Alphabet Aktie: Hohe Bewertung

Alphabets Aktie erreicht Rekordbewertungen nach starker Rally. Der Fokus liegt nun darauf, ob das Wachstum in KI, Cloud und Waymo die hohen Erwartungen rechtfertigen kann.

Kurz zusammengefasst:
  • Bewertungskennzahlen deutlich über historischen Durchschnitten
  • Ambitiose Ausbaupläne für Waymo bis Ende 2026
  • Massive Investitionen in KI-Infrastruktur und Cloud
  • Strategische KI-Partnerschaften mit Apple und Walmart

Alphabet steht an einem spannenden Punkt: Operativ läuft es mit KI, Cloud und Waymo so gut wie selten, gleichzeitig klettern die Bewertungskennzahlen in Regionen, die viele Anleger nervös machen. Nach einer Kursverdopplung binnen zwölf Monaten wirkt der Titel nicht mehr wie ein Schnäppchen, sondern wie ein Premium-Wert mit entsprechendem Anspruch. Die zentrale Frage für den Markt lautet: Reicht das Wachstum in KI und Cloud, um die hohen Erwartungen zu tragen?

Hohe Multiples, erste Bremssignale

Die starke Rally hat Alphabet 2025 zur besten Aktie unter den „Magnificent Seven“ gemacht, mit einem Plus von 65,35 % im Jahresverlauf. Diese Entwicklung hat die Bewertung deutlich nach oben getrieben. Wichtige Kennzahlen liegen inzwischen klar über den historischen Durchschnitten:

Alphabet

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  • EV/EBITDA liegt auf Basis der vergangenen zwölf Monate bei dem 26‑fachen Ergebnis
  • Das Forward‑EV/EBITDA wird mit dem 18‑fachen bewertet
  • Das EV/Sales‑Verhältnis bewegt sich zwischen dem 8,5‑ und 10‑fachen Umsatz
  • Die Free‑Cashflow‑Rendite ist auf nur noch 1,8 % gefallen

Für einige Analysten ist damit eine Grenze erreicht: Die Bewertung gilt als „gestreckt“, kurzfristiges Aufwärtspotenzial in 2026 wird begrenzt eingeschätzt. In der Folge kam es zu einer Herabstufung auf „Hold“. Hinzu kommen nachlassende technische Momentum-Signale und umfangreiche Insiderverkäufe, die die vorsichtigere Haltung am Markt verstärken.

Trotz dieser Skepsis notiert die Aktie aktuell mit 335,50 US‑Dollar nur minimal unter ihrem jüngsten 52‑Wochen-Hoch und liegt rund 83 % über dem Niveau vor einem Jahr – ein klares Zeichen, wie stark die Vorschusslorbeeren bereits eingepreist sind.

Waymo als Wachstumsstory

Auf der anderen Seite gibt es Institute, die trotz hoher Bewertung klar auf der Käuferseite bleiben. TD Cowen etwa bestätigt seine Kaufempfehlung und sieht das Kursziel bei 355 US‑Dollar. Im Fokus steht hier vor allem Waymo, die Sparte für autonomes Fahren.

Die Pläne sind ambitioniert: Bis Ende 2026 soll Waymo rund 6.000 Fahrzeuge in 17 Städten betreiben, deutlich mehr als heute. TD Cowen rechnet mit etwa 28 Millionen bezahlten Fahrten und Bruttobuchungen von 463 Millionen US‑Dollar. Das wäre zwar erst ein Anteil von rund 0,7 % am US‑Ridesharing-Markt, aber ein klarer Proof of Concept für Skalierung und Monetarisierung der Technologie.

Neben den zwölf geplanten Städte-Starts im Jahr 2026 testet Waymo in mehreren weiteren Regionen. Für Befürworter der Aktie ist dies ein Baustein in einer breiteren Wachstumsstory, die Alphabet jenseits des klassischen Werbegeschäfts aufstellt.

KI-Investitionen unter Beobachtung

Ein zentrales Thema für Investoren bleibt der enorme Investitionsbedarf. Alphabet hat im Oktober seine Prognose für die Sachinvestitionen 2025 deutlich nach oben geschraubt – von zuvor 75–85 Milliarden US‑Dollar auf nun 91–93 Milliarden. Für 2026 rechnen Analysten bereits mit über 115 Milliarden US‑Dollar Capex.

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Das Geld fließt vor allem in vier Bereiche:

  • Ausbau von Google Cloud, die im dritten Quartal 2025 um 34 % auf 15,2 Milliarden US‑Dollar Umsatz gewachsen ist
  • Entwicklung und Ausrollung der Gemini‑Modelle
  • Produktion und Kapazitätsaufbau der hauseigenen TPU‑Chips
  • Aufbau und Erweiterung weltweiter Rechenzentrums-Infrastruktur

Alphabet steht mit dieser Ausgabendynamik nicht alleine da. Die vier großen Hyperscaler Microsoft, Meta, Alphabet und Amazon dürften 2026 zusammengerechnet über 470 Milliarden US‑Dollar investieren, nach etwa 350 Milliarden im Jahr 2025. Genau dieser rasante Anstieg der Infrastrukturkosten ist es, der Anleger vermehrt auf die Rentabilität und Kapitalrendite der KI-Offensive schauen lässt.

Partnerschaften als KI-Katalysator

Gleichzeitig festigt Alphabet seine Position im KI-Ökosystem über strategische Kooperationen. Bank of America hat vor diesem Hintergrund ihr Kursziel von 335 auf 370 US‑Dollar angehoben. Ausschlaggebend sind zwei große Partnerschaften, die direkt auf die Monetarisierung der Gemini-Plattform zielen.

Erstens die Zusammenarbeit mit Apple: Seit Januar steht fest, dass Gemini die technologische Basis für „Apple Intelligence“ bildet. Dazu zählt auch eine deutlich überarbeitete Version von Siri, die im Laufe des Jahres 2026 erwartet wird. Alphabet bekommt damit einen zentralen Zugangspunkt zu Hunderten Millionen Apple-Nutzern.

Zweitens die Kooperation mit Walmart: Hier wird Gemini direkt in Einkaufserlebnisse integriert. Kunden sollen Produkte von Walmart und Sam’s Club über den Chatbot entdecken und kaufen können. Für Analysten ist das ein praktisches Beispiel, wie sich KI in konkrete Umsätze übersetzen lässt – ein Punkt, den der Markt zunehmend einfordert.

Q4-Zahlen als nächster Prüfstein

Der nächste große Termin ist der Quartalsbericht für das vierte Quartal, der am 4. Februar ansteht. Analysten erwarten Erlöse von 111,07 Milliarden US‑Dollar und einen Gewinn je Aktie von 2,63 US‑Dollar. Zum Vergleich: Im dritten Quartal 2025 hatte Alphabet den Markt positiv überrascht – mit 102,35 Milliarden US‑Dollar Umsatz (plus 16 % gegenüber dem Vorjahr) und einem bereinigten Gewinn von 3,10 US‑Dollar je Aktie, klar über dem Konsens von 2,33 US‑Dollar.

An der Börse ist das Unternehmen Anfang Januar erstmals mit 4 Billionen US‑Dollar bewertet worden. Mit einem Kursplus von rund 6,5 % seit Jahresbeginn und der Aktie nahe dem Rekordhoch wird der Markt die kommenden Aussagen zu den Investitionsplänen 2026 und zu den Fortschritten bei der KI-Monetarisierung genau gegen die bereits sehr hohe Bewertung abgleichen. Entscheidend wird sein, ob Alphabet zeigen kann, dass sich die extrem hohen Infrastrukturkosten in absehbarer Zeit in nachhaltig steigenden Cashflows niederschlagen.

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