Gleich zwei Vertragsabschlüsse innerhalb kurzer Zeit: Stadler Rail sicherte sich am 12. März 2026 einen Auftrag aus Polen im Wert von rund 263 Millionen Euro und verzeichnete zeitgleich eine Erweiterungsbestellung der ÖBB. Die Meldung trieb die Aktie am Vortag um über vier Prozent nach oben.
Polen-Auftrag mit Optionskomponente
Das Marschallamt der Woiwodschaft Großpolen bestellte bis zu 20 elektrische Triebzüge des Typs FLIRT. Fest geordert sind zunächst zehn fünfteilige Fahrzeuge, ergänzt um eine Option auf weitere zehn Einheiten. Die ersten Züge sollen Anfang 2028 in Betrieb gehen. Produziert wird im Stadler-Werk in Siedlce, die technische Entwicklung übernimmt das Ingenieurteam in Poznań — das im Laufe des Jahres 2026 von 100 auf 120 Fachkräfte wachsen soll.
ÖBB setzen auf Akku-Technologie
Parallel dazu riefen die Österreichischen Bundesbahnen sieben weitere FLIRT-Akku-Züge aus einem bestehenden Rahmenvertrag ab. Der Vertrag aus Juli 2023 ermöglicht insgesamt bis zu 120 batteriebetriebene Fahrzeuge. Die nun bestellten Einheiten sollen ab 2029 in Niederösterreich Dieselzüge ersetzen und laut Projektangaben jährlich rund 1.200 Tonnen CO₂ einsparen. Gefertigt werden sie im Stammwerk Bussnang, Auslieferung ist für 2028 vorgesehen.
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Beide Aufträge zahlen auf eine klare Strategie ein: Stadler positioniert sich gezielt im wachsenden Segment emissionsarmer Antriebe — besonders auf Strecken ohne Oberleitung, wo Batterie- und Hybridlösungen gegenüber klassischer Elektrifizierung wirtschaftlicher sind. Die FLIRT-Baureihe wurde bisher über 3.000-mal in 24 Ländern verkauft und bildet das Rückgrat dieses Ansatzes.
An der Börse kam die Nachrichtenlage gut an. Trotz des gestrigen Kursanstiegs notiert die Aktie mit 21,36 Euro noch rund 13 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch. Die gesicherten Liefertermine bis 2029 sorgen für Planungssicherheit in den Werken — und dürften die Auslastung mittelfristig stabilisieren.
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