Zwei Kreuzfahrtschiffe mit insgesamt rund 5.000 Passagieren sitzen in der Golfregion fest. Die militärische Eskalation im Nahen Osten zwingt TUI zur größten Evakuierungsaktion seit der Pandemie – und stellt die Jahresprognose auf die Probe.
Massenevakuierung aus Doha und Abu Dhabi
Die „Mein Schiff 4″ und „Mein Schiff 5″ liegen wegen der Sicherheitslage in den Häfen von Doha und Abu Dhabi fest. TUI hat sechs Kreuzfahrten abgesagt, darunter alle Abfahrten zwischen dem 28. Februar und 9. März.
Am Samstag landeten weitere 640 Gäste der „Mein Schiff 4″ in Frankfurt. Insgesamt sind mittlerweile über 2.000 der rund 2.500 Passagiere zurück in Deutschland. Für die „Mein Schiff 5″ laufen erste Rückholflüge an, die Koordination gestaltet sich jedoch schwierig: Die Straße von Hormuz ist für die zivile Schifffahrt blockiert, Luftraumsperren über den Vereinigten Arabischen Emiraten und Katar erschweren die Organisation.
Reisewarnungen und Routenänderungen
Seit dem 28. Februar gelten Reisewarnungen für elf Länder im Nahen Osten, darunter die Vereinigten Arabischen Emirate, Katar und Saudi-Arabien. TUI arbeitet mit Partnerairlines wie Emirates zusammen, um die Heimreise zu organisieren.
Für die Sommersaison plant der Konzern, beide Schiffe über die Route um Afrika zurück nach Europa zu führen. Eine Passage durch das Rote Meer und den Suezkanal gilt als zu gefährlich.
Finanzielle Belastung und Buchungsverhalten
Analysten rechnen mit einem Gewinnrückgang von 25 Millionen Euro, falls sich die Lage nicht rasch entspannt. TUI-Chef Sebastian Ebel berichtet von spürbarer Zurückhaltung bei Buchungen für die Golfregion. Reisende würden auf die Karibik ausweichen. Er rechnet damit, dass es „einige Monate dauern kann, bis sich das wieder normalisiert“.
Die Aktie fiel binnen eines Monats um über 20 Prozent. Ebel und Finanzvorstand Mathias Kiep nutzten die Kursschwäche für eigene Zukäufe.
Wachstumsstrategie läuft parallel weiter
Trotz der Krise hält TUI an seiner Hotel-Offensive fest. Am 1. Juni 2026 eröffnet das „TUI Blue Yangtze Shanghai“ mit 103 Zimmern – der nächste Schritt in Asien. Für das „Robinson Boa Vista“ auf den Kapverden sind die Buchungen freigegeben, die Eröffnung folgt am 6. März 2027. Weltweit befinden sich über 70 weitere Hotelprojekte in der Pipeline.
Vor der Krise lag die Auslastung im Kreuzfahrtbereich bei 99 Prozent, die verfügbaren Passagiertage stiegen um 18 Prozent auf 11,4 Millionen. Die Wachstumsziele für 2026 – ein Umsatzplus von 2 bis 4 Prozent sowie ein EBIT-Anstieg um 7 bis 10 Prozent – hat TUI bislang bestätigt. MWB Research sieht diese Prognose noch nicht gefährdet.
Am 13. Mai legt TUI den Halbjahresbericht vor. Die Buchungsdaten für den Sommer werden zeigen, ob die regionale Krise das Gesamtgeschäft belastet oder die Nachfrage stabil bleibt.
TUI-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue TUI-Analyse vom 8. März liefert die Antwort:
Die neusten TUI-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für TUI-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 8. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
TUI: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
