Eli Lilly stellt seine Weichen im Abnehmmittel-Markt neu. Nach dem US-Start der oralen Wegovy-Variante von Novo Nordisk liefern das Management, ein milliardenschweres KI-Projekt mit NVIDIA und eine Übernahme im Immunologie-Bereich wichtige Orientierungspunkte. Im Zentrum steht dabei eine Frage: Kann Lilly den leichten Timing-Nachteil im „Pillen-Rennen“ mit einem attraktiveren Produktprofil ausgleichen?
Klarer Zeitplan für Orforglipron
Den kurzfristig wichtigsten Impuls setzte Finanzchef Lucas Montarce auf der J.P. Morgan Healthcare Conference am Dienstag. Er stellte in Aussicht, dass die US-Gesundheitsbehörde FDA über das orale Abnehmpräparat Orforglipron bereits „frühestens im zweiten Quartal dieses Jahres“ entscheiden könnte.
Damit rückt ein klarer Zeitkorridor für den möglichen Marktstart in den Vordergrund und relativiert frühere, optimistischere Spekulationen über eine Zulassung bereits im ersten Quartal. Für Investoren schafft das Planbarkeit, auch wenn Novo Nordisk zunächst die Nase vorn hat.
KI-Allianz mit NVIDIA und Zukauf in der Immunologie
Unmittelbar zuvor hatte Eli Lilly am Montag eine strategische Kooperation mit NVIDIA angekündigt. Beide Konzerne wollen in der Bay Area ein gemeinsames KI-Co-Innovation Lab aufbauen.
- Investitionsvolumen: bis zu 1 Mrd. US-Dollar über fünf Jahre
- Technologische Basis: NVIDIAs BioNeMo-Plattform
- Ziel: Beschleunigung der Wirkstoffforschung, insbesondere bei komplexen biologischen und chemischen Substanzen
Die Partnerschaft soll Entwicklungszeiten verkürzen und die Pipeline breiter und effizienter machen. Parallel dazu preisen Marktteilnehmer den bereits in der Vorwoche bestätigten Zukauf von Ventyx Biosciences ein.
Der Bar-Kaufpreis von 1,2 Mrd. US-Dollar (14 US-Dollar je Aktie) stärkt die Immunologie-Pipeline und reduziert die Abhängigkeit von der dominierenden Stoffwechsel-Sparte. Damit setzt Lilly klar auf Diversifikation neben dem lukrativen Adipositas-Geschäft.
„Battle of the Pills“: Novo vorn, Lilly auf Qualität
Im Kontext des Wettbewerbs um orale Abnehmpräparate liegt der Zeitplan für Orforglipron leicht hinter Novo Nordisk. Die Dänen haben ihre orale Wegovy-Variante bereits am 5. Januar in den USA eingeführt. Diese Einführung hatte zu Monatsbeginn einen Kursrückgang von rund 3,6 % bei Eli Lilly ausgelöst – Ausdruck der Sorge, einen möglichen First-Mover-Vorteil zu verspielen.
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Branchenanalysten verweisen jedoch auf einen potenziellen Trumpf von Orforglipron: die Handhabung im Alltag. Während die aktuelle orale Wegovy-Version an strenge Nüchternzeiten und Trinkmengen gebunden ist, deuten Studiendaten bei Orforglipron auf weniger Einschränkungen bei der Einnahme hin. Das könnte die Therapietreue erhöhen und in der Praxis stärker ins Gewicht fallen als ein früherer Marktstart.
Die leichte Verzögerung Richtung zweites Quartal verschiebt somit die Rolle: Lilly positioniert Orforglipron eher als „best-in-class“ statt „first-in-class“. In einem langfristig wachsenden Markt kann ein komfortableres Einnahmeprofil ein entscheidender Wettbewerbsvorteil sein.
Aktie in Konsolidierungsphase
An der Börse spiegelt sich die Nachrichtenlage in einer Seitwärtsbewegung wider. Die Aktie pendelt um 1.077 US-Dollar und liegt damit nur rund 3 % unter dem jüngsten 52‑Wochen-Hoch, nach einem kräftigen Anstieg von gut 49 % auf Sicht von zwölf Monaten.
Der Titel notiert deutlich über den mittelfristigen gleitenden Durchschnitten, gleichzeitig signalisiert ein 14-Tage-RSI von 28,5 eine kurzfristig überverkaufte Situation – ein Hinweis auf eine Konsolidierung nach der starken Rallye Ende 2025.
Ausblick auf Q2 2026
Für den weiteren Verlauf des ersten Quartals 2026 stehen zwei operative Themen im Vordergrund: der Aufbau des gemeinsamen KI-Labors mit NVIDIA und die Integration von Ventyx Biosciences in die bestehende Pipeline. Beides sind mittel- bis langfristige Treiber, die das Wachstumsprofil über das reine Adipositas-Geschäft hinaus verbreitern sollen.
Der entscheidende Meilenstein liegt jedoch im zweiten Quartal 2026, wenn die FDA-Entscheidung zu Orforglipron erwartet wird. Eine Zulassung würde die Strategie bestätigen, im oralen Adipositas-Segment eine führende Rolle zu übernehmen und den aktuellen Konsolidierungstrend der Aktie in einen neuen Wachstumsschub zu überführen.
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