Alibaba Aktie: Zweifrontenkrieg

Zwei Investmentbanken reduzieren ihre Kursziele für Alibaba aufgrund schwächelnder E-Commerce-Aktivitäten. Gleichzeitig könnte die erwartete Genehmigung für Nvidia-Chips der Cloud-Sparte Auftrieb geben.

Kurz zusammengefasst:
  • Morgan Stanley und Jefferies senken ihre Kursziele
  • E-Commerce-Geschäft leidet unter schwachem Konsum in China
  • Cloud-Sparte profitiert von starker KI-Nachfrage
  • Peking plant Genehmigung für Nvidia H200-Chip-Importe

Alibaba steht unter Druck. Zwei renommierte Investmentbanken haben ihre Kursziele für den chinesischen Tech-Konzern gesenkt – und verweisen auf schwächelnde E-Commerce-Geschäfte. Gleichzeitig könnte eine Entscheidung aus Peking dem Cloud-Geschäft kräftigen Rückenwind verschaffen. Die Aktie verlor am Freitag vorbörslich 2,5 Prozent.

Morgan Stanley und Jefferies senken Kursziele

Morgan Stanley reduzierte das Kursziel von 200 auf 180 US-Dollar und begründete dies mit schwächeren Trends im Kerngeschäft. Die Analysten warnen: „Die E-Commerce-Aktivitäten haben sich verschlechtert, da der Konsum in China schwach bleibt.“ Die Profitabilität könnte kurzfristig unter Druck geraten. Positiv bewerten die Experten hingegen die anhaltende Stärke der Cloud-Sparte.

Alibaba

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Jefferies stufte das Kursziel leicht von 231 auf 225 US-Dollar herunter, hält Alibaba aber weiterhin für die Top-Empfehlung 2026. Analyst Thomas Chong sieht Chancen in KI und Cloud-Computing sowie der integrierten Konsumplattform. Die Cloud-Umsätze beschleunigen sich laut Jefferies dank starker KI-Nachfrage, während das Quick-Commerce-Geschäft im Dezember-Quartal solide Fortschritte gemacht habe.

China ebnet Weg für Nvidia H200-Chips

Peking plant noch in diesem Quartal die Genehmigung für Importe von Nvidias H200-Chips. Die Nachricht trieb Alibabas Hongkonger Notierung am Freitag um bis zu 4,8 Prozent nach oben – der stärkste Tagesgewinn seit November. Alibaba gilt als größter Chip-Abnehmer unter chinesischen Firmen und hat Interesse an mehr als 200.000 H200-Einheiten signalisiert.

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Der Zugang zu diesen Halbleitern würde chinesischen Anbietern helfen, ihre KI-Modelle weiterzuentwickeln und mit OpenAI sowie anderen US-Rivalen zu konkurrieren. Die H200-Chips sind zwar eine ältere Generation, dürfen aber von der US-Regierung nach China exportiert werden – anders als modernste Prozessoren, die aus Gründen der nationalen Sicherheit gesperrt bleiben.

Transformation zwischen Schwäche und Wachstum

Die gegensätzlichen Signale spiegeln Alibabas Umbau wider: Während das E-Commerce-Geschäft schwächelt, wuchs die Cloud-Sparte im jüngsten Quartal um 34 Prozent. Die Aktie hatte seit ihrem Oktoberhoch mehr als 20 Prozent verloren, belastet durch Sorgen über das Kerngeschäft und Regulierung im Live-Streaming-Bereich.

Das durchschnittliche Kursziel von 39 Analysten liegt bei 201 US-Dollar. Entscheidend wird sein, ob sich die E-Commerce-Schwäche verschärft oder stabilisiert – und ob Alibaba seine KI-Investitionen über die Cloud-Plattform erfolgreich monetarisieren kann. Die nächsten Quartalszahlen dürften hier Klarheit schaffen.

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