglichen – etwa den Wechsel zwischen oraler und injizierbarer Therapie je nach Patientenprofil oder Krankheitsverlauf.

Finanzentwicklung: Verluste weiten sich aus

Auf der finanziellen Seite trüben sich die Erwartungen ein. Marktanalysen von gestern zeigen, dass die Verlustschätzungen für die kommenden Jahre angehoben wurden.

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  • Erwarteter Verlust je Aktie 2025: Anstieg der Prognose von 2,63 auf 2,68 US‑Dollar in den letzten 60 Tagen
  • Erwarteter Verlust je Aktie 2026: Anstieg von 3,80 auf 3,88 US‑Dollar im gleichen Zeitraum

Parallel dazu fällt die Bewertung anspruchsvoll aus. Die Aktie wird aktuell mit etwa dem 5,58‑fachen des Buchwerts gehandelt. Das liegt deutlich über dem Branchendurchschnitt von 3,61. Damit preist der Markt bereits erhebliche künftige Erfolge ein. Verzögerungen bei klinischen Ergebnissen oder beim Markteintritt könnten die Volatilität verstärken.

Starker Wettbewerb im Adipositasmarkt

Der Markt für Adipositas-Therapien bleibt 2026 hart umkämpft. Während Viking seine Phase‑3-Programme vorantreibt, bauen etablierte Wettbewerber ihre Position aus. Novo Nordisk hat die Zulassung für eine orale Wegovy-Formulierung erhalten und plant den Marktstart noch im Januar.

Für Viking erhöht das den Druck, VK2735 klar zu positionieren – sowohl in der oralen als auch in der subkutanen Variante. Die bisher gezeigten Wirksamkeitsdaten der oralen Version mit zweistelligen Gewichtsverlusten verschaffen dem Unternehmen jedoch eine Ausgangsbasis, um sich im Wettbewerb zu behaupten.

Analystenbild und Bewertungsspannung

Die Einschätzungen zur Aktie fallen gemischt aus. Auf der einen Seite steht ein mehrheitlich positiver Analystenkonsens mit Kurszielen im Bereich von 87 bis 102 US‑Dollar. Auf der anderen Seite signalisieren modellbasierte Bewertungen mehr Zurückhaltung.

Der Zacks Rank liegt aktuell bei #4 (Sell). Hauptgrund sind die negativen Anpassungen der Ergebnisprognosen für 2025 und 2026. Die Diskrepanz zwischen einem formalen „Sell“-Rank und hohen Kurszielen macht deutlich, wie stark die Wahrnehmung von Risiko und Chance auseinandergeht. Anleger gewichten derzeit die zunehmenden Verluste gegen das kommerzielle Potenzial des VANQUISH-Programms.

Fazit: Klinische Stärke, finanzielle Belastung

Viking Therapeutics verbindet aktuell zwei klare Entwicklungen: operative Stärke in der klinischen Umsetzung und eine Verschlechterung der kurzfristigen Ergebnisprognosen. Die weit fortgeschrittene Rekrutierung in VANQUISH‑1 und der erwartete Abschluss von VANQUISH‑2 bis Ende des ersten Quartals 2026 schaffen eine solide Basis für die nächsten Datenreadouts. Gleichzeitig erhöhen die gestiegenen Verlustschätzungen und das hohe Kurs-Buchwert-Verhältnis die Ansprüche an künftige Studienergebnisse und die spätere Kommerzialisierung von VK2735.

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